„Noch nie war ich so stolz auf mich, das war ein mental sehr harter Kampf“ – Luke Humphries sichert sich einen Platz in den Play-offs der Premier League Darts

PDC
Freitag, 15 Mai 2026 um 6:00
Luke Humphries (2)
Luke Humphries hat am Donnerstagabend in Birmingham spürbar eine große Last von seinen Schultern fallen sehen. Der ehemalige Weltmeister sicherte sich am vorletzten Spieltag der Premier League Darts endgültig einen Platz in den Play-offs, indem er den Wochentitel holte. Im Finale war „Cool Hand Luke“ mit 6:4 zu stark für Gerwyn Price, womit er nicht nur wichtige Punkte einfuhr, sondern vor allem auch eine schwierige Phase hinter sich gelassen zu haben schien.

Mentaler Kampf

Nach dem Ende sprach Humphries offen über den mentalen Kampf, den er in den vergangenen Monaten geführt hat. Der Engländer machte deutlich, dass ihm die Saison schwerer zugesetzt hat, als viele Außenstehende vermutlich ahnen. „Es ist eine Erleichterung“, sagte Humphries direkt nach seinem Sieg.
„Es war ein harter Kampf und es lief ganz sicher nicht reibungslos.“ Damit brachte die Nummer eins der Welt exakt auf den Punkt, wie seine Premier League Darts-Kampagne bislang verlaufen ist. Während Humphries im vergangenen Jahr nahezu unantastbar wirkte, erlebte er in dieser Saison deutlich mehr Schwankungen. Gute Auftritte wechselten sich mit enttäuschenden Abenden ab, während die Kritik aus der Dartswelt immer lauter wurde.
Humphries gab zu, dass er unterwegs sogar an sich selbst zu zweifeln begann. „In diesem Sport wird man oft schnell abgeschrieben“, sagte er ehrlich. „Und ich habe selbst auch kurz gezweifelt.“ Es sind bemerkenswert offene Worte eines Spielers, der in den vergangenen Jahren gerade für sein enormes Selbstvertrauen und sein konstantes Niveau bekannt war.

Zurück zu alten Darts

Trotzdem fand Humphries letztlich wieder in die Spur. Dabei traf er sogar eine auffällige Entscheidung, indem er auf Material aus der Vergangenheit zurückgriff. „Ich bin zu meinen alten Darts zurückgekehrt und von da an lief es wieder etwas besser“, erklärte er. In der Dartswelt wird oft unterschätzt, wie sehr Vertrauen ins Material die Leistungen beeinflussen kann. Für Topspieler kann eine kleine Veränderung mitunter den Unterschied ausmachen zwischen weiterem Straucheln oder wieder frei aufspielen.
Das schien am Donnerstagabend deutlich sichtbar. Humphries wirkte schärfer, ruhiger und vor allem in den wichtigen Momenten entschlossener. In Birmingham besiegte er auf dem Weg ins Endspiel einige starke Gegner, bevor er im Finale mit Price abrechnete, der seinerseits gerade eine starke Serie in der Premier League Darts hingelegt hatte.
Luke Humphries in Aktion
Luke Humphries hat weiterhin die Chance, den Premier League Titel zu verteidigen
Für Humphries fühlte sich das Erreichen der Play-offs daher vielleicht wie eine seiner wichtigsten Leistungen des vergangenen Jahres an. „Jeder hat Phasen, in denen alles von selbst läuft“, sagte er. „Aber ich bin vielleicht gerade jetzt stolzer, weil es eine Zeit lang schlechter lief und ich trotzdem wieder da stehe.“
Diese Aussage sagt viel über die Entwicklung aus, die Humphries als Spieler durchgemacht hat. Galt er früher vor allem als Riesentalent mit beeindruckender Scoring-Power, profiliert er sich inzwischen immer mehr als Spieler, der auch mental schwere Phasen überstehen kann. Genau das unterscheidet Champions oft in einer langen und zermürbenden Saison wie der Premier League Darts.

Ungemein stolz

Der Druck auf Humphries war zudem enorm. Als Weltklassemann und Titelverteidiger erwarten Fans und Experten nahezu jede Woche Topleistungen. Bleiben die Resultate einmal aus, wächst die Kritik automatisch. Humphries spürte das selbst auch. „Darauf bin ich vielleicht am meisten stolz von allem, weil so viel Druck auf meinen Schultern lastete“, sagte er sichtlich erleichtert.
Mit nur noch einem regulären Spielabend vor der Brust kann Humphries nun etwas befreiter auf die Play-offs hinarbeiten. Der Engländer scheint seine Form zum richtigen Zeitpunkt wiederzufinden und ist damit sofort wieder ein ernsthafter Kandidat für den Gesamtsieg. Erst recht, wenn sein Selbstvertrauen in den kommenden Wochen weiter wächst, wissen seine Konkurrenten, dass Humphries noch immer zu den gefährlichsten Spielern im Circuit zählt.
Nach einer schwierigen Phase hat sich „Cool Hand Luke“ jedenfalls wieder aufgerichtet. Und vielleicht macht gerade das diese Qualifikation für die Play-offs für ihn spezieller als alle bisherigen Erfolge.
Am letzten regulären Spieltag kann Humphries in der Tabelle möglicherweise sogar noch einen Platz gutmachen, dann muss er besser als Gerwyn Price, der derzeit Rang drei belegt.
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