„Budapest weckt großartige Erinnerungen bei mir“ – Joe Cullen träumt von neuem Triumph in der ungarischen Hauptstadt
PDC
Joe Cullen hat sich am Freitagabend für die zweite Runde der Hungarian Darts Trophy in Budapest qualifiziert. Der Engländer tat sich nach einer fünfwöchigen Pause bei seiner Rückkehr auf die Profi-Tour schwer, setzte gegen Adam Hunt aber in den entscheidenden Momenten die Nadelstiche. Cullen war nach dem Match vor allem erleichtert, den Sieg über die Ziellinie gebracht zu haben, und blickt nun mit Zuversicht auf den weiteren Turnierverlauf.
Cullens Comeback auf der Pro Tour verlief zu Wochenbeginn alles andere als reibungslos. Nach fünf Wochen ohne Wettkampf brauchte der frühere UK Open-Finalist offensichtlich Zeit, um wieder in seinen Rhythmus zu finden. Vor allem auf die Doppel ließ er Chancen liegen, weshalb er sich nach eigener Aussage deutlich an das Matchtempo gewöhnen musste.
„Absolut. Ich bin definitiv zufrieden damit, wie ich meine Kampagne begonnen habe“, sagte Cullen nach seinem Auftaktsieg bei der Hungarian Darts Trophy. „Die ersten paar Pro Tours in dieser Woche waren nach fünf Wochen ohne Spiel ziemlich rostig. Meine Doppel waren schrecklich. Ich konnte wirklich gar nichts checken.“
Gegen Adam Hunt fing sich Cullen jedoch rechtzeitig. Der Engländer spielte noch nicht auf seinem Topniveau, war in den wichtigen Momenten aber scharf genug, um die Partie auf seine Seite zu ziehen. So verhinderte er, dass seine Rückkehr auf die European Tour schon nach einem Match endete. „Aber ich habe heute Abend gegen Adam gut abgeschlossen“, so Cullen. „Das war wichtig.“
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Besonderer Anstrich
Das Duell hatte zudem einen besonderen Anstrich. Hunt gab in Budapest sein Debüt auf der European Tour und traf dabei direkt auf einen Spieler, den er sehr gut kennt. Cullen und Hunt sind auf der Pro Tour regelmäßig gemeinsam unterwegs, und Hunt gehört inzwischen zu der Gruppe, mit der Cullen und einige andere Spieler zusammen reisen und trainieren.
„Wir haben Adam ein bisschen unter unsere Fittiche genommen“, erklärte Cullen. „Er gehört zu unserem Tisch auf der Pro Tour. Er ist ein guter Junge, und das ist auch sein Debüt. Es ist also schon ironisch, dass er gleich zu Beginn gegen einen der Jungs spielt, mit denen er so viel Zeit verbringt.“
Für Cullen selbst geht es bei diesem Turnier vor allem darum, seinen Status auf der European Tour wiederherzustellen. Der Engländer war jahrelang ein Stammgast in den späten Phasen der europäischen Events. In seiner besten Phase war er regelmäßig für einen Platz im Viertelfinale gut und damit ein gefährlicher Außenseiter für den Titel.
In den vergangenen zwei Saisons hat sich dieses Bild jedoch gewandelt. In diesem Zeitraum erreichte Cullen nur zweimal das Achtelfinale eines European Tour-Turniers. Das ist ein deutlicher Kontrast zu seinen früheren Resultaten. Der Engländer erkennt daher an, dass besonders in der zweiten Runde ein wichtiger Schritt erfolgen muss.
„Sicher“, antwortete Cullen auf die Frage, ob dort für ihn das größte Verbesserungspotenzial liege. „Es ist eigentlich das Gegenteil von früher, als ich mich auf der European Tour pudelwohl gefühlt habe.“

Joe Cullen hat sich für die zweite Runde der Hungarian Darts Trophy qualifiziert
Cullen erinnert sich gut an die Phase, in der er nahezu jedes europäische Turnier tief erreichte. „Ich glaube, dass ich in einer bestimmten Periode fast bei jedem Turnier das Viertelfinale erreicht habe“, sagte er. „Aber Dinge ändern sich. Form kommt und geht. Das gilt für jeden Spieler.“
Diese Schwankungen sind laut Cullen dem Profidarts immanent. Selbst Spieler, die jahrelang auf konstant hohem Niveau agieren, können Phasen erleben, in denen die Ergebnisse hinterherhinken. Der Engländer will sich daher nicht zu sehr an den schwächeren Resultaten der vergangenen Jahre aufhängen. Wichtiger ist für ihn, wieder Spaß am Spiel zu haben und Vertrauen aufzubauen.
Besondere Verbindung zu Budapest
Dieses Vertrauen scheint er in Budapest jedenfalls wieder zu spüren. Cullen hat eine besondere Verbindung zur ungarischen Hauptstadt und spielt dort nach eigenem Bekunden sehr gerne. Die Atmosphäre auf der European Tour sagt ihm enorm zu, und das enthusiastische ungarische Publikum gibt ihm nach eigener Aussage zusätzliche Motivation. „Ich hatte es auf der European Tour schwer, aber ich spiele unglaublich gerne in Budapest“, sagte Cullen. „Ich liebe es, auf der European Tour zu spielen.“
Vor allem die Stimmung in der Halle beeindruckt den Engländer. Die European Tour ist bekannt für ihre leidenschaftlichen Fans, die während der Matches für eine einzigartige Atmosphäre sorgen. Cullen genießt diesen Aspekt des Circuits sichtlich. „Es sind solche Publika, die dafür sorgen, dass du immer mehr willst“, sagte er. „Sie sorgen dafür, dass du immer wieder spielen möchtest.“
Budapest weckt bei Cullen zudem gute Erinnerungen. Der Engländer hat in der ungarischen Hauptstadt bereits einmal einen Titel gewonnen. Das geschah zwar nicht in der Halle, in der er am Freitagabend sein erstes Match bestritt, doch die Stadt hat für ihn eine besondere Bedeutung. „Ich habe hier auch schon einmal gewonnen“, bestätigte Cullen. „Nicht in dieser Halle, aber Budapest steht für großartige Erinnerungen.“
Diese Vergangenheit gibt ihm zusätzliches Vertrauen für die kommenden Partien. Cullen weiß, dass er besser spielen muss, wenn er tatsächlich erneut um den Titel mitreden will. Gleichzeitig hat er bewiesen, dass er unter schwierigen Umständen ein Match gewinnen kann. Nach fünf Wochen ohne Spiele und einem holprigen Start war vor allem Letzteres wichtig.
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Kein Mangel an Ambition
Der Engländer hat zudem keinen Mangel an Ambition. Trotz seiner schwächeren Phase ist er überzeugt, weiterhin in der Lage zu sein, große Turniere zu gewinnen. Er verfügt über reichlich Erfahrung auf Topniveau und weiß zudem, wie es sich anfühlt, wichtige Matches unter Druck zu entscheiden. „Warum sollte ich es nicht noch einmal gewinnen können?“, fragte sich Cullen.
Diese Aussage zeigt, dass der Engländer seine Ansprüche nicht zurückgeschraubt hat. Seine Ergebnisse auf der European Tour mögen in den vergangenen Saisons schwächer gewesen sein, doch Cullen glaubt weiter daran, ein Turnier wieder komplett kontrollieren zu können.
Der Sieg über Hunt ist dabei nur der erste Schritt. In Runde zwei wartet ein neuer Test, und Cullen muss sein Niveau weiter anheben. Seine Doppel müssen sitzen, auch seine Scores können nach oben. Gleichzeitig hat er jetzt das Wichtigste: einen Sieg und ein weiteres Match, an dem er sich festhalten kann. „Warum nicht?“, klang es selbstbewusst.

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










