Im Dartsport markiert der 16. Geburtstag einen Wendepunkt. Für Kaya Baysal rückt dieser Moment in greifbare Nähe – und mit ihm eine Vielzahl neuer Möglichkeiten.
„Mit 16 öffnen sich viele Türen“, sagte der Engländer im
Gespräch mit dem Burnley Express. „Ich werde die Chancen bestmöglich nutzen.“ Seine Worte klingen ruhig, fast nüchtern. Doch hinter ihnen verbirgt sich die Aussicht auf einen Karriereschub, der das Wettbewerbsumfeld des 15-Jährigen grundlegend verändern wird.
Rasanter Aufstieg zwischen Jugend- und Seniorenbühne
Schon jetzt liest sich Baysals Vita beeindruckend. 2025 gewann er als jüngster Spieler überhaupt ein Seniorenturnier der World Darts Federation. Beim Budapest Classic Men’s sicherte er sich den Titel – und unterbot die bisherige Altersbestmarke um wenige Tage.
Baysal posiert mit seinem Titel bei den JDC Winmau World Masters
Parallel dominierte er weiterhin die Nachwuchsebene. Mit dem Titel bei den
JDC Winmau Junior World Masters untermauerte er seinen Status als eines der spannendsten Talente seiner Generation. Auf dem Circuit der Junior Darts Corporation sicherte er sich eine Advanced Tour Card und sammelte regelmäßig Erfahrung gegen die nationale und internationale U18-Elite.
Sein Durchbruch kam allerdings nicht über Nacht. „Angefangen hat alles, als ich etwa sieben oder acht war“, erzählt Baysal. Sein Onkel schenkte ihm das erste Dart-Set. Zunächst blieb es ein gelegentliches Hobby. „Bevor ich es ernst nahm, habe ich vielleicht einmal im Monat zwei Stunden geworfen.“
2024 folgte der Wendepunkt. „Dann dachte ich, ich versuche es noch einmal. Ich begann, jeden Tag zu trainieren und bin schließlich einem Pub-Liga-Team beigetreten.“ Von diesem Moment an gewann seine Entwicklung an Tempo. Strukturiertes Coaching, regelmäßige Wettkämpfe und klare Ziele schärften sein Spiel. Baysal arbeitete konsequent an Konstanz, Scoring und Timing.
Bodenständig trotz wachsender Aufmerksamkeit
Mit den Erfolgen wuchs auch die öffentliche Wahrnehmung. Vergleiche mit anderen Shootingstars des Sports lassen sich kaum vermeiden. Doch Baysal begegnet dem Hype mit bemerkenswerter Gelassenheit.
„Ich reise sehr viel, was ich zuvor nie getan habe“, sagt er. „Es ist großartig, dass ich mein Lieblingshobby auf der ganzen Welt ausüben darf.“ Die Begeisterung wirkt ehrlich, nicht inszeniert.
Trotz internationaler Titel blieb er seinem Umfeld treu. Wechselangebote innerhalb der Burnley-Liga lagen auf dem Tisch. Baysal entschied sich bewusst dagegen. „Ich bin beim Craven geblieben, weil das die Jungs sind, die mich auf dem Boden halten“, erklärt er. Abseits großer Bühnen findet er dort Ausgleich. „Es tut gut, vom Wettkampfdarts mal eine Auszeit zu nehmen und einfach zu entspannen.“
Dieses Gleichgewicht zwischen Ehrgeiz und Stabilität bildet eine wichtige Grundlage für die kommenden Jahre. Baysal meistert derzeit Schule und Turnierkalender parallel. Gleichzeitig plant er seinen weiteren Bildungsweg so, dass er seine sportlichen Ambitionen unterstützt. Unterstützung erhält er auch aus der Region. „Ich habe großes Glück, dass ich viele lokale Sponsoren habe, die ich gut kenne und die mich verstehen“, betont er. „Es ist alles, was ich mir wünschen könnte.“
Mit 16 öffnet sich der Profi-Kosmos
Im Dartsport ist der 16. Geburtstag kein symbolischer Meilenstein, sondern eine strukturelle Schwelle. Mit ihm erweitern sich Teilnahmeberechtigungen, Ranglistenoptionen und Qualifikationswege erheblich. Turniere im Seniorenbereich stehen offen, Einladungen und offene Events werden realistisch.
Für Baysal rücken Formate wie die MODUS Super Series in Reichweite – eine Plattform, die junge Spieler schnell ins Rampenlicht bringt. Auch ein Start bei der
PDC Q-School wird möglich. Dort kämpfen Hunderte Akteure um eine
Tour Card und damit um den festen Platz auf der Pro Tour der Professional Darts Corporation.
Ob Baysal sofort jeden dieser Wege einschlägt, hängt von Timing, Planung und Entwicklungsschritten ab. Klar ist jedoch: Mit 16 verändert sich sein sportliches Umfeld grundlegend. Der Übergang vom vielversprechenden Junior zum ernsthaften Kandidaten im Profizirkus wird greifbar.
Dabei hat er bereits bewiesen, dass er auf Seniorenniveau bestehen kann. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr, ob er mithalten kann, sondern wie schnell er sich an das höhere Tempo und die größere Dichte an Spitzenspielern anpasst. „Natürlich ist es aufregend“, sagt Baysal. „Ich habe lange darauf gewartet.“
Für einen Spieler, der erst vor zwei Jahren täglich zu trainieren begann, verläuft seine Entwicklung in rasantem Tempo. Doch in seiner Wortwahl schwingt keine Ungeduld mit. Vielmehr spricht aus ihm die Bereitschaft, den nächsten Schritt bewusst zu gehen.