Corey Cadby erneut verurteilt: Ex-Juniorenweltmeister in Australien wegen schweren Wohnungseinbruchs schuldig gesprochen
PDC
Der ehemalige Juniorenweltmeister Corey Cadby ist in Australien wegen schweren Wohnungseinbruchs schuldig gesprochen worden. Der 30-jährige Australier musste sich in dieser Woche vor dem Obersten Gericht in Burnie im Bundesstaat Tasmanien verantworten.
Eine Jury befand Cadby für schuldig, gemeinsam mit zwei weiteren Personen in das Haus seines Onkels Dean Smart in Elizabeth Town eingebrochen zu sein. Darüber berichtete unter anderem The Sun. Bei dem nächtlichen Einbruch erlitt Smart eine Schädelfraktur, nachdem er in seinem Bett angegriffen worden war.
Für die schwere Körperverletzung selbst wurde Cadby jedoch freigesprochen. Die Geschworenen konnten nicht zweifelsfrei feststellen, dass der frühere Dartprofi den Schlag ausgeführt hatte. Während des Prozesses erklärten Cadbys Onkel und Tante, sie seien überzeugt gewesen, ihren Neffen während des Einbruchs anhand seiner Stimme und seiner Körperhaltung erkannt zu haben. Das Gericht sah diese Aussagen jedoch als nicht ausreichend an, um Cadby für den Angriff verantwortlich zu machen, der die schweren Verletzungen verursachte.
Vielversprechende Karriere entgleist
Sportlich galt Corey Cadby einst als eines der größten Talente im Dartsport. 2016 gewann er im englischen Minehead den Juniorenweltmeistertitel und sorgte damit international für Aufsehen. Wenige Jahre später gelang ihm auch der Durchbruch im Seniorenbereich der PDC. Im Alter von nur 21 Jahren bezwang er sogar die Darts-Legende Phil Taylor – ein Sieg, der ihm weltweit Anerkennung einbrachte. Bei seinem Debüt bei den UK Open 2018 erreichte Cadby auf Anhieb das Finale, das er gegen Gary Anderson verlor.
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Sein rascher Aufstieg ging jedoch mit zunehmenden Problemen abseits des Boards einher. Der Australier erhielt den Beinamen „Mario Balotelli des Darts“ – ein Vergleich, der weniger seine sportlichen Fähigkeiten als vielmehr sein ungestümes Verhalten neben der Bühne widerspiegelte. Wie der frühere Fußballstar fiel Cadby immer häufiger durch Schlagzeilen außerhalb des Sports auf als durch Ergebnisse am Oche.
Visaprobleme, Rückschläge und vergebene Chancen
Visaprobleme und mehrere gerichtliche Verurteilungen erschwerten Cadby zunehmend die Teilnahme an internationalen Turnieren in Europa. In der Folge geriet seine Karriere ins Stocken und verlor rasch an Fahrt. Zwar gelang ihm 2023 noch einmal ein kurzer sportlicher Neustart, als er sich über die Q-School eine PDC Tour Card zurückholte. Eine nachhaltige Rückkehr auf den regulären PDC Circuit blieb jedoch aus. Wenig später verlor er auch diese Tour Card wieder.
Bereits 2024 sprach Cadby offen über die persönlichen Probleme, die letztlich zu seinem sportlichen Absturz beitrugen. In einem Interview erklärte er: „Ich habe am Ende viele Leute enttäuscht, und dafür schäme ich mich sehr. Jeder Tag war hart, und das führte schließlich zum Alkohol. Ich war überhaupt nicht glücklich, eigentlich war ich jeden Tag deprimiert.“
Der Australier machte keinen Hehl daraus, wie tief ihn diese Phase getroffen hatte. „Ich hatte keine Lust mehr, aufzuwachen, und ehrlich gesagt hatte ich sogar Selbstmordgedanken“, sagte Cadby damals.
Ungewisse Zukunft nach erneuter Verurteilung
Die Verurteilung wegen schweren Wohnungseinbruchs stellt nun einen weiteren schweren Einschnitt dar für einen Spieler, der einst als künftiger Weltranglistenerster gehandelt wurde. Auch wenn Cadby für die Körperverletzung freigesprochen wurde, droht ihm für den Einbruch eine empfindliche Strafe. Über das genaue Strafmaß will das Gericht zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.
Für die Dartwelt bleibt der Fall eine schmerzhafte Erinnerung an eine außergewöhnliche Karriere, die mit großem Talent begann und in persönlichen wie rechtlichen Problemen mündete. Ob Corey Cadby jemals wieder den Weg zurück auf die höchste Bühne des Dartsports finden kann, erscheint nach dieser Verurteilung äußerst ungewiss.
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










