„Ich war nicht großartig, aber Wessel war am Anfang richtig schlecht“ – Gian van Veen ehrlich nach niederländischem Kracher gegen Nijman

PDC
Donnerstag, 23 Juli 2026 um 18:15
Wessel Nijman & Gian van Veen (1)
Gian van Veen hat sich am Mittwochabend nach einem nervenaufreibenden niederländischen Duell für das Viertelfinale des World Matchplay qualifiziert. In den Winter Gardens setzte sich die Nummer drei der Welt nach Verlängerung mit 14:12 gegen Wessel Nijman durch. Ein phänomenales 148-Finish in einem Schlüsselmoment erwies sich letztlich als der entscheidende Schlag.
Das Duell der beiden niederländischen Topspieler wurde den Erwartungen vollauf gerecht. Keiner von beiden konnte sich absetzen, sodass erst nach 26 Legs ein Sieger feststand. Van Veen behielt in der Schlussphase die Nerven und sicherte sich so den Platz unter den letzten Acht.
Nach dem Match genoss der 24-jährige Brabander sichtlich den hart erkämpften Sieg. „Ja, das ist sehr schön. Hundert Prozent, was für ein Krimi“, lautete seine erste Reaktion bei Viaplay. „Die ganze Partie verlief ausgeglichen. Erst zweimal 4:1 in der Session, danach kam es wieder gleich. Wenn du dann 14:12 gewinnst, ist das herrlich.“

Starke Anfangsphase legte die Basis

Van Veen räumte ein, nicht sein allerbestes Spiel gezeigt zu haben, sah aber zugleich, dass Nijman Probleme hatte, gut ins Match zu kommen. Davon profitierte er optimal, indem er sich die erste Session überzeugend schnappte.
„Ich war nicht überragend, aber Wessel war am Anfang richtig schwach. Mir war klar, dass ich das ausnutzen musste. Deshalb war ich froh, dass ich die Session mit 4:1 gewann, denn ich wusste, dass er irgendwann ins Laufen kommen würde.“
Genau das trat auch ein. Nijman kämpfte sich zurück in die Partie und setzte Van Veen in der Schlussphase stark unter Druck. Dennoch schlug der Sieger in den entscheidenden Momenten zu.

148-Finish als Wendepunkt

Bei einer 11:10-Führung für Nijman schien das Match in Richtung des Nordhollanders zu kippen. Van Veen hielt jedoch mit einem spektakulären 148-Finish dagegen, ein Moment, der die Partie komplett drehte. „Scorend war es davor in Ordnung, viele 100er und 140er, aber der erste Dart saß immer nicht richtig.“
Ausgerechnet im wichtigsten Moment passte dann alles. „Bis zu der 148. Der erste saß perfekt, und dann wusste ich, dass er rausgehen würde. So fühlte es sich auch an. Das ist ein großartiges Gefühl.“
Die Erleichterung nach dem Finish war groß. Van Veen schrie seine Emotionen heraus und nutzte das Momentum, um das Match doch noch auf seine Seite zu ziehen.

Auffälliger Moment mit Nijman

Auch nach dem Ausgleich zum 12:12 folgte noch eine besondere Szene. Nijman gab seinem Landsmann einen Fauststoß, was Van Veen selbst kurz erstaunte. „Da dachte ich kurz: Stimmt das so?“
Kurz darauf machte Van Veen den Unterschied endgültig mit einem starken 12-Darter und einem souveränen Entscheidungsleg.

Form kehrt nach schwierigen Monaten zurück

Der Sieg ist ein wichtiger Mutmacher für Van Veen, der in den vergangenen Monaten nicht immer sein Wunschlevel erreichte. Nach einer Operation an Nierensteinen hatte er Mühe, seine Form aus der Vorsaison zu halten.
„Letztes Jahr war ich im Scoring stark und beim Finishing gut, dieses Jahr waren beide eher etwas schwächer. Aber bei diesem Turnier läuft es wieder. Heute war es ordentlich, und darüber bin ich sehr glücklich. Auf ins Viertelfinale.“
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