Michael van Gerwen erlebte beim ersten Major-Turnier des Jahres einen bitteren Rückschlag. Nach seinem starken Jahresstart mit einem
Titel in Bahrain und einem Finaleinzug in Saudi-Arabien schien der Niederländer bereit, beim
Winmau World Masters ein weiteres Ausrufezeichen zu setzen. Doch der Plan endete abrupt: Bereits in der ersten Runde verlor „Mighty Mike“ mit 1:3 gegen Damon Heta und verabschiedete sich ungewohnt früh aus dem Turnier.
Mit einem Average von nur 88 Punkten blieb Van Gerwen weit unter seinen Möglichkeiten. Auch Gegner Heta spielte mit einem 86er-Schnitt alles andere als überragend, profitierte aber von der ungewohnt schwachen Leistung des dreifachen Weltmeisters. Für viele Fans und Experten kam das Ausscheiden überraschend – nicht so für Van Gerwens engen Freund und Landsmann
Vincent van der Voort, der im
Darts Draait Door-Podcast den Hintergrund des schwachen Auftritts erklärte.
„Er musste in seinem Privatleben erneut einen schweren Schlag verkraften“
Van der Voort sprach offen über die schwierige Situation seines Freundes. „Das hatten wir so nicht erwartet, denn er war gut am Trainieren und wir dachten, es geht aufwärts“, sagte der 48-Jährige. „Er musste in seinem Privatleben erneut einen schweren Schlag verkraften. Dadurch wurde es eine richtig miese Woche.“
Michael van Gerwen trifft am ersten Premier League Spieltag zum Auftakt auf Stephen Bunting
Auf Details wollte Van der Voort nicht eingehen – aus Respekt vor Van Gerwen. Doch er verriet, dass der Superstar sogar überlegte, gar nicht erst zum World Masters anzureisen. „Er wollte zuerst nicht fahren, aber er weiß, woran wir arbeiten. Also ist er trotzdem gefahren – eigentlich wider besseren Wissens. Solche Dinge kann man nicht kontrollieren, deshalb fand ich es auch nicht überraschend, dass er verloren hat. Wenn man sieht, was er verkraften muss … das ist wirklich nicht wenig.“
Die Worte zeigen, wie sehr die Ereignisse im privaten Umfeld das sportliche Leistungsvermögen des 34-Jährigen beeinträchtigten. Psychische Belastungen spielen im Darts-Sport eine enorme Rolle, betont Van der Voort: „Wenn der Kopf nicht frei ist, kannst du kaum gewinnen. Darts ist Kopfsache – und wenn dort Chaos herrscht, hast du ein Problem.“
„Spitzensport ist knallhart – die Tour wartet auf niemanden“
Van der Voort sprach Van Gerwen zugleich Mut zu, mahnte aber zur raschen Rückkehr in die Spur. „Manchmal musst du was einstecken, denn das ist für ihn ein entscheidendes Jahr. Wenn es so weitergeht, steht er nächstes Jahr überall draußen. Das muss sich jetzt schnell ändern.“
Schon am kommenden Donnerstag steht für Van Gerwen die nächste Bewährungsprobe an: Beim Premier-League-Auftakt in Newcastle trifft er auf
Stephen Bunting. Eine Gelegenheit, die Negativspirale zu stoppen. „Jeder hat sein Päckchen zu tragen“, so Van der Voort weiter. „Er bekommt es gerade richtig ab, aber jetzt muss er sich zusammenreißen. Wenn er noch etwas erreichen will, muss er härter mit sich selbst sein – das kann nur er selbst. Ich hatte vergangene Woche wirklich Mitleid mit ihm, obwohl ich sonst ziemlich streng bin. Aber es ist vielleicht gut, dass er jetzt auf Bunting trifft, der selbst nicht vor Selbstvertrauen strotzt.“