Chris Dobey hat einen ungewöhnlichen Reisebegleiter auf der PDC-Tour: die „Glückstoilette“. Wo andere Spieler Routinen im Aufwärmen oder mentalen Fokus suchen, vertraut der Engländer auf superstitionäre Beständigkeit – und weigert sich strikt, eine andere Kabine zu benutzen als jene, auf der er nach einem Sieg saß.
Der 34-Jährige aus Bedlington, der in diesem Jahr drei Players-Championship-Titel gewinnen konnte, lacht zwar über sein Ritual, nimmt es aber sehr ernst. Für ihn ist es längst mehr als Aberglaube – es gehört fest zu seiner Vorbereitung. „Wenn ich gewinne, benutze ich beim nächsten Mal genau die gleiche Kabine“, erzählt Dobey im Podcast StillTalking. „Selbst wenn jemand drin ist, warte ich, bis er fertig ist. Ich kann keine andere benutzen – das fühlt sich einfach falsch an.“
Zwischen Freundschaft und Abschied auf der Tour
Neben diesem kuriosen Tick sprach Dobey im Podcast auch über die besondere Dynamik hinter den Kulissen der Pro Tour. In der Players Lounge teilt er sich regelmäßig den Tisch mit Kollegen und Freunden wie Nathan Aspinall, Joe Cullen, Jonny Clayton, Ross Smith, Adam Hunt, Andy Boulton und Ryan Joyce. Für die Spieler ist dieser „Tisch der Freunde“ ein Ort des Austauschs, des Lachens – und manchmal auch der Wehmut.
Chris Dobey gewann diese Woche seinen dritten Pro Tour-Titel der Saison
Denn seit Anfang des Jahres fehlt dort ein Mann, der über Jahrzehnte zum Inventar gehörte: Steve Beaton. Der legendäre „Bronzed Adonis“ hat Ende 2024 seine PDC-Tour-Card abgegeben und sich nach über 30 Jahren vom Profi-Darts verabschiedet. Für Dobey war dieser Moment besonders bewegend. „Steve war immer einer von uns, er saß jeden Tag mit am Tisch. Ohne ihn ist es seltsam“, sagt er. „Ich hoffe ehrlich, dass er es vermisst und irgendwann zurückkommt. Er ist mein Lieblingsspieler aller Zeiten.“
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Beaton, einst Lakeside-Weltmeister und Halbfinalist bei den UK Open sowie beim World Grand Prix, genießt nun seine verdiente Auszeit. Doch bei jenen, die ihn jahrelang auf der Tour begleitet haben, hinterlässt sein Rückzug eine spürbare Lücke. „Es war eine Ehre, mit ihm zu spielen – und ihn Freund nennen zu dürfen“, so Dobey. „So einen Charakter wie Steve gibt es kein zweites Mal.“
Mit Lockerheit und Glauben zum Erfolg
Trotz seines humorvollen Umgangs mit Ritualen bleibt Dobey ein ehrgeiziger Wettkämpfer. Nach seiner starken Saison auf der Players Championship Tour sucht er bei den großen Major-Turnieren allerdings noch den Durchbruch. In seinen letzten fünf TV-Ranglistenevents verpasste er jeweils das Viertelfinale. Doch von Selbstzweifeln keine Spur. Der Weltranglisten-Achte zeigt sich fokussiert, optimistisch – und ein wenig abergläubisch.
„Vielleicht ist es komisch“, sagt er schmunzelnd, „aber solange es funktioniert, ändere ich nichts.“ Diese Einstellung beschreibt Chris Dobey perfekt: bodenständig, ehrlich und mit jener charmanten Lockerheit, die ihn zu einem der beliebtesten Gesichter auf der Tour macht.
Wenn also bei seinem nächsten Turnier die richtige Kabine frei ist, könnte genau diese kleine Routine wieder den Ausschlag geben – und aus einem kuriosen Ritual eine weitere Erfolgsgeschichte machen.
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Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Dartsnews.de und berichtet dort über den professionellen Dartsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Erstellung von Liveblogs zu großen Turnieren und wichtigen Ereignissen, darunter die European Tour und die PDC World Darts Championship (WM). Dabei begleitet er das Geschehen in Echtzeit und ordnet Ergebnisse, Spielverläufe und Entwicklungen fortlaufend ein. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um die internationale Darts-Szene.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit Nicolas Gayer und Oliver Ried vernetzt. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










