Josh Rock erlebt in New York eine Premiere: Beim
US Darts Masters tritt der Nordire erstmals in den Vereinigten Staaten an. Die Bühne im Madison Square Garden weckt bei dem 25-Jährigen große Vorfreude, und er nutzt die Gelegenheit, um seine ambitionierten Ziele für 2026 zu formulieren. Nach starken Auftritten beim World Cup of Darts betont er erneut jene Eigenschaft, die ihn zuletzt besonders ausgezeichnet hat: Mut.
Im Gespräch mit
talkSPORT zeigte sich Rock überglücklich über seine erste USA-Reise. „Einfach nach Amerika zu kommen, das allein zählt schon", sagte er. „Es ist das erste Mal für mich und meine Frau, deshalb komme ich definitiv wieder. Bisher war es wunderschön hier."
Madison Square Garden trifft auf Premier-League-Erfahrung
Rock hat sich zuletzt endgültig in die Weltspitze des Darts gespielt. Der junge Nordire bringt enormes Potenzial mit und zeigt der Dartswelt gerade, wozu er fähig ist. Seine erste Saison in der Premier League verlief zwar nicht nach Plan, doch die Erfahrung in großen Arenen hat ihm sichtlich gutgetan.
Josh Rock überzeugte erneut für Nordirland, konnte sie aber nicht noch einmal zum Titel führen
Nun bekommt er die Chance, im legendären Madison Square Garden aufzutreten. „Ich habe die meiste Zeit meines Lebens Boxkämpfe verfolgt, dazu viel UFC", erklärte Rock. „In den letzten 25 Jahren, also fast mein ganzes Leben lang, fanden hier riesige Events statt. An einem Ort zu stehen, an dem einige der größten Sportler aller Zeiten aufgetreten sind, fühlt sich besonders an."
Der Nordire empfindet es als große Ehre, sein Gesicht überall in New York zu sehen – ein Sinnbild für seinen rasanten Aufstieg. „New York zählt wohl zu den berühmtesten Orten der Welt. Auf Plakaten zu hängen und zu zeigen, dass wir hier sind und im Madison Square Garden spielen, bedeutet mir sehr viel."
Auch den Ruf New Yorks als „Stadt, die niemals schläft" bestätigt Rock aus eigener Erfahrung. „Genau deshalb drehen so viele Filmemacher in New York – sie wissen, wie besonders diese Stadt ist. Ich bin der PDC sehr dankbar, dass sie mir diese Chance gegeben hat, und ich genieße jeden Moment davon."
Besonders freut sich Rock darauf, seinen Namen beim Walk-on durch die Arena hallen zu hören. „Hoffentlich werde ich nicht zu nervös. Meinen Namen im Madison Square Garden zu hören, wird etwas ganz Besonderes sein. Ich freue mich schon auf morgen – dann sehen wir, was passiert."
144er-Finish lässt World-Cup-Enttäuschung verblassen
Beim World Cup of Darts vertrat Rock gemeinsam mit Daryl Gurney erneut stolz Nordirland. Die Titelverteidigung scheiterte: Im Halbfinale setzte sich später Finalist Niederlande mit 8:2 durch. Im
Viertelfinale gegen Lettland lieferte Rock dagegen ein unglaubliches 144-Finish, ausgerechnet in dem Moment, als Madars Razma bereits auf dem Matchdart stand.
Mit einer eindrucksvollen Doppel-12 drehte Rock die Partie. „Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich mir diese Szene schon angeschaut habe, aber sie zeigt einfach Mut. In solchen Momenten musst du Mut beweisen", erklärte er.
Razma stand bei 24 Punkten, und seine Reaktion sprach Bände. „Er dachte wahrscheinlich: 'Vielleicht bekomme ich noch eine heimliche Chance.' Dann ging es nur noch Bang, Bang, Bang. Daryl Gurney fiel vor Freude zu Boden. Wenn du dieses Trikot anziehst und dein Land vertrittst, musst du liefern – und ich scheine immer zu liefern."
So besonders diese Erfolge auch sind, vollkommen zufrieden gibt sich Rock damit nicht. „Natürlich freue ich mich darüber. Aber ich will meinen Stempel bei den Einzel-Majors hinterlassen. Ich will wirklich das World Matchplay gewinnen und werde mich voll darauf konzentrieren, diesen Titel zu holen. Das Gleiche gilt für die Weltmeisterschaft. Ich will einfach meinen ersten großen Einzel-Majortitel."
Josh Rock hat die größten Trophäen im Visier
Großes Ziel: Die Top 4 der Premier League
Beim World Matchplay erreichte „Rocky" im vergangenen Jahr das Halbfinale und verlor dort einen Krimi gegen den späteren Champion Luke Littler. Das
US Darts Masters dient ihm nun als ideale Vorbereitung für die Rückkehr in die Winter Gardens. „Mein Vorteil in diesem Jahr ist, dass ich viel im Fernsehen gespielt habe, vor allem durch die komplette Premier-League-Saison", stellte Rock fest. „TV-Erfahrung ist die beste Erfahrung, die man sammeln kann. Die Premier League hat mir dabei definitiv geholfen."
Ein tiefer Lauf in New York könnte zudem einen Sprung in der Weltrangliste bedeuten. Sein klares Ziel: die Top 4, die automatisch den Startplatz in der kommenden Premier-League-Saison sichern. „Das ist dieses Jahr definitiv mein Ziel. Ich gebe alles und höre nicht auf, bis ich es erreicht habe", betonte er.
Als inzwischen erfahrener Profi wirkt Rock auf der Bühne deutlich gelassener und reifer als noch vor wenigen Jahren. „Es läuft letztlich alles auf Erfahrung hinaus", merkte er an. „Das ist jetzt meine fünfte Saison als Profi. Je öfter man etwas macht, desto vertrauter wird es – das hat mir wahrscheinlich am meisten geholfen."
Zum Jahresende blickt Rock optimistisch auf seine Titelchancen. „Hoffentlich gelingt mir etwas Großes, hoffentlich der eine oder andere Majortitel. Das will ich wirklich erreichen, deshalb muss ich immer weiter pushen. Ich möchte endlich ein Einzel-Major abhaken. Alle sagen, der World Cup sei ein Major, und das stimmt auch. Aber persönlich zählt für mich erst ein gewonnenes Einzel-Major wirklich als mein Majortitel."