„Wenn Michael sich nächstes Jahr abmeldet, habe ich nicht gut genug gespielt“: Van Veen spricht offen über den Druck an van Gerwens Seite
PDC
Für Gian van Veen ist die Teilnahme am World Cup of Darts 2026 weit mehr als nur das nächste Kapitel seiner noch jungen Karriere. Beim Nationenturnier in Frankfurt wird die aktuelle Nummer drei der Weltrangliste erstmals gemeinsam mit Michael van Gerwen für die Niederlande antreten. Das Ziel ist klar: der erste niederländische Titelgewinn seit 2018. Gleichzeitig weiß van Veen um die hohen Erwartungen, die mit dem Comeback von van Gerwen bei diesem Wettbewerb verbunden sind.
Der dreifache Weltmeister hatte den World Cup of Darts in den vergangenen vier Jahren schließlich nur ein einziges Mal gespielt. Dreimal verzichtete „Mighty Mike“ bewusst auf eine Teilnahme, um seinen Turnierkalender besser zu steuern. Als er 2024 zurückkehrte, endete das Abenteuer zudem überraschend früh mit einer Niederlage in der zweiten Runde.
Andere Dynamik neben van Gerwen
In diesem Jahr geht Van Gerwen gemeinsam mit van Veen an den Start, der ihn inzwischen sogar in der Weltrangliste überholt hat. Damit reist Van Veen offiziell als bestplatzierter Niederländer nach Frankfurt – eine Tatsache, der er selbst allerdings keine allzu große Bedeutung beimisst.

Gian van Veen bildet beim World Cup of Darts 2026 erstmals gemeinsam mit Michael van Gerwen das niederländische Team
„In der Rangliste vielleicht, als Person nicht“, erklärte van Veen. „Es ist ein Turnier, das ich im vergangenen Jahr mit Danny Noppert gespielt habe, und ich habe jedes Leg und jedes Match auf dieser Bühne genossen. Ich freue mich riesig darauf, wieder dort zu spielen.“
Weiterlesen
Bei seinem Debüt im vergangenen Jahr hinterließ van Veen direkt Eindruck. Gemeinsam mit Danny Noppert stürmte er bis ins Halbfinale und sammelte wertvolle Erfahrungen im besonderen Doppel-Format des World Cups.
Dennoch rechnet der Niederländer damit, dass die Zusammenarbeit mit van Gerwen eine völlig andere Dynamik mit sich bringen wird. „Dieses Jahr wird es mit Michael natürlich ganz anders. Danny und ich kennen unser Spiel in- und auswendig und kennen uns extrem gut“, sagte van Veen. „Mit Michael wird das anders sein, aber ich denke trotzdem, dass wir auf der Bühne gut harmonieren. Ich glaube, wir werden es sehr gut machen und hoffentlich halten wir am Sonntagabend diese Trophäe in unseren Händen.“
Nach Aussage van Veens spielte auch die Neugier seines Teamkollegen eine wichtige Rolle bei dessen Entscheidung zur Rückkehr. Van Gerwen habe selbst herausfinden wollen, wie sich ein gemeinsamer Auftritt mit dem aufstrebenden Niederländer anfühlt, der in den vergangenen anderthalb Jahren einen bemerkenswerten Entwicklungssprung gemacht hat.
„Wenn Michael keine Lust gehabt hätte, hätte er sich problemlos abmelden können – das hat er in den vergangenen Jahren schließlich auch gemacht“, erklärte van Veen. „Er sagte zu mir: ,Ich weiß nicht, wie es ist, mit dir zusammenzuspielen, also möchte ich das gerne ausprobieren.‘“
Weiterlesen
Van Veen spürt Druck mit Blick auf die Zukunft
Darüber hinaus machte van Gerwen seinem Teamkollegen deutlich, wie sehr er sich auf das gemeinsame Projekt in Frankfurt freut. „Er hat mir heute auch gesagt, dass er sich wirklich darauf freut“, berichtete van Veen.
Trotz aller Vorfreude ist dem Niederländer bewusst, dass die Leistungen beim diesjährigen World Cup möglicherweise Auswirkungen auf die Zukunft des Duos haben könnten. „Hoffentlich wird das nächste Wochenende großartig“, sagte er. „Aber ich weiß auch: Wenn Michael und ich nächstes Jahr wieder zusammenspielen dürften und er sich dann abmeldet, bedeutet das wahrscheinlich, dass ich an diesem Wochenende nicht gut genug gespielt habe.“
Van Veen setzt die Messlatte damit schon vor dem ersten Wurf hoch – sowohl für sich selbst als auch für das niederländische Team. „Es wird also durchaus etwas Druck geben“, sagte er abschließend. „Aber vor allem werde ich es genießen und hoffentlich wird es ein wunderschönes Wochenende.“

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
Klatscht 0Besucher 0
Gerade In
Beliebte Nachrichten
Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026











