Luke Littler hat am Dienstagabend erneut seine außergewöhnliche Klasse unter Beweis gestellt, indem er in Riad die Premiere der
Saudi Arabia Darts Masters gewann. Der amtierende Weltmeister setzte sich im Finale mit 8:5 gegen Michael van Gerwen durch und schrieb damit Geschichte als erster Sieger eines World Series of Darts-Turniers in Saudi-Arabien.
Im Global Theater von Riad untermauerte Littler einmal mehr, warum er als das Gesicht des modernen Darts gilt. Mit einem Average von knapp unter 105 Punkten pro Aufnahme ließ er Van Gerwen keine Chance auf einen zweiten World Series-Titel in Folge im Nahen Osten. Für Littler bedeutete der Triumph nicht nur eine weitere Trophäe, sondern auch seinen fünften World Series-Titel in einer ohnehin schon beeindruckenden Sammlung.
Historische Premiere in Saudi-Arabien
Die
Saudi Arabia Darts Masters waren in diesem Jahr erstmals Teil der World Series of Darts. Dass ausgerechnet Littler sich zum ersten Champion krönte, fügt sich nahtlos in die steile Karriere des englischen Teenagers, der in kurzer Zeit zu einem der größten Stars der Sportart aufgestiegen ist.
„Hier in Saudi-Arabien der erste Sieger zu sein, bedeutet mir unglaublich viel“, erklärte Littler anschließend. „Wir sind alle mit dem gleichen Ziel hergekommen: Geschichte schreiben. Dass ich derjenige bin, der das schaffen durfte, macht mich enorm stolz.“
Auf dem Weg ins Finale bezwang Littler zunächst Gian van Veen und anschließend Gerwyn Price. Vor allem sein Halbfinale gegen Price war hochklassig, mit konstantem Scoring-Tempo und beeindruckender Doppelquote.
Starke Antwort nach Enttäuschung in Bahrain
Der Sieg in Riad folgte nur wenige Tage nach einem Rückschlag in Bahrain, wo Littler in der vergangenen Woche im Viertelfinale an Gerwyn Price scheiterte. Im Nachgang äußerte er sich dazu ungewöhnlich offen.
„Letzte Woche in Bahrain lief es nicht so, wie ich gehofft hatte“, gab Littler zu. „Ich konnte nicht viel trainieren, und das sieht man dann sofort am Ergebnis. Dieses Mal konnte ich aber gut üben, und das hat sich ausgezahlt.“
Diese Selbstreflexion unterstreicht Littlers Reife, der trotz seines jungen Alters bereits bemerkenswert professionell mit Höhen und Tiefen umgeht. In Riad wirkte er scharf, fokussiert und entschlossen — Eigenschaften, die sein Spiel inzwischen prägen.
Luke Littler gewann die Saudi Arabia Darts Masters, indem er im Finale Michael van Gerwen mit 8:5 besiegte
Unerreichte Zahlen für einen Teenager
Mit dem Erfolg in Saudi-Arabien untermauert Littler seine beeindruckenden Statistiken weiter. Der Weltmeister gewann 31 seiner letzten 33 TV-Partien — eine Serie, die für einen Spieler, der erst seit gut zwei Jahren im Proficircuit aktiv ist, kaum zu fassen ist.
Zu dieser Serie zählen unter anderem Triumphe beim World Grand Prix, Grand Slam of Darts, den Players Championship Finals, der WM und nun auch den
Saudi Arabia Darts Masters. Ein Palmarès, von dem viele etablierte Namen nur träumen können. „Je älter ich werde und je mehr Bühnenerfahrung ich sammle, desto besser werde ich“, so Littler. „Diese Erfahrung hilft enorm. Bei jedem Turnier lernst du dazu, und das nimmst du mit in das nächste Match.“
Obwohl er erst am Mittwoch 19 Jahre alt wurde, spricht Littler mit der Ruhe und dem Selbstvertrauen eines abgeklärten Champions. Hungrig bleibt er dennoch. „Hier hören wir nicht auf“, betonte er. „Das Ziel ist, noch besser zu werden.“
Dominanz in der World Series of Darts
Mit seinem Sieg in Riad hat Littler drei der letzten vier World Series-Turniere gewonnen. Damit unterstreicht er seine Dominanz in dieser prestigeträchtigen Serie, in der die besten Spieler der Welt auf internationalen Bühnen aufeinandertreffen.
Für die PDC ist Littler inzwischen ein absoluter Vorzeige-Botschafter: jung, charismatisch, erfolgreich und beliebt bei einem neuen Publikum. Seine Erfolge tragen zudem zur weltweiten Expansion des Darts bei, insbesondere in neuen Märkten wie dem Nahen Osten. „Es war das erste Mal, dass wir hier gespielt haben, und jeder wollte natürlich der erste Champion werden“, sagte Littler. „Ich hoffe, wir kommen nächstes Jahr zurück, damit ich meinen Titel verteidigen kann.“
Fokus auf die Winmau World Masters
Nach einem kurzen Urlaub anlässlich seines Geburtstags richtet Littler den Blick auf das nächste große Ziel: die
Winmau World Masters. Es ist einer der wenigen großen Titel, der auf seiner Ehrenliste noch fehlt.
Bei seinem Debüt im Jahr 2025 scheiterte Littler im Viertelfinale, wo er trotz eines phänomenalen Average von 108,5 mit 4:2 gegen Jonny Clayton verlor. „Das ist ein Titel, den ich sehr gerne gewinnen möchte“, sagte Littler entschlossen. „Wenn ich aus dem Urlaub zurück bin, fange ich sofort wieder mit dem Training an. Den Titel habe ich noch nicht, und das will ich ändern.“
Die World Masters, die ab Mittwoch, 28.01., in Milton Keynes ausgetragen werden, sind ein wichtiger Test für Littler. Das Format gilt als tückisch, was auch er selbst bestätigt. „Letztes Jahr habe ich eigentlich sehr gut gespielt und trotzdem gegen Jonny verloren“, blickte er zurück. „Das gehört zu diesem Format. Man muss lernen, damit umzugehen, aber ich bin mir sicher, dass ich bereit sein werde.“
Während sich die Dartswelt weiter fragt, wo sein Limit liegt, bleibt Littler selbst bodenständig. „Ich genieße jeden Moment, aber ich weiß auch, dass ich weiterarbeiten muss“, sagte er Anfang dieser Woche. „Das ist der einzige Weg, um an der Spitze zu bleiben.“