„Wenn du vorher sagst, dass du keine Hand geben willst, solltest du es hinterher auch nicht tun“ – Fragezeichen hinter der Aktion von Mickey Mansell
PDC
Die Dartswelt bekam am vergangenen Wochenende in Wieze nicht nur sportliches Spektakel geboten, sondern auch einen seltenen Moment sichtbarer Spannung auf der Bühne. Das Aufeinandertreffen zwischen Michael Smith und Mickey Mansell sorgte für Stirnrunzeln, nachdem der traditionelle Handschlag vor Beginn der Partie ausblieb.
Laut Vincent van der Voort kam das nicht aus dem Nichts. „Die können sich nicht besonders gut leiden“, erklärt der ehemalige Profispieler im Podcast Darts Draait Door. „Auf der Pro Tour war schon etwas vorgefallen. Smith hatte etwas gesagt, Mansell reagierte darauf und irgendwann wurde sogar Smith’ Frau mit hineingezogen. Dann weißt du, dass es nicht ruhig bleibt.“
Der auffälligste Moment ereignete sich, noch bevor der erste Pfeil geworfen wurde. Mansell verweigerte seinem Gegner den Handschlag, eine Seltenheit im professionellen Darts. Van der Voort kann diese Entscheidung nachvollziehen, setzt jedoch eine Einschränkung. „Einen Handschlag zu geben, ist ein Zeichen von Respekt. Wenn der nicht da ist, musst du es auch nicht tun. Aber es wirkt eben komisch, weil es so ein fester Bestandteil des Sports ist.“
Bemerkenswert war, dass es nach dem Match doch zu einem kurzen Handschlag zwischen beiden Spielern kam, auch wenn von echter Versöhnung keine Rede sein konnte. Gerade dieser Moment wirft für Van der Voort Fragen auf. „Wenn du vorher sagst, dass du keinen Handschlag willst, solltest du es hinterher auch nicht machen. Dann musst du konsequent sein. Jetzt wirkt es ein bisschen halb.“
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Während sich manche an solchen Vorfällen stören, sieht Van der Voort darin auch eine positive Seite. Seiner Meinung nach darf auf der Bühne ruhig mehr Emotion und Rivalität sichtbar sein.
„Ich sehe lieber etwas Kampf und ein wenig Feindseligkeit. Es muss nicht immer so sein, dass alle die besten Freunde sind. Das brauche ich nicht. Ein bisschen Feuer macht es gerade interessant.“
Gleichzeitig betont er, dass die Stimmung hinter den Kulissen oft ganz anders ist. „Im Practice-Raum ist es meist einfach gemütlich. Alle reden miteinander. Aber sobald du die Bühne betrittst, willst du gewinnen. Das gehört dazu.“
No pre-match handshake between Michael Smith and Mickey Mansell 👀 pic.twitter.com/iCjsaapbZA
— Live Darts (@livedarts) March 20, 2026
European Tour wächst weiter auf TV-Niveau
Neben den Spannungen auf der Bühne fiel vor allem die weitere Professionalisierung der European Tour auf. Hatten diese Turniere vor einigen Jahren noch einen eher bescheidenen Charakter, ist dieses Bild inzwischen völlig anders.
„Das sind im Grunde verkappte TV-Turniere geworden“, sagt Van der Voort. „Als ich selbst eine Euro Tour gewonnen habe, wurde das noch per Stream übertragen. Jetzt ist es überall live zu sehen.“
Das Wachstum zeigt sich seiner Meinung nach deutlich in der internationalen Berichterstattung. „In Deutschland und Belgien läuft es einfach im freien Fernsehen, in den Niederlanden über Viaplay mit niederländischem Kommentar. Man kann es überall schauen.“
Diese Entwicklung macht die Euro Tour laut Van der Voort attraktiver denn je, auch wenn er findet, dass das Preisgeld der Bedeutung der Turniere noch hinterherhinkt. „Es liegt jetzt bei rund 35.000 Pfund für den Sieger. Wenn man sieht, wie groß diese Turniere geworden sind, darf das ruhig steigen. Aber das hängt auch mit TV-Deals zusammen. In England ist es zum Beispiel nicht im Fernsehen.“
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Nationale Interessen werden immer wichtiger
Mit dem weiteren Wachstum des Circuits steigt auch die Bedeutung nationaler Spieler, gerade für die Einschaltquoten. Das werde laut Van der Voort oft unterschätzt. „Wenn keine Landsleute mitmachen, siehst du sofort, dass das Interesse abnimmt. Das merkst du bei Viaplay, aber in Belgien wird es nicht anders sein.“
Mit Blick auf den neuen TV-Deal, bei dem die Euro Tour vollständig auf VTM zu sehen sein wird, ist das ein wichtiger Punkt. Belgien hat derzeit nur eine begrenzte Zahl an Spielern, die konstant auf höchstem Niveau mitmischen.
„Mike De Decker ist gerade noch in den Rankings, aber dann hört es schon ein bisschen auf. Und er sucht noch etwas nach seiner Form. Dann wird es schwierig.“
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Reisen wird zunehmend zum Problem
Ein anderes Thema, das immer häufiger aufkommt, ist die logistische Belastung für Spieler. Besonders seit dem Brexit haben viele Dartsprofis Probleme bei Reisen durch Europa. „Das ist wirklich ein Drama“, sagt Van der Voort. „Spieler stehen manchmal zwei Stunden beim Zoll. Das kostet Energie und Zeit.“
Nicht nur britische Spieler sind betroffen. „Für uns gilt das Gleiche, wenn wir nach England müssen. Es ist alles komplizierter geworden. Das gehört nun mal dazu, aber es bleibt schwierig“, so Van der Voort.
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Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026







