„Dann erstickst du die Kritik sofort im Keim“ – Van der Voort sieht bei Van Gerwen Fortschritte, erkennt aber noch ausreichend Verbesserungspotenzial

PDC
Montag, 16 Februar 2026 um 18:15
Michael van Gerwen (2)
Michael van Gerwen erlebte in der vergangenen Woche beim Players Championship 1 ein ermutigendes, zugleich aber frustrierendes Turnier. Der Niederländer erreichte das Halbfinale und zeigte phasenweise starkes Spiel, ließ laut Vincent van der Voort jedoch eine ausgezeichnete Chance auf den Turniersieg liegen.
Der Ex-Profi, der Van Gerwen aus nächster Nähe begleitete, erkennt jedoch klare Fortschritte im Spiel des dreifachen Weltmeisters. Van der Voort sprach im Podcast Darts Draait Door offen darüber, was er gesehen hat und wo es seiner Meinung nach noch besser werden muss.
Nach Ansicht von Van der Voort begann der Tag zäh, doch fand Van Gerwen nach einigen technischen und mentalen Anpassungen immer besser in sein Spiel. „Es war anfangs ein sehr schleppender Tag, aber nach der dritten Runde habe ich bei ihm ein paar kleine Anpassungen vorgenommen. Danach warf er wirklich sehr gut. Ich wusste, dass er von diesem Moment an konstant gut spielen würde, und ich dachte auch, dass er heute gewinnen könnte.”
Gerade deshalb ist die Enttäuschung groß, dass es am Ende nicht zum Turniersieg reichte. „Er hätte das heute wirklich gewinnen müssen. Schade, dass er das Halbfinale ein bisschen verpatzt hat, vor allem zu Beginn viele Chancen vergeben. Dann verlierst du am Ende mit 7:6, aber es gibt genug positive Aspekte.”
Die Verbesserung kam Van der Voort zufolge vor allem dadurch zustande, dass die Spannung aus Van Gerwens Spiel wich. Dadurch veränderte sich auch sein Wurf. „Er war am Anfang etwas angespannt und warf recht hart. Da war deutlich Druck drin. Wir haben für mehr Lockerheit gesorgt, sodass er sich wieder freier entfalten konnte. Dadurch wurde er auch technisch besser. Seine Pfeile steckten besser im Board und es wirkte geschmeidiger. Ab diesem Moment spielte er wirklich deutlich besser.”
Trotz des Fortschritts sieht Van der Voort noch einen klaren Schwerpunkt: das Ausmachen auf die Doppelfelder. Vor allem in wichtigen Phasen lässt Van Gerwen noch zu viel liegen. „Er verpasst zu Beginn dieses Matches gegen Wade viele Doppel. Er geht 1:0 in Führung, vergibt Darts zum 2:0 und danach Chancen, weiter davonzuziehen. So lässt du Wade im Match, und der nutzt seine Möglichkeiten. Wenn er drei Darts in der Hand auf ein Doppel hat, verpasst er noch zu viele. Da muss er wirklich besser werden.”

Deutlicher Aufwärtstrend erkennbar

Gleichzeitig betont Van der Voort, dass die Tendenz nach oben zeigt. Das Halbfinale bestätigt seiner Meinung nach, dass Van Gerwen auf dem richtigen Weg ist. „Wenn man sieht, was jetzt schon passiert, wieder ein Halbfinale, während er letztes Jahr kein Halbfinale erreicht hat, dann ist da definitiv eine steigende Linie drin.”
Auch im Spielbild erkennt er Fortschritte, wenngleich in entscheidenden Momenten noch die Kontrolle fehlt. „Es ist nicht mehr selbstverständlich. Wenn er in einem Leg in Führung geht, gibt er die manchmal wieder her. Das muss besser werden. Aber wenn er viel spielt und solche Spiele weiter gewinnt, kommt das von allein. Dafür ist er noch zu gut.”
Neben der sportlichen Bewertung blickt Van der Voort auch auf das große Ganze. Das Halbfinale bedeutet einen guten Start in Richtung Qualifikation für die Players Championship Finals, ein Turnier, das Van Gerwen im vergangenen Jahr verpasste.
„Du startest mit einem Halbfinale und das Ziel ist, die Qualifikation so schnell wie möglich sicherzustellen. Im Idealfall bist du um April oder Mai schon zu hundert Prozent durch. Dann kannst du den Herbst ruhiger angehen und zugleich die Kritik im Keim ersticken.”
Dieser Druck war in der vergangenen Saison groß, erinnert sich Van der Voort. „Letztes Jahr war es ab dem Sommer ein großes Thema: schafft er es oder nicht? Wenn du früh dran bist, erspart das viele Fragen und viel Druck.”
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