Rob Cross und
Stephen Bunting bekamen eine ungewöhnliche Aufgabe: Baut gemeinsam den perfekten Darter. Für jede Eigenschaft sollten die beiden PDC-Profis den Spieler benennen, der aus ihrer Sicht die besten Qualitäten mitbringt. Das führte zu einigen interessanten Entscheidungen – und zu reichlich Sticheleien zwischen den beiden Weltklassespielern.
In der ersten Kategorie, dem Scoring, mussten Cross und Bunting nicht lange überlegen. Die Wahl fiel auf Luke Littler. Der junge Engländer – der vergangenen Monat seinen Titel beim
World Matchplay erfolgreich verteidigte – ist für sein außergewöhnliches Scoring bekannt und hat sich in kurzer Zeit zum gefürchtetsten Spieler auf der PDC-Tour entwickelt.
„Littler, definitiv im Moment“, lautete das Urteil. Vor allem seine Fähigkeit, regelmäßig 180er zu produzieren, beeindruckte. „Seine 180-Quoten sind wirklich anders.“ Damit war die erste Wahl schnell getroffen.
Phil Taylor für die Checkouts
Für die Checkouts fiel die Entscheidung auf einen Namen, der kaum überrascht: Phil Taylor. Der 16-malige Weltmeister gilt allgemein als einer der besten Finisher, die der Dartsport je gesehen hat.
Cross und Bunting verwiesen auf die Qualitäten des inzwischen zurückgetretenen Engländers, als sie den idealen Spieler für das Ausmachen von legs suchten. Obwohl es heute viele hervorragende Checkout-Spieler gibt, bleibt Taylor für viele der Maßstab, wenn es um das Verwerten der Doppel geht.
Aspinall erhält Lob für seine Resilienz
In der Kategorie Resilienz kam Nathan Aspinall prominent ins Spiel. Cross und Bunting waren sich einig, dass der Engländer diese Eigenschaft hervorragend verkörpert. „Wahrscheinlich Nathan Aspinall“, war die erste Wahl. Anschließend wurde erklärt, warum ausgerechnet Aspinall infrage kommt. „Er hat harte Phasen durchgemacht und ist immer wieder zurückgekommen.“
Der Engländer hatte in den vergangenen Jahren tatsächlich mit physischen und sportlichen Problemen zu kämpfen, fand jedoch stets den Weg zurück. Auch seine aktuelle Form spielte in die Entscheidung hinein. „Er spielt im Moment auch sehr gut.“
Cross wies zudem darauf hin, dass auch er sich ziemlich widerstandsfähig findet. „Ich bin selbst auch ziemlich resilient“, scherzte er, woraufhin Bunting dennoch bei Aspinall blieb.
Cross wählt sich selbst für Spielintelligenz
Eine der interessantesten Kategorien war die Spielintelligenz. Am Ende mussten die beiden nicht lange diskutieren, auch wenn es einen klaren Kandidaten gab: Stephen Bunting.
Bunting ist bekannt dafür, Partien gut lesen zu können. Er kann sein Tempo anpassen, weiß, wann er Risiko nehmen muss, und hat dank jahrelanger Erfahrung ein ausgezeichnetes Gespür für Spielsituationen. „Ich denke, ich bin beim Spiel ziemlich intelligent“, sagte Bunting selbst. Cross konnte zustimmen und gab ihm die Kategorie.
Es war ein typischer Moment zwischen den beiden Routiniers, bei dem die nötige Selbstironie nicht fehlte.
Stephen Bunting ist die aktuelle Nummer neun der Welt
Cross oder Aspinall für den Walk-on?
Beim Walk-on wurde es erneut spannend. Cross wurde gefragt, wer aus seiner Sicht den besten Auftritt hat. Zunächst dachte er an sich selbst, landete am Ende aber bei einem Duell zwischen sich und Aspinall. „Es muss Stephen sein“, klang es zunächst, ehe auch Aspinall ins Spiel kam. „Ich glaube, Nathan und ich haben zwei der besten Songs.“
Auch Bunting bekam jedoch ein Kompliment für seinen Walk-on. Cross gab zu, dass die Wahl für Bunting durchaus Sinn ergebe. „Dein Song ist auch ziemlich gut.“
Bunting konterte das natürlich mit einem Augenzwinkern. „Finde ich auch, vor allem weil ich jetzt gerade hier sitze.“
Josh Rock hat die beste Celebration
Die letzte Kategorie sorgte womöglich für die auffälligste Wahl: die Celebration nach dem Gewinn eines wichtigen legs oder Matches. Bunting musste zugeben, dass er selbst nicht gerade für ausgelassene Jubel bekannt ist. „Ich feiere eigentlich nicht wirklich, um ehrlich zu sein. Ich bekomme dafür nicht wirklich die Gelegenheit. Ich bin nie glücklich genug“, scherzte er.
Daraufhin legten sich Cross und Bunting auf Josh Rock fest. Der Nordire ist bekannt für seine ausdrucksstarken Reaktionen und seine Begeisterung nach wichtigen Siegen. „Komm schon, wir nehmen Josh“, hieß es, woraufhin die Wahl gemeinsam bestätigt wurde: „Ja, Josh.“
Auffällig: Anschließend entschied sich Cross auch für sich selbst. Als er gefragt wurde, wer aus seiner Sicht die besten Eigenschaften für den perfekten Spieler mitbringt, antwortete er ohne zu zögern: „Ich nehme mich selbst. Ich nehme mich selbst.“
Die Übung lieferte damit nicht nur eine interessante Spielerauswahl, sondern auch eine gelungene Mischung aus Humor und Selbstvertrauen. Littler wurde für sein Scoring gewählt, Taylor für seine legendären Finishes, Aspinall für seine Resilienz, Bunting für seine Spielintelligenz und Rock für seine Celebrations. Und Cross? Der konnte sich offenbar selbst auch nicht ganz ausklammern.