In den vergangenen Monaten scheint bei
Kevin Doets alles in eine Stromschnelle geraten zu sein. Der niederländische Dartprofi erlebt sportlich die beste Phase seiner Karriere und holte sich kürzlich seinen ersten Ranglistentitel bei der PDC. Zudem erreichte er erstmals ein Finale auf der
European Tour, womit er deutlich an die Weltspitze des Darts anklopft. Doch laut Doets hat sich nicht nur sportlich viel verändert. Auch privat fühlt er sich so gut wie nie zuvor – und das hat alles mit seiner neuen Liebe, Bianca Rangel, zu tun.
„Liebe bewirkt offenbar viel“
Während der Übertragung der
Premier League Darts bei
Viaplay in den Niederlanden bekam Doets am Donnerstagabend gleich eine auffällige Frage gestellt. Moderator Bart Nolles wollte wissen, was Liebe mit einem Dartspieler machen kann. Der Spieler musste nicht lange überlegen. „Offenbar viel“, antwortete er lachend. Damit spielte er direkt auf seine beeindruckenden Leistungen der vergangenen Monate an.
Doets macht derzeit auf höchstem Niveau eine starke Entwicklung durch. Seit der WM im Dezember scheint er mit mehr Vertrauen und Stabilität zu spielen. Das führte nicht nur zu besseren Resultaten, sondern auch zu einem Anstieg in der Weltrangliste.
Der Niederländer befindet sich seit dieser Woche in den Top 32 der Weltrangliste, einer wichtigen Grenze innerhalb der PDC. Für viele Spieler bedeutet das einen neuen Status im Profizirkus, mit automatisch gesetzten Positionen bei großen Turnieren und mehr Anerkennung innerhalb der Dartswelt.
Laut Doets spielt seine Beziehung dabei eine größere Rolle, als man vielleicht denkt. „Es kommt auch darauf an, wie sie dazu steht“, sagte er offen im Interview. „Mein Leben als Profi ist schwierig. Ich bin viel unterwegs und habe jetzt eine Frau, die mich dabei unterstützt.“ Vor allem dieses Verständnis und diese Unterstützung machen seiner Ansicht nach einen großen Unterschied im hektischen Leben eines Spitzensportlers.
Es bleibt jedoch nicht nur bei emotionaler Unterstützung. Rangel ist auch diejenige, die ihn in Sachen Disziplin und Trainingsfleiß wach hält. „Nicht nur das, sie nörgelt auch ständig, ich müsse mehr trainieren“, sagte Doets mit einem Lächeln. „Also mache ich das jetzt auch. Wenn man eine gute Liebe gefunden hat, hilft das schon.“
Vater der Freundin ist Dartspieler
Dass ausgerechnet Rangel so gut versteht, was das Leben eines Dartspielers beinhaltet, ist kein Zufall. Ihr Vater ist selbst seit Jahren in der internationalen Dartswelt aktiv und trat für Brasilien bei verschiedenen Turnieren an, darunter der World Cup of Darts. Dadurch ist sie buchstäblich in dem Umfeld groß geworden, das inzwischen auch den Alltag von Doets prägt.
Die beiden lernten sich bei einem Pro Tour-Turnier im deutschen Hildesheim kennen. „Ihr Vater spielte dort zuvor die Challenge Tour und sie blieb einen Tag zum Zuschauen“, erzählte Doets. Was als zufällige Begegnung begann, entwickelte sich zu einer Beziehung, die seiner Meinung nach inzwischen ein wichtiger Faktor in seiner sportlichen Entwicklung ist.
Kevin Doets eroberte kürzlich seinen ersten PDC-Ranglistentitel
Neben den Veränderungen in seinem Privatleben hat Doets auch bewusst an seinen professionellen Rahmenbedingungen gearbeitet. Seit Januar wohnt er in einem neuen Haus, in dem er endlich über einen eigenen Trainingsraum verfügt. Das mag wie ein Detail wirken, kann für einen Spitzensportler aber einen gewaltigen Unterschied machen.
„Neues Häuschen mit gutem Set-up“
„Ich wohne seit Januar in einem neuen Häuschen mit einer guten Set-up“, sagte er. „Ich trainiere so gut wie jeden Tag, Vollgas. Viele Trainingsstunden mittlerweile.“ In seiner vorherigen Wohnung fehlten Ruhe und Platz, um optimal zu trainieren. Jetzt hat er ein separates Zimmer, in dem er sich voll auf sein Spiel konzentrieren kann. „Ich habe jetzt einfach ein Zimmer, in dem ich darten kann, ohne abgelenkt zu werden. Das hatte ich in meinem vorherigen Apartment nicht.“
Diese verbesserten Bedingungen tragen klar Früchte. Er gewann nicht nur kürzlich seinen ersten offiziellen PDC-Titel, auch sein konstantes Niveau fällt im Circuit auf. Wo Doets in der Vergangenheit noch schwankend auftreten konnte, steht er inzwischen deutlich stabiler und selbstbewusster an der Oche.
Für den Dartspieler fühlt es sich an, als würden gerade alle Puzzleteile zusammenpassen. „Dieser erste Titel war etwas Besonderes“, blickte er zurück. „Aber in derselben Woche auch noch ein TV-Finale macht es extra besonders. Im Moment läuft einfach alles richtig gut und dann fällt jetzt alles zusammen.“
In der Dartswelt wird mittlerweile immer häufiger über den nächsten Schritt in seiner Karriere gesprochen. Mit seiner aktuellen Form und dem wachsenden Selbstvertrauen scheint Doets bereit, sich endgültig unter den etablierten Namen des Circuits zu behaupten. Zudem kommt sein Erfolg nicht aus dem Nichts. Hinter den Kulissen gibt es mehr Struktur, mehr Trainingsstunden und ein stabileres Privatleben.