Paul Krohne hat geschafft, was noch keinem deutschen Spieler vor ihm gelungen ist. Der 32-Jährige sicherte sich am Wochenende den Titel beim
Dutch Open Darts 2026 und schrieb damit ein einmaliges Kapitel in der deutschen Darts-Historie. In einem Feld mit über 4.000 Teilnehmern kämpfte sich Krohne mit unglaublicher Entschlossenheit bis an die Spitze – und krönte seine Leistung mit einem packenden Finalsieg gegen den Niederländer Corné Groeneveld.
Das
Dutch Open Darts gilt seit Jahrzehnten als eines der härtesten Turniere im internationalen Darts-Zirkus. Das offene Format verlangt jedem Spieler alles ab: Jeder Gegner kann gefährlich werden, jeder Fehler ist einer zu viel. Dass Krohne gerade hier triumphierte, macht seinen Sieg umso beeindruckender. Er setzte nicht nur ein sportliches Ausrufezeichen, sondern erfüllte auch einen Traum, der ihn schon seit Jahren begleitet.
Von der Lakeside-Inspiration zum Triumph in den Niederlanden
Eine besondere Note erhielt dieser Erfolg durch Krohnes ganz persönliche Verbindung zur Darts-Geschichte. Noch Ende des vergangenen Jahres stand er bei der WDF-Weltmeisterschaft in Lakeside vor einem Foto von Andree Welge – Seite an Seite mit
Gary Anderson. Es erinnerte ihn an Welges legendären Lauf ins Dutch-Open-Finale 2001, damals verloren gegen Raymond van Barneveld, aber ein Meilenstein für den Dartsport in Deutschland.
Paul Krohne gewann am vergangenen Wochenende das Dutch Open Darts
Fünfundzwanzig Jahre später machte Krohne dort weiter, wo Welge aufgehört hatte – und ging noch einen Schritt weiter. „Ich bin einfach im siebten Himmel“, sagte ein sichtlich bewegter Krohne nach seinem Triumph gegenüber
Darts Actueel. „Letztes Jahr habe ich vor diesem Foto gestanden. Jetzt hab ich geschafft, was Andree damals knapp verpasst hat. Das bedeutet mir unfassbar viel.“
Sein Sieg hat Symbolkraft. Krohne steht sinnbildlich für eine neue Generation deutscher Spieler, die international nicht mehr nur mitspielt, sondern Finals gewinnt. Mit stoischer Ruhe, präzisem Wurf und einem starken Willen arbeitete er sich Runde für Runde durch das Rekordfeld.
Finale unter Hochspannung
Das Endspiel gegen Corné Groeneveld wurde zu einer echten Nervenprobe. Der Niederländer startete furios und nutzte den Heimvorteil: 2:0-Führung in Sätzen, das Publikum tobte. Krohne stand früh unter Druck – und wehrte bei 1:2-Rückstand sogar zwei Matchdarts ab.
Was dann folgte, war pure Willenskraft. Der Deutsche kämpfte sich zurück, brach seinen Gegner mehrfach in entscheidenden Momenten und drehte das Spiel komplett. Mit acht gewonnenen Legs aus den letzten zehn setzte er sich schließlich mit 3:2 durch. „Ja, diese Matchdarts gab es“, bestätigte Krohne lachend. „Ich dachte ehrlich gesagt, es wäre vorbei. Aber er traf sie nicht – und ich bekam meine Chance.“
Der Moment, in dem Krohne den letzten Dart versenkte, war pure Emotion. Jubel, Erleichterung, Fassungslosigkeit – die Bühne bebte, und der neue Champion fiel seinem Gegner fair in die Arme.
Ein Turnier voller Comebacks
Krohnes Dutch-Open-Titel war kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Serie außergewöhnlicher Comebacks. Schon in den frühen Runden balancierte er oft am Abgrund – und kämpfte sich immer wieder zurück:
- Letzte 512: 0:2 gegen Bernd Mommer, am Ende 3:2
- Letzte 128: 0:3 gegen Erwin Vossen, Matchdarts überlebt, 4:3
- Letzte 64: 1:3 gegen Maarten Dirk Woord, wieder 4:3
- Finale: 0:2 gegen Corné Groeneveld, zwei Matchdarts abgewehrt, 3:2
Seine Stärke? Ruhe in den entscheidenden Momenten und ein eiserner Glaube an den eigenen Wurf. „Ich habe gelernt, dass man nie aufgeben darf“, sagte Krohne. „Wenn du anfängst, negativ zu denken, bist du raus.“
Zwischen Heimpublikum und Historie
Das Publikum in Assen stand fest hinter Groeneveld – für Krohne eine zusätzliche Herausforderung. „Ja, das habe ich deutlich gespürt“, gab er zu. „Aber das gehört dazu. Sie wollten ihren Mann siegen sehen, und ich kann das absolut verstehen. Trotzdem denke ich, dass am Ende alle eine großartige Partie gesehen haben.“
Gegen den Niederländer hatte Krohne schon zuvor gute Erfahrungen gemacht. „Wir sind uns schon zweimal begegnet“, erzählte er. „Ich habe beide Spiele gewonnen – das letzte Mal in Belgien. Aber bei einem Finale wie diesem zählt keine Statistik mehr. Da entscheidet nur der Moment.“
Blick nach vorn: Von Assen zurück nach Lakeside
Mit dem Titel beim
Dutch Open hat sich
Paul Krohne nicht nur in die Siegerlisten eingetragen, sondern auch ein Ticket für die nächste WDF-Weltmeisterschaft in Lakeside gesichert. Dieses Mal wird allerdings ein prominenter Name fehlen:
Jimmy van Schie, der amtierende Weltmeister und Krohnes Bezwinger bei der letzten WM, verzichtet auf einen Start.
Für Krohne kein Grund, kleiner zu denken. „Ich glaube, dieses Turnier hier ist sogar größer als Lakeside“, meinte er selbstbewusst. „Das erste Match dort fühlte sich ähnlich an, aber diese 4.000 Spieler, dieses offene Feld – das ist einzigartig.“
Mit einem entschlossenen Lächeln fügte er hinzu: „Ich freue mich auf Lakeside.
Jimmy van Schie ist nicht dabei, wer kann mich dann schlagen?“