In Riad steigt heute mit den
Saudi Arabia Darts Masters das zweite Event der World Series of Darts 2026 – direkt im Anschluss an die Bahrain Darts Masters, die
Michael van Gerwen vor wenigen Tagen für sich entschied. Der Niederländer will in Saudi-Arabien den perfekten Start ins Jahr vergolden und den „Zwei-aus-zwei“-Traum in der Wüste Realität werden lassen. Beim Premieren-Turnier in Saudi-Arabien gehen erneut dieselben acht PDC-Stars an den Start, die bereits in Bahrain auf der Bühne standen.
Besonderes Augenmerk liegt zudem auf
Luke Littler, dessen beeindruckende Serie von 21 TV-Siegen in Folge in Bahrain gegen Gerwyn Price endete. „The Nuke“ bekommt es wie schon in Sakhir zum Auftakt mit Kultfigur Paul Lim zu tun und will sofort eine neue Siegesserie starten. Nachfolgend die ausführliche
Vorschau auf alle Erstrundenmatches der
Saudi Arabia Darts Masters.
Danny Noppert gegen Man Lok Leung
Den Abend in Riad eröffnet Danny Noppert, der nach seiner Nichtberücksichtigung für die Premier League Darts mit zusätzlicher Motivation ans Oche tritt. Der 35-jährige Niederländer nutzte Bahrain bereits als Bühne, gewann dort sein Auftaktmatch und musste sich im Viertelfinale Gian van Veen geschlagen geben.
Danny Noppert ist die aktuelle Nummer zehn der Welt
In Saudi-Arabien wartet mit Man Lok Leung ein Gegner, der auf TV-Bühnen gern in die Rolle des Spielverderbers schlüpft. Der Hongkonger sorgte vor einigen Jahren bei der WM gegen Gian van Veen für einen Paukenschlag und präsentierte sich auch in Bahrain trotz Auftaktniederlage erneut frech und gefährlich. Noppert muss von Beginn an hellwach agieren, wenn er seinen Anspruch als World-Series-Stammkraft unterstreichen will.
Stephen Bunting gegen Tomoya Goto
Im zweiten Match des Abends steht Stephen Bunting im Rampenlicht. Der Engländer erhielt im Gegensatz zu Noppert eine Einladung für die Premier League – eine Entscheidung, die im Vorfeld durchaus kontrovers diskutiert wurde. In Bahrain konnte „The Bullet“ seinen Titel zwar nicht verteidigen, brachte aber mit einem Viertelfinaleinzug und starken Phasen erneut Argumente für seine Nominierung.
Nun trifft Bunting auf Tomoya Goto, der bereits WM-Erfahrung mitbringt, dort bislang jedoch selten wirklich aufhorchen ließ. Der Japaner besitzt ohne Frage Qualität, doch Bunting bringt das deutlich vielseitigere Gesamtpaket an die Scheibe und sollte die Partie – wenn er sein Niveau aus Bahrain ans Board bringt – über die Distanz kontrollieren.
Nathan Aspinall gegen Lourence Ilagan
Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen kommt es zum Duell zwischen Nathan Aspinall und Lourence Ilagan. Beide standen sich bereits bei der WM in Runde eins gegenüber und trafen vergangene Woche auch in der Auftaktrunde der Bahrain Darts Masters aufeinander – in beiden Fällen setzte sich „The Asp“ durch.
Ein Selbstläufer wird der erhoffte Hattrick dennoch nicht. Aspinall hat mehrfach betont, dass ihn Ilagans langsames Tempo auf der Bühne nervt und aus dem Rhythmus bringen kann. Der Filipino nutzt die Uhr clever zu seinen Gunsten, während abseits der Bühne ein respektvolles Verhältnis zwischen beiden herrscht. In Riad entscheidet sich, ob Aspinall abermals die sportliche Antwort findet.
Michael van Gerwen gegen Nitin Kumar
Im Anschluss greift Bahrain-Champion
Michael van Gerwen ins Geschehen ein. Nach einem privat schwierigen Jahr 2025 setzte der dreimalige Weltmeister mit dem Titel in Sakhir ein dickes Ausrufezeichen und unterstrich, dass er auch 2026 zu den Männern gehört, die es bei jedem großen Turnier zu schlagen gilt.
Sein erstes Hindernis in Saudi-Arabien heißt Nitin Kumar. Der Inder sorgte bei der vergangenen WM mit einem Sieg über Richard Veenstra für Aufsehen und spielt seitdem mit wachsendem Selbstvertrauen. Dennoch geht van Gerwen als klarer Favorit ans Oche: Bringt „Mighty Mike“ nur annähernd seine Bahrain-Form auf die Bühne, wird es für Kumar eine Herkulesaufgabe.
Luke Littler gegen Paul Lim
Luke Littler gegen Paul Lim – diese Paarung schrieb in Bahrain bereits Geschichte, weil zwischen beiden unglaubliche 53 Jahre Altersunterschied liegen. Damals setzte sich der 18-jährige Weltmeister mit 6:1 gegen die 71-jährige Darts-Legende durch und beendete erst im Viertelfinale gegen Gerwyn Price seine beeindruckende TV-Siegesserie.
In Riad kommt es nun zur Neuauflage.
Littler startet trotz des Rückschlags von Bahrain erneut als Topfavorit in dieses Duell, spricht aber weiterhin mit großem Respekt über Lim und dessen Leistungen auf der Asian Tour. Der Singapurer präsentiert sich dort noch immer bemerkenswert konkurrenzfähig, doch Littler hat eine klare Zusatzmission: Der Teenager will nach dem Serienriss sofort eine neue Erfolgskette starten.
Gerwyn Price gegen Alexis Toylo
Danach betreten Gerwyn Price und Alexis Toylo die Bühne. Price stoppte in Bahrain Littlers Lauf und gewann im Viertelfinale mit 6:2 gegen den Weltmeister, ehe er im Halbfinale an
Michael van Gerwen scheiterte. Angesichts seines frühen WM-Aus gegen Wesley Plaisier und der eigenen Aussagen über überschaubare Trainingsumfänge überraschte diese Formkurve positiv – gleichzeitig machte sie Lust auf mehr.
In Saudi-Arabien wartet mit Alexis Toylo ein weiterer Vertreter der philippinischen Darts-Schule. Toylo ist für seinen extrem langsamen Wurfstil bekannt, der so manchem Gegner die Nerven raubt. Die spannende Frage des Abends: Kann der gewohnt schnelle Price sein Tempo durchziehen oder gerät er in Riad in denselben Rhythmus-Strudel, den schon andere Profis gegen Toylo erleben mussten?
Luke Humphries gegen Ryusei Azemoto
Im vorletzten Match des Abends steigt
Luke Humphries ins Turnier ein. Die Nummer zwei der Welt erlebte eine enttäuschende WM mit dem Aus im Viertelfinale und scheiterte auch in Bahrain bereits in der Runde der letzten Acht – jeweils gegen Gegner, die in absoluter Topform agierten. Humphries sehnt sich nach einem weiteren Titel, um dem eigenen Anspruch als Serien-Champion wieder gerecht zu werden.
Zum Auftakt wartet Ryusei Azemoto. Der Japaner stand zuletzt bei der WM auf der Bühne und bekam dort die Klasse von James Wade zu spüren; auch in Bahrain konnte er gegen Stephen Bunting nur phasenweise mithalten. Humphries geht daher als klarer Favorit ins Match.
Gian van Veen gegen Motomu Sakai
Den Abschluss des Abends bildet das Duell zwischen Gian van Veen und Motomu Sakai. Van Veen erlebte 2025 seinen endgültigen Durchbruch mit dem EM-Titel und dem Einzug ins WM-Finale, ehe ihn
Luke Littler dort in die Schranken wies. Spätestens nach seinem starken Lauf bis ins Bahrain-Finale gehört der 23-Jährige nun fest zur Weltspitze und rangiert mittlerweile in den Top 3 der Rangliste.
In der ersten Runde der
Saudi Arabia Darts Masters trifft van Veen auf Motomu Sakai, der bei der WM mit einem Sieg über Thibault Tricole aufhorchen ließ. Schon in Bahrain machte der Japaner Gerwyn Price mit einem höheren Average das Leben schwer, verlor am Ende aber dennoch mit 6:4 – ein Warnsignal für van Veen, der trotz Favoritenrolle wissen dürfte, dass er sich keinen Durchhänger leisten darf.