„Er hat nur 15 Prozent Chance, alle zwanzig legs zu gewinnen“ – Bekannter britischer TV-Moderator glaubt nicht an Littlers Erfolg in der Netflix-Show

PDC
Freitag, 04 September 2026 um 10:35
Luke Littler (1)
Luke Littler steht am 30.10.2026 vor einer der bemerkenswertesten Herausforderungen seiner Dartkarriere. Der 19-jährige Weltranglistenerste tritt in der neuen Netflix-Show Beat Luke Littler gegen zwanzig Amateurspieler an. Jeder Herausforderer erhält ein Leg 501, um die Nummer eins der Welt zu bezwingen. Wer das schafft, nimmt einen Riesenscheck über 501.000 Pfund mit nach Hause.
Auf den ersten Blick scheint die Chance, dass ein Amateur Littler schlägt, äußerst gering. „The Nuke“ gehört seit geraumer Zeit zur absoluten Weltspitze und hat sich zum Spieler entwickelt, den fast jeder Gegner fürchtet. Dennoch glaubt der britische TV-Moderator Richard Osman, dass Littler deutlich mehr Risiko läuft, den Riesenjackpot zu verlieren, als viele erwarten.
Osman, früherer Moderator des populären Formats Pointless, ist als Analyst und Statistiker in die Netflix-Show eingebunden. Er beschäftigte sich daher nicht nur mit dem Entertainment, sondern analysierte auch intensiv die Zahlen. Sein Fazit überrascht.
„Ich hatte gestern ein sehr gutes Gespräch darüber, weil mich die Zahlen interessieren“, sagte Osman im Podcast The Rest is Entertainment. „Zwanzig Amateure treten gegen Luke Littler an und wenn du ihn in einem Leg 501 schlägst, gewinnst du 501.000 Pfund.“

Keine zufälligen Amateure

Die Teilnehmer sind jedoch keineswegs beliebige Amateure. Zwar sind Profis ausgeschlossen, doch die Organisatoren suchen gezielt nach Spielern mit solidem Niveau. So bekommt Littler zwanzigmal einen Gegner, der in einem einzelnen Leg für eine Riesenüberraschung sorgen kann. „Natürlich ist er der beste Spieler der Welt. Also denken die Leute: ‚Wie willst du ihn je schlagen?‘ Aber erstens werden die ausgewählten Leute gute Darter sein“, erläutert Osman.
Laut dem Statistiker hat Littler in einem einzelnen Leg etwa 85 Prozent Gewinnwahrscheinlichkeit gegen Spieler dieser Stärke. In den meisten Fällen wird der Engländer also als Sieger von der Bühne gehen. Das Problem entsteht, wenn diese Wahrscheinlichkeit zwanzigmal hintereinander erfüllt werden muss. „In jedem einzelnen Leg hat Luke natürlich eine große Chance zu gewinnen. Aber über zwanzig legs hinweg denke ich, dass er nur 15 Prozent Chance hat, alle zwanzig zu gewinnen“, so Osman.
Luke Littler ballt die Fäuste
Luke Littler gewann in diesem Jahr alle Majors

Tückisches Format

Damit wird deutlich, wie tückisch das Format ist. Littler muss nicht zwanzig Matches verlieren. Ein einziger Gegner muss ihn nur einmal schlagen. Eine schwache Aufnahme, ein verfehlter Doppel oder ein starker Checkout des Amateurs kann reichen, um Littler den Jackpot von 501.000 Pfund zu entreißen.
Nach Osmani ist die Wahrscheinlichkeit deshalb sogar 85 Prozent, dass mindestens einer der zwanzig Teilnehmer Erfolg hat. „Das bedeutet also eine Chance von 85 Prozent, dass er 501.000 Pfund an einen Amateurdarter abgibt“, resümiert er.
Die Qualifikationsrunden für die Sendung finden im September in Manchester und London statt. Wer sich dort durchsetzt, verdient sich anschließend die Chance gegen Littler.
Die Show wird von Gary Lineker präsentiert, während Osman als Analyst und Statistiker für Einordnung sorgt. Für Littler ist es in jedem Fall eine völlig andere Aufgabe als gewohnt. Auf der Profi-Tour hat er normalerweise mehrere legs und Sets, um einen Fehler zu korrigieren. In Beat Luke Littler gibt es diesen Luxus nicht.
Zudem startet Littler in Topform in das Format. Der junge Engländer hat in diesem Jahr bereits eine beeindruckende Siegesserie hingelegt und zielt auf einen historischen Clean Sweep der sechs großen Titel.
Am 30.10.2026 wird sich zeigen, ob Littler auch gegen zwanzig starke Amateure standhält. Eines ist sicher: Für einen Teilnehmer wartet ein lebensverändernder Preis. Und laut Osmans Zahlen ist die Wahrscheinlichkeit beträchtlich, dass jemand „The Nuke“ einmal zu Fall bringt.
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