„Vielleicht gerade noch in den Top 64, aber sicher nicht viel höher“ – Matthew Edgar prognostiziert Peter Wrights Absturz in der Weltrangliste

PDC
Samstag, 28 März 2026 um 11:00
Peter Wright
Die Karriere von Peter Wright befindet sich an einem Scheideweg. Der flamboyante Schotte, besser bekannt als „Snakebite“, war noch vor wenigen Jahren eine feste Größe in der Weltspitze, doch sein Status bröckelt zunehmend. Wo er einst um die größten Titel kämpfte, wirkt die Realität inzwischen deutlich nüchterner: das Ringen darum, seinen Platz in den Top 64 der Weltrangliste zu behaupten.
Der Kontrast zu seiner jüngeren Vergangenheit ist groß. Vor nicht einmal drei Jahren stand Wright stabil in den Top Zehn der Welt und krönte sich zum Sieger der European Championship, seiner vorläufig letzten großen Trophäe. Es schien die Bestätigung seines Status als einer der absoluten Topspieler innerhalb der PDC. Seitdem ist jedoch ein klarer Rückgang zu erkennen, sowohl in Ergebnissen als auch in Leistungen. Dennoch ließ Wright in einem aktuellen Interview wissen, dass er noch nicht ans Aufhören denkt.
Bei den großen TV-Turnieren bleibt der Erfolg aus. Wright schaffte es in der jüngeren Vergangenheit nicht mehr, ein Halbfinale bei einem Ranglistenturnier innerhalb der PDC zu erreichen. Für einen Spieler mit seinen Ansprüchen ist das eine schockierende Statistik. Die Frage ist daher nicht länger, ob er erneut große Titel gewinnen kann, sondern vielmehr, wie weit sein Rückfall noch gehen wird.

„Die eigentliche Frage ist, ob er seine Position halten kann“

Ex-Profi und Analyst Matthew Edgar nimmt in seiner Analyse kein Blatt vor den Mund. In seinem YouTube Video zeichnet er ein nüchternes, aber hartes Bild von Wrights aktuellem Niveau. „Wir sollten nicht mehr fragen, ob Peter Wright wieder große Titel gewinnen wird“, stellt Edgar klar. „Die eigentliche Frage ist, ob er seine Position halten kann.“
Peter Wright in Aktion bei der vergangenen Darts-WM
Peter Wright ist die aktuelle Nummer 32 der Welt
Auch wenn Wright selbst wohl noch an eine Rückkehr an die Spitze glaubt, deutet laut Edgar nichts in seinen jüngsten Auftritten darauf hin. Die Zahlen stützen diese Schlussfolgerung. Mit einem Durchschnitt von 90,55 über die vergangenen zwölf Monate bewegt sich Wright auf solidem ProTour-Niveau, aber nicht auf dem Level, das nötig ist, um um die großen Preise mitzuspielen.
Im modernen Darts, wo die absolute Weltspitze Woche für Woche Durchschnittswerte deutlich über 100 notiert, ist dieser Unterschied entscheidend. Ein Schnitt um die 90 reicht, um Matches auf dem Floor zu gewinnen, aber nicht, um auf den großen Bühnen wie der Darts WM oder anderen Majors regelmäßig weit zu kommen.
Laut Edgar liegt das größte Problem jedoch nicht einmal im Average, sondern in den enormen Schwankungen in Wrights Leistungen. Die Inkonstanz ist auffällig und vielleicht die größte Sorge. „Wenn du dir seine Averages ansiehst, erkennst du riesige Ausschläge nach oben und unten“, erklärt Edgar.
Ein treffendes Beispiel dafür ist sein Auftritt bei Players Championship 6 früher in diesem Jahr. Dort verlor Wright chancenlos mit 0:6 gegen David Sharpe, mit einem Average von nur 70,77. Gleichzeitig zeigte er in einem Qualifikationsturnier für die European Tour, dass er noch immer zu Großem fähig ist, mit einem 98er-Schnitt beim Sieg über Lukas Wenig.

Konstanz fehlt

Dieser Unterschied von fast dreißig Punkten illustriert perfekt, wo das Problem liegt. Wright kann noch immer Spitzenwerte erreichen, schafft es aber nicht mehr, dieses Niveau verlässlich zu halten.
Eine weitere auffällige Statistik unterstreicht den Rückgang: Seit Juni vergangenen Jahres hat Wright kein einziges Match mehr mit einem Durchschnitt von über 100 bei den Players Championship-Turnieren gespielt.
Auch auf den TV-Turnieren bleiben die Leistungen zurück. Bei der vergangenen Darts-WM konnte er keinen Eindruck hinterlassen, und beim Winmau World Masters scheiterte er bereits in der Runde der letzten 64 nach einer Niederlage gegen Graham Hall. Es sind Resultate, die nicht zu den Erwartungen passen, die einst mit seinem Namen verbunden waren.
Laut Edgar ist es daher realistischer, Wright heute als soliden ProTour-Spieler zu betrachten, als ihn noch als Anwärter auf große Titel zu sehen. Das bedeutet nicht, dass er keine Gefahr mehr darstellt – im Gegenteil. Gerade seine Unberechenbarkeit macht ihn zu einem unangenehmen Gegner.

„Er hat sein Talent nicht verloren“

„Er hat sein Talent nicht verloren“, betont Edgar. „Was ihm abhandengekommen ist, ist sein Spitzenlevel, das er konstant abrufen kann.“ Und genau das macht ihn gefährlich. Gegner wissen schlicht nicht, was sie erwartet: ein Wright, der alles trifft und Matches dominiert, oder ein Wright, der kämpft und Fehler aneinanderreiht.
Diese Ungewissheit kann auf Gegner lähmend wirken. In einer Sportart, in der Rhythmus und Vertrauen entscheidend sind, kann ein unberechenbarer Gegner dich völlig aus dem Spiel nehmen. Wright bleibt dadurch jemand, der an einem guten Tag noch immer jeden schlagen kann – doch die Frage ist, wie häufig diese guten Tage noch vorkommen.
Mit Blick nach vorn ist Edgar in seiner Prognose deutlich. Wenn er vorhersagen muss, wo Wright in einem Jahr stehen wird, lautet seine Antwort schlicht: innerhalb der Top 64, aber nicht viel höher. Es ist eine realistische, zugleich ernüchternde Einschätzung für einen Spieler, der einst zur absoluten Elite gehörte.
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