Wer lernen möchte, richtig Dart zu spielen, muss für
Wayne Mardle nicht mit komplizierten Techniken oder spektakulären Veränderungen beginnen. Der ehemalige Topspieler und heutige Darts-Experte richtet seinen Blick zunächst auf die absoluten Grundlagen. Stand, Körperhaltung und Armbewegung bilden für den Engländer das Fundament, auf dem der gesamte Wurf aufbaut.
Wenn Mardle einem Spieler helfen möchte, sucht er deshalb nicht sofort nach grundlegenden Veränderungen. „Ich schaue mir direkt die Grundlagen an“, erklärt der mehrfache WM-Halbfinalist in einem
Social-Media-Video von Winmau. Dabei beginnt seine Analyse mit der Position am Oche. Aus dem Stand entwickelt sich die Körperhaltung, anschließend geht der Arm nach oben, ehe die Wurfbewegung vollendet wird.
Wayne Mardle erklärt die Grundlagen eines guten Darts-Wurfs
„Die Basis ist der Stand. Der führt zu deiner Haltung, anschließend zum Anheben des Arms und schließlich zum Durchstrecken. Im Grunde war’s das“, erklärt Mardle. So simpel dieser Ablauf zunächst klingen mag, verbergen sich innerhalb dieser technischen Grundlage zahlreiche Details, die einen entscheidenden Unterschied ausmachen können.
Wayne Mardle erklärt, warum beim Darts bereits kleine Veränderungen an Stand und Körperhaltung Auswirkungen auf den gesamten Wurf haben können.
Besonders genau schaut Mardle beispielsweise auf die Position des hinteren Beins. „Steht dein hinteres Bein weit hinten? Steht es seitlich? Steht es hinter dir? Und ist deine Schulter tief? Wenn deine Schulter tief ist, bedeutet das, dass dein Ellbogen tiefer kommt. Dadurch senkt sich dein Kinn und anschließend auch dein Kopf. Eines führt zum anderen.“
Damit verdeutlicht Mardle, der seit einiger Zeit auch als Coach tätig ist, wie eng die verschiedenen Bestandteile eines Darts-Wurfs miteinander verbunden sind. Technische Probleme treten demnach nur selten vollkommen isoliert auf. Ein Spieler kann beispielsweise vermuten, dass seine Armposition die Ursache seiner Schwierigkeiten ist, obwohl das eigentliche Problem bereits bei der Körperhaltung oder sogar bei der Position der Füße beginnt.
Entsprechend kann eine Anpassung an einer Stelle gleichzeitig Auswirkungen auf andere Bereiche des Wurfs haben. „Es ist selten so simpel, nur etwas zu reparieren. Es gibt immer etwas, das ein anderes Problem lösen kann“, erklärt Mardle.
Für den mehrfachen Halbfinalisten der Darts WM ist es deshalb entscheidend, zunächst eine solide technische Basis zu schaffen. Erst wenn dieses Fundament stimmt, sollten sich Spieler seiner Ansicht nach mit den nächsten wichtigen Bausteinen beschäftigen: Routine und Rhythmus.
Sportler haben laut Mardle einen wichtigen Vorteil
Gerade bei Spielern, die zuvor bereits eine andere Sportart betrieben haben, erkennt Mardle dabei einen Vorteil. Wer beispielsweise Erfahrung im Fußball, Golf, Cricket oder Tennis gesammelt hat, bringt seiner Ansicht nach häufig bereits ein Verständnis für bestimmte Prinzipien mit, die auch beim Darts von großer Bedeutung sind.
„Die meisten Sportler haben darin einen Vorsprung. Wenn jemand zu mir kommt und sagt, er sei gut in Fußball, Golf, Cricket oder Tennis, dann hat er im Allgemeinen bereits einen Vorteil. Er versteht nämlich das Element von Timing und Rhythmus im Sport.“
Genau dieser Rhythmus spielt Mardle zufolge auch beim Darts eine entscheidende Rolle. Ein guter Wurf entsteht nicht allein durch die richtige Fußposition, eine stabile Körperhaltung oder eine saubere Armbewegung. Letztlich müssen all diese einzelnen Komponenten zu einem Bewegungsablauf verschmelzen, der sich natürlich anfühlt und zuverlässig wiederholen lässt.
Darin liegt nach Mardles Auffassung auch der Unterschied zwischen einem lediglich technisch korrekten Wurf und wirklich gutem Darts. Das Fundament muss stimmen, anschließend gilt es jedoch, eine eigene Routine und einen eigenen Rhythmus zu entwickeln, die es ermöglichen, unter unterschiedlichsten Bedingungen immer wieder dieselbe Bewegung abzurufen.
„Das brauchst du im Darts“, fasst Mardle zusammen. Für Spieler, die ihr Niveau verbessern möchten, ergibt sich daraus eine klare Botschaft: Bevor nach komplizierten Lösungen gesucht wird, lohnt sich der Blick auf die Grundlagen. Denn bereits eine kleine Veränderung am Stand kann sich auf den gesamten Wurf auswirken.