„Ich habe Ryan Joyce auseinandergenommen, das ist das Wichtigste“ – Chris Dobey setzt mit Players‑Championship‑Sieg ein klares Signal

PDC
Dienstag, 17 Februar 2026 um 8:30
Chris Dobey (2)
Mit einem überzeugenden Finalsieg beim dritten Players Championship des Jahres hat Chris Dobey gleich zu Beginn der neuen Saison ein kräftiges Ausrufezeichen gesetzt. Der Engländer spielte nach eigener Aussage „den ganzen Tag solide“ und krönte das mit dem Triumph im Endspiel. Es war erneut ein Beleg dafür, dass Dobey auf dem Floor weiterhin zur absoluten Spitze gehört – doch sein Hunger geht weiter. Er will mehr. Er will zurück auf die größte Bühne von allen.

„Sehr konstant gespielt“

Dobey strahlte nach seinem Sieg bei Players Championship 3 Zufriedenheit aus, blieb aber in seiner Einschätzung des Finals realistisch. „Ich fand, dass ich den ganzen Tag ziemlich konstant gespielt habe“, blickte er zurück. „Sobald ich meine Doppelfelder traf, lief es gut. In der Mitte des Finals habe ich es kurzzeitig aus der Hand gegeben. Wir haben beide Doppelfelder verpasst, das machte es zerfahren. Aber ich bin froh, dass ich es über die Ziellinie gebracht habe.“
In Endspielen geht es nicht nur um Averages, sondern um Timing und Kontrolle. Dobey zeigte, dass er gerade in den entscheidenden Phasen eiskalt blieb. Sein Gegner, Stephen Bunting, erreichte nicht sein gewohntes Niveau. „Stephen sagte vorher, dass er sich großartig fühle, aber manchmal hat man einfach Tage, an denen es nicht zusammenläuft“, so Dobey. „Zum Glück war das heute so, und ich stand auf der richtigen Seite des Ergebnisses.“
Chris Dobey in Aktion
Chris Dobey ist die aktuelle Nummer dreizehn der Welt

Ein Quäntchen Glück gehört dazu

Ein Turniersieg ohne enge Momente existiert nicht. Im Viertelfinale überstand Dobey nur knapp das Duell gegen Daryl Gurney. „Vielleicht hatte ich da ein bisschen Glück“, gab er ehrlich zu. „Aber das brauchst du, um solche Turniere zu gewinnen.“
Auf der ProTour, wo das Tempo hoch ist und die Matches Schlag auf Schlag kommen, entscheiden kleine Nuancen. Ein verpasster Matchdart oder eine unerwartete 180 kann zwischen Turnieraus und Titel entscheiden. Dobey weiß das so gut wie kaum ein anderer.
In den früheren Runden setzte er sich souverän gegen Ryan Joyce durch. Mit einem Augenzwinkern kommentierte er das Duell danach. „Ich habe Ryan auseinandergenommen, das ist das Wichtigste“, scherzte Dobey. „Nein, wir necken uns immer ein bisschen. Er sagt ständig, mein Finishing sei schwach. Ich musste wirklich kämpfen, weil ich diese Partie auf keinen Fall verlieren wollte.“ Diese freundschaftliche Rivalität scheint Dobey zusätzlich zu beflügeln. „Das Niveau den ganzen Tag über aufrechtzuerhalten und es dann im Finale so abzuschließen, fühlt sich einfach gut an.“
Mit diesem Erfolg steht Dobey nun bei insgesamt neun ProTour‑Titeln. Auffällig: Er verteidigte mit diesem Sieg auch Preisgeld auf der einjährigen Rankingliste. „Ich habe dieses Wochenende noch zu Chris Mason gesagt, dass ich hier eine große Aufgabe vor mir habe“, erzählte Dobey. „Und am ersten Tag habe ich sie gleich erledigt. Darüber freue ich mich wirklich.“ Ein Titel früh in der Saison ist Gold wert – nicht nur wegen des Preisgeldes, sondern vor allem wegen des Selbstvertrauens. Die Saison ist lang, mit zahlreichen Players Championships, Euro Tours und TV‑Turnieren. Ein starker Start kann den Ton für die kommenden Monate vorgeben.

Premier League‑Aus bleibt ein Wehwehchen

Trotz des Erfolgs wirft ein Schatten auf Dobeys Saison: seine Abwesenheit in der Premier League Darts. Letztes Jahr gehörte er noch zum prestigeträchtigen Teilnehmerfeld, in diesem Jahr blieb er außen vor. „Ich will da wieder rein“, sagte er entschlossen. „Letztes Jahr habe ich im Fernsehen einfach nicht genug gezeigt. Bei der WM war ich früh raus. Auf dem Floor habe ich mich großartig gefühlt und mich zu den Besten gezählt, aber man muss das eben auch im TV zeigen. Es reicht nicht, nur auf der ProTour gut zu spielen.“
Diese Analyse trifft den Kern. Dobey gehört seit mehreren Jahren zu den gefährlichsten Spielern auf der ProTour, doch bei den großen TV‑Events muss die Leistung konstanter sein. Die frühe Niederlage bei der WM – dem wichtigsten Turnier der Saison – hat ihm unter anderem seinen Premier‑League‑Platz gekostet. „Ich will wieder Woche für Woche zu den Besten gehören“, betonte er. „Dafür werde ich hart arbeiten.“

Volles Programm, volle Konzentration

Während einige Topspieler ihre Teilnahmen an den Players‑Championships selektiver gestalten, wählt Dobey in dieser Saison einen anderen Weg. „Letztes Jahr, als ich in der Premier League gespielt habe, habe ich einige Turniere ausgelassen. Man muss das Programm dann gut managen. Aber dieses Jahr mache ich alle mit. Ich bin wieder voll dabei.“
Durch viele Starts erhöht er seine Chancen auf Titel, Ranglistenpunkte und vor allem Spielrhythmus. „Wenn ich dieses Niveau halten kann, wer weiß, vielleicht stehe ich dann wieder ganz oben.“ Es ist eine klare Botschaft an die Konkurrenz – und an die PDC: Dobey ist noch lange nicht fertig. Ein früher Titel kann eine Art Schneeballeffekt auslösen. „Er gibt dir Momentum für den Rest des Jahres“, erklärte Dobey. „Es ist immer gut, die Saison stark zu beginnen. Das habe ich in den letzten Jahren auch getan. Jetzt muss ich mit beiden Beinen auf dem Gas bleiben, weiter hart trainieren und hoffentlich noch viel mehr zeigen als heute.“

Auf zu Players Championship 4

Lange Zeit zum Feiern bleibt nicht. Der Players‑Championship‑Zyklus läuft weiter, und in Wigan steht heute bereits das nächste Turnier auf dem Programm. „Hundert Prozent“, antwortete Dobey klar auf die Frage, ob er erneut dabei sein wird. „Ich spiele sie alle.“
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