Beau Greaves über Premier-League-Reform: „Eine Frauenliga kann dem Ganzen wieder Frische und Reiz geben“

PDC
durch Nic Gayer
Donnerstag, 21 Mai 2026 um 9:00
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Die Debatte um die Zukunft der Premier League Darts hat neuen Schwung bekommen. Beau Greaves, die sich in den vergangenen Jahren zur dominierenden Spielerin im Frauendarts entwickelt hat, kann sich eine eigene Frauenedition der Premier League Darts oder eine Erweiterung des Formats um zusätzliche Wettbewerbe gut vorstellen.
Nach Ansicht der Engländerin könnte ein solcher Schritt dem prestigeträchtigen Turnier neue Impulse verleihen. Zwar sorgt das aktuelle Format mit einer festen Gruppe von Spielern weiterhin für ausverkaufte Hallen und starke Einschaltquoten, doch unter Fans wächst offenbar der Eindruck, dass sich die wöchentlichen Abende zunehmend ähneln.

Greaves sieht Bedarf nach mehr Abwechslung

„Die Premier League Darts bleibt natürlich ein großartiges Turnier, aber online liest man immer öfter, dass es etwas langweilig oder flach zu werden scheint“, sagte Greaves laut Zitaten von Oche180. „Es ist mitunter sehr repetitiv. Wenn man etwas anderes hinzufügt, etwa eine Frauenliga oder andere Tours, kann das dem Ganzen wieder Frische und Reiz geben.“
Beau Greaves spricht sich für frische Impulse in der Premier League Darts aus
Beau Greaves spricht sich für frische Impulse in der Premier League Darts aus
Die 22-Jährige aus Doncaster betonte zugleich, dass sie Verständnis dafür habe, wenn nicht jeder Fan sofort von dieser Idee überzeugt sei. Ihr sei bewusst, dass weiterhin darüber diskutiert werde, wie das Niveau im Frauendarts im Vergleich zur absoluten Weltspitze der Männer einzuordnen ist.
„Ich verstehe, dass manche vielleicht noch keine Frauenpartien auf dieser Bühne sehen möchten“, sagte Greaves offen. „Aber ich denke, dass es solchen Abenden etwas hinzufügen würde. Es muss nicht einmal nur um Frauen gehen. Es geht eher darum, etwas Neues zu bringen.“
Dass ihre Stimme in dieser Diskussion Gewicht hat, kommt nicht von ungefähr. Greaves gilt seit Jahren als unangefochtene Nummer eins auf dem Frauencircuit der PDC. Inzwischen hat sie bereits 55 Titel auf der Women’s Series gewonnen und in diesem Jahr mit ihrem Sieg bei Players Championship 11 einen weiteren Meilenstein erreicht.
Damit unterstrich sie eindrucksvoll, dass sie auch außerhalb des Frauencircuits mit etablierten Profis mithalten kann. Ihre Leistungen verstärken in der Dartswelt den Ruf, Frauen künftig häufiger eine große Bühne zu geben.
Gerade weil das Niveau an der Spitze des Frauendarts sichtbar steigt, stellt sich zunehmend die Frage, wie die PDC diese Entwicklung weiter nutzen will. Greaves selbst weiß jedoch, dass Veränderungen in diesem Sport Zeit brauchen.
Die Engländerin kennt die Vorbehalte, die Frauen im Darts noch immer begegnen, aus eigener Erfahrung. Das zeigt auch eine persönliche Geschichte, die sie über ihre eigene Familie erzählte.
Darts spielte in der Familie Greaves über Generationen hinweg eine große Rolle. Ihr Großvater, ihr Vater und ihr Onkel standen regelmäßig am Board. Dennoch dauerte es bemerkenswert lange, bis ihr Vater erkannte, wie viel Talent seine Tochter tatsächlich besaß.
„Mein Opa sagte irgendwann zu meinem Vater: ‚Sie ist eigentlich ziemlich gut‘, aber mein Vater glaubte das zunächst nicht“, erzählte Greaves lachend. „Das Board hing oben, und es dauerte ziemlich lange, bis er mal nachsehen kam.“

„Für ein Mädchen einen sehr natürlichen Wurf“

Erst als ihr Vater sie selbst werfen sah, wurde ihm klar, dass seine Tochter über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügte. „Da meinte er, ich hätte für ein Mädchen einen sehr natürlichen Wurf“, sagte Greaves. „Warum er anfangs so skeptisch war? Keine Ahnung eigentlich. Vielleicht, weil es einfach nicht so üblich war.“
Diese Anekdote zeigt, wie stark sich das Frauendarts in den vergangenen Jahren verändert hat. Wo Spielerinnen früher häufig noch als Ausnahme wahrgenommen wurden, wächst inzwischen eine Generation heran, die auch in offenen Turnieren ernsthaft um Erfolge mitspielt.
Greaves selbst blickt heute mit Humor auf diese Zeit zurück. „Mein Vater war eigentlich erst richtig interessiert, als klar wurde, dass ich gut bin“, scherzte sie. „Also habe ich da noch etwas mit ihm zu besprechen.“
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