„Bis diese beiden den World Cup gewinnen, werden die Leute weiter darüber reden“: Experte sieht weiter Druck auf Littler und Humphries
PDC
England reist auch in diesem Jahr als Topfavorit zum World Cup of Darts nach Frankfurt. Mit Luke Littler und Luke Humphries schickt die Darts-Großmacht die aktuelle Nummer eins und Nummer zwei der Welt ins Rennen. Nach dem enttäuschenden Abschneiden im Vorjahr kehrt das Star-Duo nun mit einem klaren Ziel zurück: den Titel gewinnen und die Kritiker verstummen lassen.
Vom 12. bis 15. Juni kämpfen insgesamt 40 Nationen in der Frankfurter Eissporthalle um den prestigeträchtigen Mannschaftstitel. Im besonderen Doppel-Format des World Cup of Darts sind jedoch nicht nur individuelle Qualitäten gefragt – auch das Zusammenspiel der Partner kann über Erfolg und Misserfolg entscheiden.
„Das ist eine völlig andere Disziplin“
Wie schnell selbst die größten Favoriten scheitern können, zeigte sich im vergangenen Jahr eindrucksvoll. Littler und Humphries stiegen als eines der vier gesetzten Teams erst im Achtelfinale ins Turnier ein, mussten dort jedoch eine überraschende Niederlage hinnehmen. Gastgeber Deutschland sorgte für eine der größten Sensationen des Turniers, als Martin Schindler und Ricardo Pietreczko die beiden englischen Superstars mit 8:4 besiegten.

Martin Schindler und Ricardo Pietreczko sorgten beim World Cup of Darts 2025 für eine Sensation, als sie die englischen Topfavoriten Luke Littler und Luke Humphries mit 8:4 aus dem Turnier warfen
Für die Sky-Sports-Experten Paul Nicholson und Chris Murphy spricht jedoch vieles dafür, dass sich ein solches Szenario in diesem Jahr nicht wiederholt. Im „Love The Darts“-Podcast analysierten beide die Ausgangslage vor dem Nationenturnier.
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Nicholson erwartet zwar kein erneutes Sensations-Aus, glaubt aber ebenso wenig an einen problemlosen Durchmarsch der Engländer. „Ich denke nicht, dass sie so früh rausgehen wie letztes Jahr, aber ich glaube auch nicht, dass sie das Turnier mit spielerischer Leichtigkeit gewinnen“, sagte Nicholson, der selbst 2012 gemeinsam mit Simon Whitlock das World-Cup-Finale gegen Phil Taylor und Adrian Lewis verlor.
Für den ehemaligen Profi liegt der entscheidende Punkt im besonderen Charakter des Wettbewerbs. „Fakt ist, dass das eine andere Disziplin ist“, erklärte Nicholson. „Und ich finde es eigentlich gut, dass Littler dieses Turnier noch nicht gewonnen hat, weil das seinen Hunger nur noch größer macht, sich etwas zu holen, was er noch nicht hat.“
Während Littler auf seinen ersten World-Cup-Triumph wartet, kennt Humphries das Gefühl bereits. Gemeinsam mit Michael Smith gewann er 2024 den Titel für England. Dennoch sieht Nicholson weiterhin erheblichen Druck auf dem englischen Duo.
„Bis diese beiden den World Cup gewinnen, werden Leute weiter sagen: ,Den habt ihr noch nicht gewonnen, oder?‘“, so Nicholson. „Das wird im Practicebereich mit Josh Rock und Daryl Gurney sicher auch Stoff für Späße sein. So nach dem Motto: ,Wir haben ihn gewonnen und ihr nicht.‘“

Luke Littler und Luke Humphries wollen beim World Cup of Darts 2026 die Enttäuschung des Vorjahres vergessen machen und England zum Titel führen
Zweifel an englischer Dominanz bleiben bestehen
Bemerkenswert sei laut Nicholson zudem, dass sich die öffentliche Diskussion vor dem Turnier längst nicht ausschließlich um England drehe. „Die Erzählung in Richtung dieses Turniers handelt eigentlich nicht einmal von ihnen“, sagte er. „Es geht um Wales, das nicht in Bestbesetzung antritt, und um andere Nationen, die vielleicht sehr weit kommen können.“
Gerade deshalb sieht der Analyst weiterhin Skepsis gegenüber der englischen Paarung. „Zwölf Monate später gibt es immer noch Leute, die nicht überzeugt sind, dass Luke und Luke ein Duo sind, das dieses Turnier dominieren wird.“
Auch Kommentator Chris Murphy rechnet allerdings mit einem deutlich stärkeren Auftritt der Engländer als noch vor einem Jahr. Seiner Ansicht nach haben Littler und Humphries die Lehren aus dem enttäuschenden Turnier 2025 gezogen.
„Littler hat selbst zugegeben, dass sie letztes Jahr keine echte Verbindung auf der Bühne hatten“, erklärte Murphy. „Aber ich denke, sie haben daraus gelernt. Sie sprechen jetzt schon darüber und arbeiten im Grunde bereits vor dem Turnier daran, wirklich ein Team zu werden. Das zeigt, dass sie diese Erfahrung mitgenommen haben.“
Daher erwartet Murphy nicht, dass England erneut frühzeitig die Segel streichen muss. „Ich sehe sie dieses Mal nicht früh rausgehen“, sagte der Kommentator. „Ich glaube nicht, dass sie wieder so ein frühes Aus erleben.“
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Nachteil für die Topgesetzten?
Trotzdem erkennt Murphy einen möglichen Nachteil für die vier gesetzten Nationen. England gehört gemeinsam mit den Niederlanden, Nordirland und Schottland zu den Teams, die dank ihrer Setzung direkt für das Achtelfinale qualifiziert sind. „Ich glaube nicht, dass das Überspringen der zwei Gruppenspiele den gesetzten Nationen wirklich hilft“, sagte Murphy.
Die vier Topnationen wurden anhand der kombinierten Weltranglistenpositionen ihrer jeweiligen Spieler ermittelt und steigen erst in der K.o.-Phase in das Turnier ein.
Die übrigen 36 Nationen werden zunächst in zwölf Dreiergruppen aufgeteilt. Die jeweiligen Gruppensieger qualifizieren sich für das Achtelfinale und treffen dort auf die gesetzten Favoriten, die dann erstmals ins Turniergeschehen eingreifen.

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026












