„Ich gehe nicht in Rente, bevor ich noch einen Major-Titel gewinne“ – James Wade bleibt äußerst ambitioniert

PDC
Sonntag, 28 Juni 2026 um 18:00
James Wade (1)
James Wade ist fest davon überzeugt, dass seine Geschichte an der Spitze der Dartswelt noch längst nicht auserzählt ist. Der 43‑jährige Engländer, seit Jahren eine feste Größe innerhalb der PDC, weiß, dass sein letzter Majortitel inzwischen einige Jahre zurückliegt, doch das ändert nichts an seinem Selbstvertrauen. Mehr noch: Wade ist überzeugt, dass er vor dem Ende seiner Karriere mindestens noch einen großen TV‑Titel zu seiner beeindruckenden Ehrenliste hinzufügen wird.
Mit elf Majortiteln zählt Wade weiterhin zu den erfolgreichsten Spielern in der Geschichte der PDC. Nur eine Handvoll Darter holte mehr große Titel. Obwohl sein letzter Majorerfolg aus dem Jahr 2021 stammt, hat „The Machine“ in den vergangenen Saisons gezeigt, dass er nach wie vor mit der absoluten Weltspitze mithalten kann.

Jüngste Majorfinals

So erreichte er im vergangenen Jahr das Finale des World Matchplay und stand zudem zwei Jahre in Folge im Endspiel der UK Open. Außerdem gewann er in den letzten zwölf Monaten auch zwei Players Championship‑Turniere. Für Wade sind das klare Signale, dass er noch immer das Niveau besitzt, um auf den größten Bühnen Titel zu holen.
„Ich bin noch nicht fertig“, sagt Wade voller Überzeugung. „Ich werde zu hundert Prozent sicher noch einen Majortitel gewinnen, bevor ich in Rente gehe. Das wird passieren.“
Diese Aussage unterstreicht das Selbstvertrauen des Engländers, der inzwischen seit einem Vierteljahrhundert auf höchstem Niveau aktiv ist. Trotz der vielen Veränderungen in diesem Sport und des Aufkommens einer neuen Generation von Topspielern beweist Wade sich immer wieder.

„Ich mache das seit 25 Jahren“

„Ich mache das seit 25 Jahren“, so Wade. „Das ist für mich eigentlich die wichtigste Erkenntnis. In den vergangenen zwölf Monaten habe ich drei Finals verloren, und ehrlich gesagt denke ich, dass ich wahrscheinlich eines davon hätte gewinnen sollen, aber das ist nicht passiert.“
Während viele Sportler vor allem auf die Trophäen blicken, richtet Wade den Blick auch auf die Finals, in denen er knapp unterlag. Laut dem ehemaligen UK‑Open‑Champion sagt das mindestens ebenso viel über seine Karriere aus.
„Die Leute sagen immer, dass ich zehn, elf oder zwölf Majors gewonnen habe, wie viele es auch genau sind“, erzählt er. „Aber ich habe wahrscheinlich dreißig oder fünfunddreißig verloren. Das sind fünfunddreißig Finals, von denen viele Spieler nur träumen können, sie überhaupt zu erreichen.“
James Wade in Aktion
James Wade ist die aktuelle Nummer 6 der Welt
Dennoch weigert sich Wade, sich damit dauerhaft zu quälen. Er erkennt an, dass er in manchen Finals schlicht nicht gut genug war, während er in anderen Fällen nicht optimal vorbereitet an die Oche trat.
„Der Grund, warum ich diese Finals verloren habe, war wahrscheinlich, dass ich nicht gut genug war“, gibt er ehrlich zu. „Aber noch wichtiger: Ich war wohl nicht im richtigen mentalen Zustand oder nicht gut vorbereitet. Deshalb werde ich meine Karriere nicht damit quälen, was ich vielleicht hätte gewinnen können.“
Diese nüchterne Haltung ist typisch für Wade, der seit Jahren für Ehrlichkeit und Selbstkritik steht. Anstatt sich an verpassten Chancen festzubeißen, entscheidet er sich, stolz auf all das zu sein, was er bereits erreicht hat.

Neuer Schub

Unterdessen beobachtet der erfahrene Engländer, wie der Sport durch Luke Littler und Luke Humphries neuen Schub bekommen hat. Laut Wade haben beide Spieler enorm zur Entwicklung des Darts beigetragen.
„Sie machen das wirklich richtig gut, Luke und Luke“, sagt er. „Sie tragen die Fahne für die PDC und steigern den Wert unseres Sports. Davon profitieren am Ende auch Spieler wie ich.“
Dennoch blickt Wade nicht nur auf die Leistungen seiner Kollegen. Regelmäßig fragt er sich, wie viel mehr er selbst hätte erreichen können, wenn er in seiner Karriere noch härter gearbeitet hätte.
„Jedes Mal, wenn es auf so ein Spiel ankommt, denke ich: Hätte ich nur etwas mehr trainiert, hätte ich nur etwas mehr Einsatz gezeigt. Aber Ausreden sind billig, und Gerede ist billig.“
Trotz dieses kritischen Blicks überwiegt vor allem Optimismus. Wade ist überzeugt, dass er weiterhin die Qualitäten besitzt, um erneut ein TV‑Turnier zu gewinnen. Angesichts seiner jüngsten Ergebnisse ist dieses Vertrauen alles andere als unbegründet. Wenn „The Machine“ sein Niveau hält und wieder ein starkes Turnier spielt, könnte ein zwölfter Majortitel schnell Realität werden.
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