„Ich fand es sehr heftig, weil ich es ihr versprochen hatte“ – Jerry Hendriks blickt auf emotionales Duell gegen Van Barneveld nach dem Tod seiner Mutter zurück

PDC
Donnerstag, 03 September 2026 um 19:00
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Eine Rückkehr auf die große Bühne schien für Jerry Hendriks lange Zeit vom Tisch. Der frühere WM-Teilnehmer hatte sich inzwischen vor allem auf seine Arbeit als Darts-Analyst konzentriert, stand 2025 aber plötzlich wieder selbst im Rampenlicht. Sein Auftritt bei der Euro Tour in Rosmalen erhielt durch private Umstände zudem eine besonders emotionale Note.
Hendriks hatte sich überraschend für das Heimturnier qualifiziert und traf in Runde eins auf Raymond van Barneveld. Einige Jahre zuvor wäre dieses Duell vor allem sportlich reizvoll gewesen. Diesmal ging es für Hendriks jedoch um weit mehr. Kurz vor dem Turnier war seine Mutter verstorben.
Trotzdem sagte der Niederländer, inzwischen vor allem als Analyst bekannt, seine Teilnahme nicht ab. Er hatte seiner Mutter nämlich versprochen, in Rosmalen an den Start zu gehen. „Ich fand es sehr heftig, weil ich es ihr versprochen hatte“, erzählt Hendriks im Podcast Darts Draait Door.
Gemeinsam mit seinem Vater entschied sich Hendriks, trotz der Trauer einen besonderen Tag daraus zu machen. „Aber ich habe dann zusammen mit meinem Vater ganz bewusst versucht, jeden Moment in mich aufzunehmen, es zu genießen und trotzdem etwas Schönes daraus zu machen“, so Hendriks. „Denn weißt du, ich bin ein Lebensgenießer.“

Emotionale Rückkehr auf die Bühne

Für Hendriks war das Turnier zugleich sein erstes Auftreten auf der PDC ProTour seit sechs Jahren. Der Niederländer hatte in der Vergangenheit vor allem mit seinem auffälligen Walk-on auf sich aufmerksam gemacht. Bei der WM 2017 riss er den Alexandra Palace mit seinem energiegeladenen Einmarsch mit, bevor er sich schließlich Peter Wright geschlagen geben musste.
Auch in Rosmalen zeigte sich diese bekannte Seite von Hendriks wieder. Dennoch war die Situation diesmal völlig anders. „In dem Moment, in dem der Walk-on losging, wollte ich einfach versuchen, es zu genießen. Und mein Bestes aufs Board zu bringen.“
Das gelang besser, als man im Vorfeld vielleicht erwarten konnte. Van Barneveld musste tief gehen, um seinen Landsmann abzuschütteln. Erst nach elf legs fiel die Entscheidung zugunsten des fünffachen Weltmeisters: 6:5.
Hendriks selbst hatte nicht mit einem derart engen Match gerechnet. Seine Vorbereitung war alles andere als optimal. „Ich war nicht in Form. Ich hatte wenig bis gar nicht trainiert, also kann man auch nicht wirklich erwarten, eine Topleistung abzuliefern.“

Van der Voort sah den alten Hendriks zurück

Vincent van der Voort erlebte Hendriks’ Auftritt ebenfalls aus nächster Nähe. Der ehemalige Profi sah, wie sein Landsmann bei der Ankündigung sichtbar von den Umständen ergriffen war, dann aber während seines vertrauten Einmarschs den Schalter umlegte.
„Bei der Ankündigung sah man zuerst den emotionalen Jerry und dann geht die Baseline an, und der verrückte Jerry kommt wieder hervor“, so Van der Voort.
Der Auftritt gegen Van Barneveld könnte zudem gut eine Fortsetzung finden. Obwohl Hendriks heute vor allem neben dem Board aktiv ist, hat Van der Voort ihn als Spieler noch nicht abgeschrieben. Mit einigen Qualifikationsturnieren auf niederländischem Boden sieht er weiterhin Chancen. „Für die Euro Tour in Maastricht und den WM-Qualifier ist Jerry immer ein Kandidat, den man auf dem Zettel haben muss“, schließt er.
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