„Die North American Championship bedeutet mir mehr als die US Darts Masters“ – Adam Sevada ist mit klarer Mission nach New York gereist

PDC
Donnerstag, 25 Juni 2026 um 20:00
Adam Sevada (2)
Für Adam Sevada gehört das US Darts Masters jedes Jahr zu den Höhepunkten der Saison. Die Ausgabe 2026 hat für den Amerikaner jedoch eine besondere Bedeutung. Nur wenige Tage nach seinem Auftritt beim World Cup of Darts betritt er erneut eine große Bühne – diesmal im legendären Madison Square Garden in New York.
Sein größter Fokus an diesem Wochenende liegt allerdings nicht auf dem World-Series-Turnier. Sevada konzentriert sich vor allem auf die North American Darts Championship, bei der Plätze für die WM und den Grand Slam of Darts vergeben werden. „Ich freue mich immer, hierherzukommen. Es ist der Madison Square Garden. Wer würde das nicht tun?", sagt Sevada im Gespräch mit Darts World.

Der Madison Square Garden als sportliche Pilgerstätte

Für den Amerikaner bleibt ein Auftritt im berühmtesten Sportkomplex der USA ein besonderer Moment. „Egal welche Sportart – der Madison Square Garden ist ikonisch. Er ist der heilige Gral der Sportarenen in den Vereinigten Staaten, vielleicht sogar weltweit. Natürlich gibt es Ally Pally, aber der Madison Square Garden bleibt etwas ganz Spezielles."
Die gute Stimmung bei Sevada speist sich nicht nur aus seinem Aufenthalt in New York. Auch sein Einsatz für die Vereinigten Staaten beim World Cup of Darts hat ihm spürbar Selbstvertrauen gegeben. „Nach dem World Cup hatte ich noch nie so große Lust, wieder Darts zu spielen. Mein Land vertreten zu dürfen und nur wenige Tage später schon wieder hier zu spielen – das ist großartig."
Das Trikot der Vereinigten Staaten zu tragen, bedeutete ihm viel. „Das war wirklich unwirklich. Wir veranstalten in Nordamerika zwar auch gemeinsame Events mit Kanada, aber beim World Cup treten nur zwei Spieler wirklich für die Vereinigten Staaten an. Das gemeinsam mit Stowe Buntz erleben zu dürfen, war eine große Ehre."
Die Amerikaner schieden zwar gegen Wales aus, dennoch blickt Sevada mit einem guten Gefühl zurück. „Wir haben überhaupt nicht schlecht gespielt. Wir trafen auf Jonny Clayton, der fantastisch checkte. In manchen Legs standen wir auf 55 oder 60 Resterest, und dann entscheidet ein einziges Aufnahme über das Match. So funktioniert Darts eben."

Der Traum vom Wechsel nach Europa

In der amerikanischen Darts-Szene zählt Sevada zu den Spielern, denen viele den Sprung zur PDC zutrauen. Er selbst macht keinen Hehl daraus, dass dieser Schritt sein großes Ziel ist. „Das war eigentlich schon immer mein Plan, noch bevor ich richtig ernsthaft mit Darts angefangen habe. Wenn man die Jungs im Fernsehen spielen sieht, will man selbst dort stehen."
Anfang dieses Jahres wagte er bereits einen Versuch bei der Q-School in Deutschland. „Im vergangenen Januar bin ich für die Q-School nach Deutschland gereist. Am Ende fehlten mir nur wenige Punkte. Mein Plan ist, nächstes Jahr zurückzukehren und es erneut zu versuchen."
Ein Umzug nach Europa erscheint Sevada dabei als logischer Schritt. „Darüber habe ich schon oft nachgedacht. Ich würde zunächst für ein paar Monate rübergehen und am Ende wohl komplett wechseln. Finanziell ergibt das ebenfalls deutlich mehr Sinn. Schon von Arizona nach New York bin ich fünf Stunden unterwegs – ganz zu schweigen davon, wenn ich jedes Mal zehn Stunden nach England oder Deutschland fliegen muss."

Fokus auf das nächste Match

Trotz seiner Europa-Pläne will sich Sevada nicht zu sehr mit der fernen Zukunft beschäftigen. Sein Ansatz bleibt schlicht. „Ich gehe es Spiel für Spiel, Turnier für Turnier an. Natürlich denkt man manchmal voraus, aber meine Vorbereitung richtet sich immer vollständig auf das aus, was unmittelbar vor mir liegt."
Auch bei der Wahl zwischen den verschiedenen Dartorganisationen positioniert er sich klar. Während einige nordamerikanische Spieler auf WDF-Turniere setzen, steht Sevada voll hinter der CDC. „Die CDC ist das Tor zur PDC. Nichts gegen die WDF, aber über diesen Weg erreiche ich mein Ziel nicht. Deshalb setze ich vollständig auf die CDC."
Für Sevada zeigt das zugleich, wie professionell sich die nordamerikanische Darts-Szene mittlerweile entwickelt hat. „Spieler haben heute wirklich Optionen. Am Ende hängt es davon ab, in welche Richtung man seine Karriere lenken will."
Sevada wünscht sich außerdem, dass die PDC künftig häufiger auf dem nordamerikanischen Kontinent Halt macht – ähnlich wie es inzwischen bei mehreren World-Series-Turnieren in Australien und Neuseeland der Fall ist. „Das wäre großartig. Wir haben sogar schon darüber gesprochen, dass auch der World Cup eines Tages durch verschiedene Länder reisen könnte, ähnlich wie bei einer Fußball-WM. Das wäre schön."

North American Championship als wichtigstes Ziel

Trotz des Prestiges der US Darts Masters muss Sevada nicht lange überlegen, wenn man ihn nach dem für ihn wichtigsten Turnier des Wochenendes fragt: „Die North American Championship."
Seine Begründung fällt eindeutig aus. „Dieses Turnier öffnet die Tür zum Grand Slam of Darts und zur WM. Natürlich wäre es großartig, die US Darts Masters zu gewinnen, aber das bleibt letztlich ein Showturnier. Die North American Championship bringt einfach deutlich mehr."
Sollte er in beiden Wettbewerben weit kommen, wartet möglicherweise ein enorm dichtes Programm auf ihn. Sorgen macht er sich darüber vorerst aber nicht. „Ehrlich gesagt denke ich darüber noch nicht nach. Früher in diesem Jahr habe ich einige ADO-Turniere gespielt und dabei wieder gemerkt, wie viele Matches an einem Tag möglich sind. Bei der CDC spielt man meist ein Match, und dann ist der Tag vorbei. Sollte es so weit kommen, lege ich einfach zwischendurch Pausen ein und mache abends weiter."
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