Beau Greaves hat die neue Saison genauso begonnen, wie sie die vorherige beendet hat: mit zwei Titeln auf der
PDC Women’s Series. Die 22-jährige Engländerin
gewann direkt die ersten beiden Turniere der neuen Spielzeit in Hildesheim und baute ihre sensationelle Siegesserie auf der Damen-Tour somit auf 100 Erfolge in Serie aus.
Die PDC Women’s Series umfasst in dieser Saison insgesamt 24 Turniere – und Greaves hat bereits die ersten beiden Titel in der Tasche. Rechnet man die vergangene Saison hinzu, steht sie damit bei nicht weniger als 15 Turniersiegen in Folge.
„Das ist riesig“
Auf diesen Meilenstein angesprochen, zeigte sich Greaves verständlicherweise begeistert vom Ausmaß ihres Erfolgs. „Ja, das ist natürlich riesig“, sagte sie. „Ich meine – wenn man bedenkt, dass ich zuvor schon 13 Turniere gewonnen hatte, ist das einfach großartig. Ich hatte heute ein paar schlechte Spiele und auch ein paar gute, aber das gehört eben dazu, oder? Und wie ich schon sagte: Natürlich bin ich total happy. Es ist verrückt, dass ich jetzt 15 Turniere in Folge gewonnen habe. Also ja – das fühlt sich wirklich gut an.“
Auf die Frage, ob sie sich selbst konkrete Ziele setze, winkte Greaves ab. „Nicht wirklich“, erklärte sie. „Ich versuche einfach, nicht zu streng mit mir zu sein. Natürlich weiß ich, dass es Matches geben wird, in denen ich nicht besonders gut spiele. Aber heute habe ich gemerkt, dass ich genau dann gut gespielt habe, wenn es darauf ankam – und das ist letztlich das Wichtigste.“
Diese Fähigkeit, unter Druck abzuliefern, hebt Greaves weiterhin deutlich vom restlichen Feld ab. „Wie ich schon sagte: Ich bringe es ins Ziel und mache am Ende genug, um zu gewinnen“, ergänzte sie.
Gleichzeitig markiert das Jahr 2026 ein neues Kapitel in ihrer Karriere. Neben ihren anhaltenden Erfolgen auf der Women’s Series ist Greaves inzwischen auch Inhaberin einer PDC Tour Card – ihr Kalender ist damit voller und komplexer denn je.
„Es gibt jetzt so viele Touren, auf denen ich parallel zur
Pro Tour noch spielen kann“, erklärte sie. „Ich habe meine Tour Card noch gar nicht richtig genutzt, das startet nächste Woche – das wird spannend. Ich weiß selbst noch nicht so genau.“
Entscheidend wird dabei das richtige Zeitmanagement. „Ich muss meinen Spielplan gut ausbalancieren, weil viele Pro-Tour-Termine direkt im Anschluss an die
Development Tour oder die Women’s Series liegen“, sagte Greaves. „Es geht darum, die Balance zu finden – und trotzdem den Spaß nicht zu verlieren.“
Genau dieser Spaß steht für Greaves weiterhin im Mittelpunkt. „Ich genieße die Women’s Series wirklich sehr – und klar, ich will immer gewinnen“, betonte sie. „Und ja, ich will einfach nicht verlieren.“
Dieser Ehrgeiz ist ausgeprägter denn je. Mit Blick auf ihre aktuelle Siegesserie räumte Greaves ein, dass sich ihre Einstellung im Vergleich zu früher verändert hat. „Ich will jetzt nicht mehr verlieren“, sagte sie. „Ich möchte so lange weitermachen, bis jemand richtig gut spielt und mich fair schlägt.“
„Wenn ich an frühere Serien zurückdenke – ich weiß nicht mehr genau, welches Jahr das war – da war ich fast schon okay damit, mal zu verlieren“, fügte sie hinzu. „Jetzt werde ich richtig sauer sein, wenn es passiert, weil ich nicht will, dass diese Serie endet.“
„Ich reite auf einer Glückswelle“
Greaves räumt ein, dass auch Glück eine Rolle gespielt hat – sieht das aber als Teil des Spiels. „Ich reite gerade ein bisschen auf einer Glückswelle“, sagte sie. „Aber so ist das eben. Manchmal braucht man dieses Quäntchen Glück – und das hatte ich heute auch.“
Mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf bestätigte Greaves, dass sie ihren Turnierkalender erneut bewusst auswählen wird. „Ich habe eigentlich meine ganze Karriere über schon gezielt geplant“, erklärte sie. „Aber das liegt vor allem daran, dass ich die Women’s Series wirklich gerne spiele. Nicht nur, weil ich dort viele Turniere gewinne – sondern einfach, weil ich dort mein bestes Dartgefühl habe.“
Die
Development Tour könnte vorerst in den Hintergrund rücken. „Ich werde die Dev Tour in diesem Jahr wahrscheinlich auslassen“, sagte sie. „Und wenn es dann nicht so gut läuft, steige ich im Jahr darauf vielleicht wieder ein, um zu schauen, ob ich mir auf diesem Weg erneut die Tour Card sichern kann.“
Freiheit auf der Women’s Series
Ein weiterer Faktor ist das Gefühl von Freiheit, das sie auf der Women’s Series verspürt. „Ich habe dort nicht denselben Druck – deshalb spiele ich dort so gerne und kann innerhalb der PDC auch einfach Spaß haben, statt dass alles ständig nur ernst ist“, erklärte Greaves. „Aber wie gesagt: Dinge ändern sich. Ich weiß noch nicht genau, was ich machen werde. Vielleicht spiele ich ein paar Dev Tours, vielleicht auch nicht.“
Zugleich betonte sie, wie wichtig es ist, Überlastung zu vermeiden, während sie sich an das Leben auf mehreren Touren gewöhnt. „Ich habe das alles vorher noch nie gemacht – das ist für mich ebenfalls neu“, sagte sie. „Ich muss einfach darauf achten, dass ich nicht ausbrenne.“
Während sich die Siege auf der Women’s Series weiter häufen, sieht Greaves die härteren Herausforderungen auf anderen Touren als genauso wertvoll an. „Ich lerne in jedem Spiel“, sagte sie. „Ich werde niemals aufhören zu lernen.“
„Die
Development Tour und die Challenge Tour haben meinem Spiel geholfen“, ergänzte sie. „Und jetzt wird die
Pro Tour noch einmal eine ganz neue Seite in mir hervorbringen – dieser konstante Druck, die Ranglisten, das Gewinnen-Müssen und all das.“
Trotz der Intensität bleibt ihr Blick nach vorn positiv. „Ich genieße es“, sagte sie. „Selbst wenn ich manchmal verliere und richtig sauer bin – ich lerne daraus und komme am Ende stärker zurück.“
„Also ja“, sagte sie abschließend, „positiv bleiben, oder? Immer positiv bleiben. Man muss einfach die ganze Zeit positiv bleiben.“
Die PDC Women’s Series wird heute Nachmittag in Hildesheim mit den Turnieren drei und vier fortgesetzt – und erneut ist
Beau Greaves die Spielerin, die es zu schlagen gilt.