Für die belgischen Vertreter verlief das Heimturnier bei den
Belgian Darts Open 2026 in Wieze insgesamt erfolgreich. Kim Huybrechts erreichte das Achtelfinale, Andy Baetens spielte sich sogar bis ins Viertelfinale und sorgte damit für große Begeisterung beim Publikum. Für die belgische Nummer eins
Mike De Decker hingegen endete das Wochenende früh und enttäuschend mit einem Aus bereits in der ersten Runde.
Besonders bitter: „The Real Deal“ hatte im Vorjahr noch das Finale erreicht. In diesem Jahr traf er zum Auftakt auf den formstarken Niels Zonneveld, der später bis ins Halbfinale einzog. Dabei lag De Decker zwischenzeitlich bereits mit 5:3 in Führung, konnte den Vorsprung jedoch nicht ins Ziel bringen und verlor noch mit 5:6. Vor heimischem Publikum bedeutete das eine schmerzhafte Niederlage.
„Ja, es ist scheiße, eh“
Trotz der Enttäuschung stellte sich De Decker nach der Partie der belgischen Presse und sprach offen über seine Gefühlslage. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er sich aktuell in einem Prozess befindet, um wieder konstanter auf sein Topniveau zu kommen. „Ja, es ist scheiße, eh“, sagte er im Gespräch mit
Het Nieuwsblad. „Du führst 5:3, hast das Match in der Hand und gibst es dann noch her. Ja, dumm. Ich habe nicht einmal einen Matchdart bekommen“, haderte De Decker nach der Partie.
Mike De Decker verpasste bei den Belgian Darts Open trotz zwischenzeitlicher 5:3-Führung den Einzug in die nächste Runde und muss nun zurück in die European Tour Qualifiers
„Ich komme zweimal auf 32, aber jeweils eine Aufnahme zu spät. Sonst bekomme ich eine Chance. Gerade das Leg bei 5:4, da starte ich mit 180, dann 57 und 44... Ja, das darf nicht sein, eh. Mann, Mann, Mann. Wenn ich da zweimal einfach 100 werfe, habe ich das Match zu. Ja, scheiße. Vielleicht kam Wieze einfach ein paar Wochen zu früh, aber gut“, sagte De Decker.
Auch im weiteren Verlauf betonte De Decker, dass er an seinem Comeback auf Topniveau arbeitet und dabei professionelle Unterstützung in Anspruch nimmt. „Du kannst nicht erwarten, dass es in 1, 2, 3 wieder das Niveau von 2024 ist“, erklärte er. „Ich trainiere ziemlich viel und habe mir auch professionelle Hilfe gesucht. Also, hoffentlich wird es bald besser und wir haben dieses Niveau schnell wieder“, so der Belgier weiter.
„Ich weiß, dass das dazugehört, dass es ein Prozess ist. Es ist nicht schön, hier zu verlieren, im eigenen Land. Aber wenn ich in zwei Wochen in München so verloren hätte, wäre es auch dumm gewesen. Ich bin nicht glücklich, natürlich nicht, aber ich verfalle jetzt nicht in Selbstmitleid. Diese Phasen hatte ich, und ich fokussiere mich auf meine harte Arbeit, dann kommt es schon“, zeigte sich De Decker kämpferisch.
Zurück in die Qualifikation
Die frühe Niederlage hatte für De Decker zudem direkte sportliche Konsequenzen. Durch das verpasste Preisgeld fehlen ihm 250 Pfund für die direkte Qualifikation zu den European-Tour-Turnieren in Sindelfingen und Graz. Damit muss er Anfang April erstmals seit längerer Zeit wieder den Umweg über die Tour Card Holder Qualifikationsturniere nehmen, um sich Startplätze zu sichern. Dort werden lediglich zehn Tickets vergeben – die Aufgabe wird also anspruchsvoll.
„Ich freue mich nicht wirklich darauf. Aber es gehört dazu. Das letzte Jahr war nicht gut genug und jetzt konnte ich nur ein Match gewinnen, also. Dann verdient man es nicht. Vielleicht geben mir diese Qualifiers einen Schub“, sagte De Decker abschließend.