DartsNews Podcast | „Warum lässt man sie nicht einfach spielen?“ – Mickey Mansells Irland-Wechsel sorgt vor dem World Cup weiter für Diskussionen
PDC
Mickey Mansell kehrt in dieser Woche beim World Cup of Darts 2026 in Frankfurt auf die große Bühne zurück – allerdings unter anderer Flagge. Sein Wechsel von Nordirland zur Republik Irland zählt zu den meistdiskutierten Themen im Vorfeld des diesjährigen Turniers.
Der Routinier, der den World Cup in der Vergangenheit für Nordirland bestritten hat, wird künftig für Irland an der Seite von William O’Connor antreten. Der Verbandswechsel hat eine grundlegende Debatte über Nationalität, Startberechtigung und die Frage ausgelöst, was in einem Nationenwettbewerb wie dem World Cup als fair angesehen werden sollte.
Mansell kehrt in neuen Farben auf die World-Cup-Bühne zurück
Der Wechsel hat zudem unmittelbare sportliche Auswirkungen. O’Connor erhält mit Mansell einen erfahrenen ehemaligen nordirischen Nationalspieler als Partner, während Keane Barry seinen Platz im irischen Team für Frankfurt verliert.

Mickey Mansell tritt beim World Cup of Darts 2026 erstmals für die Republik Irland an und sorgt damit für reichlich Gesprächsstoff.
In der jüngsten Ausgabe des DartsNews Podcasts diskutierten die Hosts Kieran Wood und Nicolas Gayer gemeinsam mit Gast Finlay Williams über Mansells Entscheidung, den dahinterstehenden Prozess und die grundsätzliche Frage, ob Spieler Länder vertreten sollten, die über ihre ursprüngliche nationale Zuordnung hinausgehen.
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Mansells Rückkehr zum World Cup bedeutet dabei weit mehr als nur einen neuen Name an O’Connors Seite. Der 51-Jährige stand bereits mehrfach für Nordirland auf der Bühne und erreichte 2014 gemeinsam mit Brendan Dolan das Halbfinale. Nun kehrt er als Teil des Teams der Republik Irland zum Turnier zurück.
Dadurch erhält das irische Duo ein anderes Profil als in den vergangenen Jahren. O’Connor bleibt die konstante Größe, während Mansell reichlich World-Cup-Erfahrung, Abgeklärtheit und letztlich auch die direkte Konsequenz mitbringt, dass Barry seinen Platz räumen musste.
Dass der Wechsel gerade vor dem World Cup für Gesprächsstoff sorgt, überrascht kaum. Kaum ein anderes PDC-Turnier stellt die nationale Identität derart in den Mittelpunkt. Zwar werden die Teams anhand der Rankings zusammengestellt, doch Flaggen, Partnerschaften und Startberechtigungen prägen regelmäßig die Diskussionen rund um das Event.
Williams machte im Podcast deutlich, dass Mansells Entscheidung nicht als kurzfristiger Schritt betrachtet werden sollte, der allein mit Blick auf das diesjährige Turnier getroffen wurde.
„Nach allem, was ich gehört habe, vor allem von meinem Aufenthalt bei der UK Open, haben Brendan Dolan und Mickey Mansell im Grunde die Flagge von Nordirland auf Irland gewechselt“, sagte Williams. „Und soweit ich weiß, mussten sie dafür praktisch einen fünfjährigen Prozess der Nationalitätsänderung durchlaufen. Das ist kein spontaner Einfall. Das begann vor fünf Jahren. Also haben Mickey und Brendan, während sie noch den World Cup spielten, beschlossen, zur irischen Flagge zu wechseln.“
Die besondere sportliche Identität Nordirlands macht die Diskussion zusätzlich komplex. Williams konzentrierte sich jedoch bewusst auf die Frage der Startberechtigung und weniger auf politische Aspekte.
„Ich weiß nicht, ob es eine gemeinsame Entscheidung war oder etwas anderes“, ergänzte er. „Aber meiner Meinung nach: Wenn sie aus diesem Land stammen, lasst sie spielen.“
Breitere Nationalitätsdebatte begleitet den Darts-Tross nach Frankfurt
Mansell ist zwar der aktuellste Fall, aber keineswegs der einzige Spieler, dessen Nationalmannschaftszugehörigkeit nicht unmittelbar mit seinem Geburtsort übereinstimmt. Jeffrey de Graaf, geboren in den Niederlanden, tritt für Schweden an. Cor Dekker, ebenfalls in den Niederlanden geboren, spielt für Norwegen. Kevin Doets wiederum befindet sich in einer anderen Situation, da es bislang lediglich Spekulationen über einen möglichen Wechsel aufgrund seines Lebensmittelpunkts in Schweden gibt.
Gerade Doets’ Beispiel verdeutlicht zudem, wie schwierig der Weg in die World-Cup-Mannschaft einer Top-Nation inzwischen geworden ist. Trotz seines starken Durchbruchs im Jahr 2026 müsste er sich gegen Spieler wie Michael van Gerwen, Gian van Veen, Danny Noppert, Wessel Nijman, Jermaine Wattimena und Dirk van Duijvenbode behaupten.
Williams verwies in diesem Zusammenhang auch auf Andy Boulton, der nach vielen Jahren in Schottland und einer stärkeren persönlichen Verbundenheit mit dem Land von England nach Schottland wechselte.
„Und bei Kevin, Jeffrey, Cor oder wem auch immer ist es genau dasselbe“, sagte Williams. „Andy Boulton, den muss man erwähnen. Von England nach Schottland gewechselt, nicht wegen des World Cup, sondern weil er so lange in Schottland gelebt hat und sich schottischer als englisch fühlte.“
Der Fall Mansell ragt dennoch heraus, weil die Auswirkungen unmittelbar auf dem Meldebogen des World Cup 2026 sichtbar werden. Irland verfügt nun über einen ehemaligen nordirischen Nationalspieler an O’Connors Seite, während Barry nur die Zuschauerrolle bleibt.

Beim World Cup of Darts 2025 bildeten Keane Barry (l.) und William O’Connor (r.) noch das irische Team. In diesem Jahr übernimmt Mickey Mansell den Platz an O’Connors Seite.
„Warum sie nicht einfach spielen lassen?“
Williams blieb seiner Argumentation treu. Für ihn steht die Startberechtigung über dem Geburtsort.
„Wenn sie die Möglichkeit haben, dieses Land zu vertreten, wenn sie dafür startberechtigt sind, warum sie dann nicht einfach spielen lassen? Das ist meine Meinung dazu“, sagte Williams. „Und ich denke, Mickey wird in diesem Jahr ein großer Gewinn für das irische Spiel sein.“
Auch William O’Connor selbst scheint keinerlei Probleme mit der neuen Konstellation zu haben. Gayer berichtete von einem Gespräch mit dem Iren während eines European-Tour-Turniers in Graz.
„O’Connor hat uns in Graz ebenfalls gesagt, dass er damit völlig einverstanden ist“, erklärte Gayer. „Und selbst wenn Daryl und Josh sich entscheiden würden, beim nächsten World Cup für die Republik Irland zu spielen, würde er gern Platz für die zwei besten Dartspieler machen. Also ja, er war wirklich fein damit. Und ich denke, er hat dazu wahrscheinlich eine gewichtigere Meinung oder mehr zu sagen als jeder von uns.“
Auch Gayer selbst sieht den Wechsel unproblematisch, solange er innerhalb der bestehenden Regularien erfolgt.
„Wenn sie es auf einer korrekten Grundlage tun können, dann habe ich damit kein Problem“, sagte er. „Wenn sie es wollen, wenn sie diesen Schritt gehen möchten, habe ich absolut nichts dagegen.“
Wood brachte schließlich einen humorvollen Vergleich aus dem Fußball ins Spiel: „Ach, die Hälfte der walisischen Fußballmannschaft ist englisch, also kann ich wirklich nicht dagegen sein.“
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Irlands neues Duo hat mehr als nur eine Debatte im Gepäck
Sobald die ersten Darts in Frankfurt fliegen, dürfte die Diskussion über Mansells Flagge in den Hintergrund treten. Dann wird entscheidend sein, wie gut das neue irische Duo auf der Bühne harmoniert.
O’Connor trägt die Hoffnungen Irlands bei diesem Wettbewerb seit Jahren, während Mansell bereits bewiesen hat, dass er bei einem World Cup weit kommen kann. Gemeinsam könnten sie zu einem unangenehmen Gegner für viele Nationen werden.
Vor allem Mansells langsamer Rhythmus könnte dabei eine wichtige Rolle spielen. Williams ist überzeugt, dass genau dieser Faktor Irland gefährlich machen wird.
„Ich denke, Mickey wird in diesem Jahr ein großer Gewinn für Irland sein“, sagte Williams. „Er und William O’Connor sind in meinen Augen ein ziemlich gefährliches Duo, vor allem mit dem Tempo, das einige Gegner aus dem Tritt bringen könnte.“
Irland reist weder als großer Favorit wie England noch mit dem Status des Titelverteidigers wie Nordirland oder dem Druck des Gastgebers Deutschland nach Frankfurt. Die Geschichte des Teams ist eine andere: Ein vertrauter World-Cup-Spieler tritt in neuen Farben an, an seiner Seite ein erfahrener Partner – begleitet von einer Nationalitätsdebatte, die wohl erst verstummen wird, wenn die Pfeile fliegen.
Mansell war bereits Teil einer World-Cup-Geschichte. In Frankfurt erhält er nun die Gelegenheit, eine weitere zu schreiben.
Die aktuelle Folge des DartsNews Podcasts mit der vollständigen Diskussion zum Thema ist ab sofort verfügbar.

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026











