Wessel Nijman hat erneut den Einzug ins Viertelfinale eines TV-Majors verpasst. Der Nordholländer verlor am Dienstagabend beim
World Matchplay nach einem packenden niederländischen Duell mit 14:12 gegen Gian van Veen. Danach überwog bei Nijman die Enttäuschung, er war überzeugt, dass mehr drin gewesen wäre.
Wessel Nijman hatte das Gefühl, der Bessere zu sein
Das Duell der beiden höchstgehandelten niederländischen Talente hielt, was es versprach. Nach einem ausgeglichenen Kampf setzte sich Van Veen erst in der Verlängerung durch. Nijman hatte jedoch mehrfach die Chance, die Partie früher für sich zu entscheiden.
Im Anschluss trat er sichtbar gefrustet vor die Kamera. „Ich glaube nicht, dass ich das im Fernsehen sagen kann“, reagierte Nijman mit einem vielsagenden Lächeln bei Viaplay, als er gefragt wurde, was ihm in dem Moment durch den Kopf ging.
Die Anlaufphase zur Partie verlief alles andere als gewöhnlich. Wegen des Unwohlseins von Cameron Menzies während seines Matches gegen Ross Smith wurde das Duell zwischen Van Veen und Nijman um gut eine Stunde vorgezogen.
Dennoch wollte Nijman das nicht als Ursache für seine Niederlage heranziehen. „Ich denke schon, dass es die Vorbereitung verändert hat, aber ich glaube nicht, dass es der Grund für die Niederlage ist. Bei so etwas weißt du, dass es für beide gleich störend ist. Gian hatte genauso viele Minuten wie ich. Das kann nicht der Grund sein.“
Laut Nijman lag die Ursache vor allem an seinem eigenen Spiel in der Anfangsphase. „Das erste Leg war gut, aber danach gingen so viele Darts knapp drüber oder drunter. Ich war sehr am Suchen, daher kam die Pause für mich wirklich sehr gelegen.“
Nach der ersten Unterbrechung fand er seinen Rhythmus wieder und kämpfte sich in die Partie zurück. „Als ich mir einen Moment für mich nahm, kam ich besser raus.“
Trotz der Niederlage blieb bei Nijman das Gefühl, lange die Kontrolle über das Match gehabt zu haben. „Ich habe immer noch das Gefühl, dass ich der Bessere war. Vielleicht ist das nicht so, aber in jeder Session hatte ich das Gefühl, der Bessere zu sein.“
Er erkannte jedoch an, dass
Van Veen in den entscheidenden Momenten den Unterschied machte. „Leider gewinnt Gian am Ende verdient. Vielleicht wieder bitter, aber irgendwann wird es fallen.“
Für Nijman bedeutete es erneut ein schmerzhaftes Ende bei einem TV-Major. Obwohl er sich in den vergangenen zwei Saisons zu einer festen Größe in der Weltspitze entwickelt hat, wartet er weiterhin auf sein erstes Viertelfinale bei einem großen TV-Turnier.
148-Finish erwies sich als entscheidend
Der Wendepunkt der Partie kam bei einer 11:10-Führung für Nijman. Zu diesem Zeitpunkt schien er auf dem Weg zum Sieg, bis Van Veen unter enormem Druck ein glänzendes 148-Finish auspackte und damit wieder ausglich.
Nijman konnte im Anschluss sogar einen Scherz über diesen entscheidenden Moment machen. „Was für ein Arsch.“ Danach folgte sofort ein Lachen. „Es ist sehr bitter für mich, jetzt muss ich einen Flug für morgen buchen.“
Gleichzeitig konnte er nur Anerkennung für die Klasse seines Landsmanns aufbringen. „Aber solche Finishes machen ihn zur Nummer drei der Welt. Ich habe das heute Abend nicht gemacht.“