„Ich fand es sehr heftig, weil ich es ihr versprochen hatte“ – Jerry Hendriks blickt auf emotionales Duell gegen Van Barneveld nach dem Tod seiner Mutter zurück
PDC
Eine Rückkehr auf die große Bühne schien für Jerry Hendriks lange Zeit vom Tisch. Der frühere WM-Teilnehmer hatte sich inzwischen vor allem auf seine Arbeit als Darts-Analyst konzentriert, stand 2025 aber plötzlich wieder selbst im Rampenlicht. Sein Auftritt bei der Euro Tour in Rosmalen erhielt durch private Umstände zudem eine besonders emotionale Note.
Hendriks hatte sich überraschend für das Heimturnier qualifiziert und traf in Runde eins auf Raymond van Barneveld. Einige Jahre zuvor wäre dieses Duell vor allem sportlich reizvoll gewesen. Diesmal ging es für Hendriks jedoch um weit mehr. Kurz vor dem Turnier war seine Mutter verstorben.
Trotzdem sagte der Niederländer, inzwischen vor allem als Analyst bekannt, seine Teilnahme nicht ab. Er hatte seiner Mutter nämlich versprochen, in Rosmalen an den Start zu gehen. „Ich fand es sehr heftig, weil ich es ihr versprochen hatte“, erzählt Hendriks im Podcast Darts Draait Door.
Gemeinsam mit seinem Vater entschied sich Hendriks, trotz der Trauer einen besonderen Tag daraus zu machen. „Aber ich habe dann zusammen mit meinem Vater ganz bewusst versucht, jeden Moment in mich aufzunehmen, es zu genießen und trotzdem etwas Schönes daraus zu machen“, so Hendriks. „Denn weißt du, ich bin ein Lebensgenießer.“
Emotionale Rückkehr auf die Bühne
Für Hendriks war das Turnier zugleich sein erstes Auftreten auf der PDC ProTour seit sechs Jahren. Der Niederländer hatte in der Vergangenheit vor allem mit seinem auffälligen Walk-on auf sich aufmerksam gemacht. Bei der WM 2017 riss er den Alexandra Palace mit seinem energiegeladenen Einmarsch mit, bevor er sich schließlich Peter Wright geschlagen geben musste.
Auch in Rosmalen zeigte sich diese bekannte Seite von Hendriks wieder. Dennoch war die Situation diesmal völlig anders. „In dem Moment, in dem der Walk-on losging, wollte ich einfach versuchen, es zu genießen. Und mein Bestes aufs Board zu bringen.“
Das gelang besser, als man im Vorfeld vielleicht erwarten konnte. Van Barneveld musste tief gehen, um seinen Landsmann abzuschütteln. Erst nach elf legs fiel die Entscheidung zugunsten des fünffachen Weltmeisters: 6:5.
Hendriks selbst hatte nicht mit einem derart engen Match gerechnet. Seine Vorbereitung war alles andere als optimal. „Ich war nicht in Form. Ich hatte wenig bis gar nicht trainiert, also kann man auch nicht wirklich erwarten, eine Topleistung abzuliefern.“
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Van der Voort sah den alten Hendriks zurück
Vincent van der Voort erlebte Hendriks’ Auftritt ebenfalls aus nächster Nähe. Der ehemalige Profi sah, wie sein Landsmann bei der Ankündigung sichtbar von den Umständen ergriffen war, dann aber während seines vertrauten Einmarschs den Schalter umlegte.
„Bei der Ankündigung sah man zuerst den emotionalen Jerry und dann geht die Baseline an, und der verrückte Jerry kommt wieder hervor“, so Van der Voort.
Der Auftritt gegen Van Barneveld könnte zudem gut eine Fortsetzung finden. Obwohl Hendriks heute vor allem neben dem Board aktiv ist, hat Van der Voort ihn als Spieler noch nicht abgeschrieben. Mit einigen Qualifikationsturnieren auf niederländischem Boden sieht er weiterhin Chancen. „Für die Euro Tour in Maastricht und den WM-Qualifier ist Jerry immer ein Kandidat, den man auf dem Zettel haben muss“, schließt er.
Mats Leering ist seit 2024 Co-Chefredakteur von Dartsnieuws.com, der niederländischen Schwesterwebsite von Dartsnews.de. Dort ist er für die tägliche redaktionelle Leitung, die Schlussredaktion und die Liveberichterstattung über internationale Dartturniere verantwortlich. Darüber hinaus veröffentlicht er Beiträge auf Dartsnews.de und bringt dort seine Erfahrung in der professionellen Dartsberichterstattung ein.
Innerhalb der Redaktion erstellt er Liveblogs und Spielberichte zu großen PDC-Veranstaltungen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Dabei verbindet er die Echtzeitberichterstattung mit Analysen des Spielverlaufs, relevanten Statistiken und historischen Hintergründen.
Seine Berichterstattung basiert auf offiziellen Turnierinformationen, Interviews und spezialisierten Datenquellen. Dadurch kann er Ergebnisse, Statistiken und Entwicklungen im professionellen Dartsport präzise einordnen.
Im Jahr 2018 schloss er seine Ausbildung zum Medienredakteur am Mediacollege Amsterdam ab. Seitdem ist er im Sportjournalismus tätig und konzentriert sich auf die schnelle und zuverlässige Berichterstattung über internationale Dartwettbewerbe.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










