„Gegen Wessel Nijman muss es deutlich besser werden“ – Dave Chisnall weiß, dass ihn eine Höllenaufgabe erwartet
PDC
Dave Chisnall hat sich am Freitagabend mit Mühe für die zweite Runde der Hungarian Darts Trophy in Budapest qualifiziert. Der Engländer musste gegen den ungarischen Qualifier András Borbély tief gehen und entkam einem frühen deutlichen Rückstand. Am Ende kam Chisnall mit einem Schrecken davon, weiß aber, dass sein Niveau steigen muss, wenn er am Samstag erneut um den Titel mitspielen will.
Die Partie begann ganz und gar nicht nach Chisnalls Geschmack. Borbély, der sich dank einer starken Qualifikation einen Platz im Hauptfeld der Hungarian Darts Trophy gesichert hatte, nutzte die Unterstützung des ungarischen Publikums optimal. Der Lokalmatador startete furios und hatte sogar eine große Chance, mit 3:0 in legs in Führung zu gehen.
Borbély verpasste jedoch einen Pfeil auf die Doppel-12 zum 3:0. Chisnall schlug sofort zurück und checkte 136. Dieses Finish erwies sich als Schlüsselmoment der Partie und gab dem Engländer die Möglichkeit zur Rückkehr. „Wenn ich da 0:3 hintenliege, wird es sehr schwer“, räumte Chisnall anschließend ein. „Eigentlich war es ohnehin schon hart. Er hat stark gescort und auch die Doppel gut getroffen.“
Chisnall hatte dem Spiel seines ungarischen Gegners zunächst wenig entgegenzusetzen. Borbély erhöhte den Druck und schien lange nahe an einer riesigen Überraschung. Für Chisnall war klar, dass ein Rückstand von drei legs nahezu fatal gewesen wäre. „Vielleicht komme ich dann noch ein bisschen zurück, aber das reicht nicht. So gewinnst du keine Turniere.“
Der erfahrene Engländer war folglich alles andere als zufrieden mit seinem Auftritt. Am Ende blieb jedoch eine wichtige Erkenntnis: Er hat gewonnen. In einem Turnier, in dem jedes Match eine neue Prüfung ist, kann ein mühsamer Erfolg genauso wertvoll sein wie ein souveräner Sieg. „Es war ein Kampf, aber ich bin durchgekommen. Das ist das Wichtigste“, so Chisnall.
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Schwierige Bedingungen
Die Rahmenbedingungen machten es dem Engländer zusätzlich nicht leichter. Borbély ist einer der Spieler aus dem Gastgeberland und konnte mit voller Rückendeckung der Fans rechnen. Bei nahezu jedem guten Moment des ungarischen Qualifiers stand die Halle komplett hinter ihm. Für den Gegner ist das eine heikle Situation, besonders wenn das eigene Spiel nicht rund läuft.
Chisnall verfügt jedoch über reichlich Erfahrung mit solchen Atmosphären. Der ehemalige Premier League-Spieler ist seit rund sechzehn Jahren in der Weltspitze unterwegs und weiß, wie er mit einer feindseligen oder klar gegen ihn gerichteten Stimmung umgeht. „Ich kann damit eigentlich gut umgehen, aber es ist schwer“, gab Chisnall zu. „Sie unterstützen natürlich ihren eigenen Spieler.“
Dem Engländer ist bewusst, dass ein einziges verpasstes Doppel den gesamten Spielverlauf hätte kippen können. Vor allem die erwähnte Chance zum 3:0 war entscheidend. „Wenn er die Doppel-12 trifft, wird es deutlich schwieriger“, sagte Chisnall. „Aber zum Glück für mich habe ich die 136 geholt.“
Ab diesem Moment stabilisierte sich Chisnall etwas. Sein Spiel wurde besser und er fand langsam ein Stück Form zurück. Die Spannung blieb jedoch über die gesamte Partie spürbar. Chisnall räumte ein, dass er auf der Bühne ziemlich verkrampft war. „Am Ende habe ich ein bisschen Form gefunden, aber ich stand hier so unter Spannung“, sagte er. „Vielleicht lag das auch am Publikum, aber daran bin ich gewöhnt. Ich mache das inzwischen seit sechzehn Jahren?“

Dave Chisnall hat sich für die zweite Runde der Hungarian Darts Trophy qualifiziert
Genau diese Erfahrung soll Chisnall helfen, am Samstag besser aufzutreten. Er weiß, dass seine Leistung gegen Borbély nicht reicht, um im Turnier weit zu kommen. Ein neuer Gegner und ein neues Match bieten jedoch sofort die Chance, das zu korrigieren. „Morgen muss ich besser sein, und das werde ich auch“, versprach Chisnall.
Duell mit Nijman
Der nächste Gegner ist zudem alles andere als leicht. Chisnall trifft am Samstag auf Wessel Nijman, einen der derzeit formstärksten Spieler. Der Niederländer hat in den vergangenen Monaten mit starken Resultaten überzeugt und gehört aktuell zu den meistgefürchteten Gegnern auf der Pro Tour.
Für Chisnall ist er obendrein ein besonders kniffliger Kontrahent. Die beiden standen sich bereits viermal gegenüber, und jedes Mal hatte Nijman das bessere Ende für sich. Chisnall hat gegen den Niederländer also noch keinen Sieg geholt.
Dennoch will sich der Engländer nicht im Vorfeld geschlagen geben. Aus seiner Sicht sagt die Vergangenheit wenig darüber aus, was morgen auf der Bühne passiert. „Wie du sagst, er hat mich viermal geschlagen“, bestätigte Chisnall. „Aber jeder Tag ist anders.“
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Chisnall weiß, dass er gegen Nijman ein deutlich höheres Niveau abrufen muss. Wo sein Spiel gegen Borbély nur phasenweise überzeugte, muss er gegen einen Spieler in Nijmans Form ab dem ersten Pfeil hellwach sein.
Der Engländer sieht jedoch Chancen. Darts bleibt für ihn ein Sport, in dem ein Match komplett kippen kann, sobald ein Spieler sein Niveau findet. „Morgen kann ich einfach 180, 180, 140, 140 werfen und ihn schlagen“, sagte Chisnall selbstbewusst.
Damit wollte er vor allem deutlich machen, dass die bisherigen direkten Duelle keine Garantie für die Zukunft sind. Ein gutes Match kann reichen, um eine Negativserie zu durchbrechen. Außerdem hat Chisnall bereits gezeigt, dass er in Budapest hervorragend performen kann.
Der Engländer hat in der ungarischen Hauptstadt nämlich schon einmal einen Titel geholt. Dieser Erfolg macht ihm Hoffnung, auch diesmal wieder weit in das Turnier vorzudringen. Die Bedingungen sind ihm vertraut, die Atmosphäre ist ihm nicht fremd.

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










