Die Niederlande haben sich in den vergangenen Jahrzehnten fest auf der Landkarte des Dartsports etabliert. Während Großbritannien lange Zeit als unangefochtenes Zentrum galt, haben die niederländischen Spieler eindrucksvoll bewiesen, dass sie zur absoluten Weltspitze gehören. Seit der Gründung der PDC im Jahr 1994 haben gleich mehrere Niederländer ihren Namen auf eine Major-Trophäe gravieren lassen – eine Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält.
Roland Scholten: Der Pionier
Roland „The Tripod“ Scholten war einer der ersten Niederländer, die auf der internationalen Dartsbühne große Erfolge feierten. 2004 triumphierte er bei den UK Open, wo er im Finale John Part besiegte. Mit diesem Erfolg setzte er die Niederlande endgültig auf die PDC-Dartslandkarte. Sein ruhiger Stil und seine Konstanz machten ihn über Jahre hinweg zu einem festen Bestandteil der Top 16 – und zum ersten Niederländer überhaupt, der in der Premier League Darts spielte.
Raymond van Barneveld: Der Wegbereiter einer Generation
Kein Spieler hat den niederländischen Dartsport so geprägt wie Raymond van Barneveld. Sein Wechsel von der BDO zur PDC im Jahr 2006 markierte den Beginn einer neuen Ära. Nur ein Jahr später krönte sich „Barney“ zum PDC-Weltmeister – nach einem legendären Finaltriumph über Phil Taylor. Van Barneveld gewann im Laufe seiner Karriere zahlreiche Majors, darunter die UK Open (2006, 2007), den Grand Slam of Darts (2012), die Premier League Darts (2014) und das Las Vegas Desert Classic (2007). Gemeinsam mit Michael van Gerwen holte er zudem viermal den World Cup of Darts. Sein Einfluss ist enorm: Er inspirierte eine ganze Generation niederländischer Spieler.
Weiterlesen
Co Stompé: Der leidenschaftliche Teamplayer
Co Stompé bleibt unvergessen – nicht wegen großer Einzeltitel, sondern durch seinen Charakter und seine Leidenschaft. Mit Van Barneveld gewann er 2010 die erste Ausgabe des PDC World Cup of Darts. Sein unorthodoxer Wurfstil und seine Emotionen machten ihn über viele Jahre hinweg zu einem Publikumsliebling. In Einzelturnieren blieb ihm der große Durchbruch verwehrt, doch sein Beitrag zum Aufstieg des niederländischen Dartsports ist unbestritten.
Michael van Gerwen: Der Dominator
Wenn es um Erfolg geht, führt kein Weg an Michael van Gerwen vorbei. Seit seinem Durchbruch 2012 zählt „Mighty Mike“ zu den größten Spielern aller Zeiten. Drei Weltmeistertitel (2014, 2017, 2019) und unzählige weitere Major-Erfolge – darunter beim World Grand Prix, den Players Championship Finals, den Masters und der Premier League – sprechen für sich. Mit seinem explosiven Spiel, seiner Zielstrebigkeit und seiner mentalen Stärke prägte van Gerwen eine Ära. Auch mit 36 Jahren bleibt er einer der gefährlichsten Spieler der Welt, was er zuletzt bei der World Series of Darts erneut bewies.
Weiterlesen
Danny Noppert: Der stille Arbeiter
2022 schrieb Danny Noppert seine eigene Geschichte. Mit dem Sieg bei den UK Open bewies „The Freeze“, dass die Niederlande weiterhin neue Champions hervorbringen. Sein kühles Auftreten und seine Präzision auf die Doppel machten ihn zum gefürchteten Gegner. In den Jahren danach stand Noppert mehrfach dicht vor weiteren Major-Titeln – unter anderem bei der European Darts Championship und dem World Grand Prix, wo er jeweils das Halbfinale erreichte.
Gian van Veen: Die Zukunft des niederländischen Darts
Mit Gian van Veen hat die neue Generation ihr Gesicht gefunden. Der 23-Jährige gewann jüngst seinen ersten Major-Titel und ist mittlerweile die Nummer sieben der Welt – hinter Michael van Gerwen. Sein schneller Aufstieg, gepaart mit beeindruckender Reife und Konstanz, erinnert viele an van Gerwens Anfangsjahre. Van Veen steht symbolisch für die Zukunft des niederländischen Darts: ehrgeizig, talentiert und bereit, Geschichte zu schreiben.
Vom ruhigen Pionier Scholten über den charismatischen Van Barneveld und den dominanten Van Gerwen bis hin zum aufstrebenden Van Veen – die Niederlande haben über drei Jahrzehnte hinweg bewiesen, dass sie zu den prägendsten Nationen des modernen Darts gehören. Und alles deutet darauf hin, dass diese Erfolgsgeschichte noch lange nicht zu Ende ist.
Weiterlesen

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
Klatscht 0Besucher 0
Gerade In
Beliebte Nachrichten
Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026








