„Mein größter Albtraum wäre es, die Darts WM zu verpassen“ – Raymond van Barneveld spricht offen über seine schwierige Phase
PDC
Raymond van Barneveld hat im The Darts Show Podcast offen über die schwierige Phase gesprochen, in der sich seine Karriere derzeit befindet. Der fünffache Weltmeister gab zu, dass es sportlich nicht läuft und er vorerst weiter nach Antworten sucht, während er zugleich versucht, seine Laufbahn mit einem Umzug nach England und einem neuen Managementteam neu zu beleben.
„Im Moment läuft es einfach nicht gut und das sieht jeder“, sagte Van Barneveld ehrlich. „Ich kann nicht wirklich erklären, was genau los ist. Ich versuche es. Ich gebe mein Bestes. Jedes Mal, wenn ich zu Hause bin, stehe ich am Board und trainiere.“
Laut dem Niederländer fordert der straffe Reiseplan zunehmend seinen Tribut. Vor allem die frühen Starts bei Players Championship-Turnieren sind für den inzwischen 59-jährigen Dartspieler ein großes Problem.
„Das Reisen kostet unglaublich viel Energie“, so Van Barneveld. „Man ist schon um zehn Uhr morgens bei so einem Turnier. Und wenn man dann um halb zwei verliert, sitzt man wieder allein im Hotelzimmer und denkt nach: Was läuft falsch?“
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Umzug nach England soll neuen Impuls geben
Um diese Belastung zu reduzieren, hat Van Barneveld inzwischen eine große Entscheidung getroffen. Der Niederländer hat ein Zuhause in Milton Keynes bezogen, wodurch er näher am Herzen des PDC-Zirkus wohnt.
„Ich habe die Schlüssel zu meinem Haus in Milton Keynes bekommen“, erzählte er stolz. „Das wird mir in Sachen Reisen enorm viel Energie sparen.“
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Zudem arbeitet Van Barneveld künftig mit einem neuen Managementteam in England zusammen. Der ehemalige Weltmeister hofft, dass dieser Schritt ihm nicht nur sportlich, sondern auch geschäftlich neue Möglichkeiten eröffnet.
„Ich denke, in England zu leben ist besser für mich, weil ich dort mehr Dinge machen kann wie Showturniere und andere Tätigkeiten“, sagte er. „Es ist ein riesiger Schritt, in England zu wohnen, aber ich freue mich wirklich darauf.“
Aufgeben ist für Van Barneveld trotz seiner enttäuschenden Ergebnisse der vergangenen Monate vorerst keine Option. „Ich gebe noch nicht auf. Noch nicht“, betonte er. „Auch wegen Sponsorenverträgen, die noch ein Jahr laufen. Aber ehrlich gesagt: Es ist hart.“

Raymond van Barneveld hat es sportlich derzeit schwer
Diabetes bleibt ein großes Problem
Van Barneveld gab zudem einen seltenen Einblick in die körperlichen Probleme, mit denen er weiterhin zu kämpfen hat. Besonders bei Floor-Turnieren spürt er die Folgen seiner Diabetes immer stärker.
„Ich will nicht ständig über Diabetes reden, aber es ist immer noch da“, sagte er. „Ich habe Probleme, mich zu konzentrieren. Manchmal sehe ich verschwommen und ich habe oft kalte Hände, vor allem morgens. Dann ist Fokussieren einfach sehr schwierig.“
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Gerade auf der Pro Tour spürt er dadurch, wie hoch das Niveau inzwischen ist. „In meinen ersten Jahren bei der PDC war es vielleicht etwas leichter“, sagte Van Barneveld. „Damals traf man manchmal erst im Viertelfinale auf einen Topspieler. Aber jetzt fühlt sich jede Runde für mich wie ein Finale an.“
Die aktuelle Ranglistenposition macht die Lage zudem besonders heikel. Van Barneveld fehlt in diesem Jahr bei mehreren großen TV-Turnieren. „Ich bin nicht beim World Matchplay dabei, nicht beim World Grand Prix und auch nicht bei der European Championship“, erklärte er. „Also musst du weiter Ranglistenpunkte sammeln. Sonst rutschst du immer weiter ab.“
Seine größte Angst? Das Verpassen der WM. „Das größte Albtraum-Szenario ist natürlich, dass ich mich nicht für die WM qualifiziere.“
Kurze Auszeit soll neue Energie bringen
Dennoch glaubt Van Barneveld weiterhin, dass er auf sein Niveau zurückkehren kann. Der Niederländer will in der nächsten Zeit etwas vom Gas gehen, um mental und körperlich neue Energie zu tanken. „Manchmal können ein oder zwei Wochen Pause dir schon einen enormen Schub geben“, sagte er. „Dann nimmst du deine Darts wieder in die Hand und versuchst, erneut aufzubauen.“
Auf der Pro Tour bleibt er vorerst aktiv, allerdings wird er weniger Euro Tours spielen, da er aus den automatischen Startplätzen herausgefallen ist. „Letzte Woche hatte ich eine fantastische Zeit mit meiner Familie in Disneyland“, sagte Van Barneveld. „Dadurch habe ich zwar zwei Qualifikationsturniere für die European Tour verpasst, aber das ist dann eben so.“
Auch sein Material bleibt ständiges Experimentierfeld. Van Barneveld erhält dabei volle Unterstützung von Sponsor Target. „Ich habe die besten Sponsoren der Welt“, so Barney. „Target macht wirklich alles für mich. Wir passen Dinge kontinuierlich an und probieren, bis es sich gut anfühlt. Das muss auch so sein, denn bei den aktuellen Averages muss alles perfekt sein.“
Die Erinnerungen, die bleiben
Trotz der schwierigen Phase blickt Van Barneveld weiterhin mit großem Stolz auf seine beeindruckende Karriere zurück. Als er nach seinen schönsten Erinnerungen aus zwanzig Jahren PDC gefragt wurde, musste er nicht lange überlegen.
Der erste Premier-League-Abend in Blackburn steht weit oben auf seiner Liste. „Das war so ein gigantischer Unterschied zu den Matches, die ich bei der BDO gespielt habe“, sagte er. „Ich dachte wirklich: Das ist es, was du willst. Fans, die hinter dir stehen, und die ganze Halle, die ‚Barney Army‘ schreit.“
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Auch seine 9-Darter zählen selbstverständlich zu seinen absoluten Höhepunkten. „Wenn das Publikum dann komplett ausrastet, das vergisst man nie.“ Zudem bleiben die Abende in Rotterdam für den Hagener ein emotionaler Moment. „Diese komplett orange Halle macht mir noch immer Gänsehaut“, sagte Van Barneveld. „Während des Spiels fokussierst du nur auf das Match und nimmst es kaum wahr. Aber wenn du dir später die Bilder auf YouTube ansiehst, denkst du wirklich: Was ist hier eigentlich passiert? Dass ich ein Teil davon sein durfte, macht mich enorm stolz.“
Doch über allem bleibt ein Match sein absolutes Highlight: das legendäre WM-Finale gegen Phil Taylor 2007. „Dieses Finale gegen Phil bleibt natürlich die Nummer eins“, sagte Van Barneveld. „Mit 0:3 zurückliegen und dann noch mit 7:6 gewinnen in so einem epischen Match. Das war mein erstes Jahr bei der PDC. Ab diesem Moment änderte sich alles.“

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026













