Josh Rock fiebert bereits seinem ersten Auftritt in der
Premier League Darts entgegen – besonders dem Abend in seiner Heimatstadt Belfast. Der Nordire erwartet Ende Februar eine brodelnde Atmosphäre, wenn er in der SSE Arena gegen niemand Geringeren als
Luke Littler antritt, den zweifachen Weltmeister und aktuellen Weltranglistenersten.
Der 24-jährige
Rock wurde in diesem Jahr erstmals in seiner Karriere für die prestigeträchtige
Premier League Darts nominiert, in der
acht der besten Spieler der Welt siebzehn Wochen lang gegeneinander antreten. Die Liga startet am 05.02.2026 in Newcastle, während Belfast am 26.02.2026 Gastgeber des vierten Spielabends ist.
Für Rock, geboren und aufgewachsen in County Antrim, wird es ein besonders emotionaler Abend. „Ich denke, es wird dort richtig abgehen“, sagte Rock im Gespräch mit BBC Sport NI. „Es wird absolut verrückt.“
Darts in Nordirland größer als je zuvor
Rock weist darauf hin, dass Darts in Nordirland in den vergangenen Jahren enorm gewachsen ist. „Daryl Gurney war 2020 der letzte Nordire in der
Premier League Darts. Doch das war vor Corona, und damals war Darts einfach noch nicht so groß wie heute“, erklärt Rock. „Heutzutage ist Darts größer als je zuvor. Das Publikum strömt in Massen, die Hallen sind voll, und die Atmosphäre ist intensiver als alles, was ich je erlebt habe.“
Josh Rock gibt in diesem Jahr sein Debüt in der Premier League Darts
„Ich kriege ihn schon noch“
Obwohl Rock Littler bislang nur schwer besiegen konnte, ist er überzeugt, dass dieser Moment kommen wird. „Ich spiele in Belfast gegen Luke, also werden wir sehen, was passiert“, sagt Rock. „Jedes Mal, wenn ich gegen ihn spiele, werfen wir beide im Schnitt über 100. Ich habe immer geführt, aber es am Ende knapp nicht zugemacht. Trotzdem bin ich sicher: Ich kriege ihn schon noch.“
Die Duelle zwischen Rock und Littler sind für ihr hohes Niveau bekannt. Beide gehören zu den besten Scorern auf der Tour und scheuen die große Bühne nicht.
Auffällig ist, dass Rock und Littler abseits der Bühne gut miteinander auskommen. „Wir sprechen fast jeden Tag miteinander“, verrät Rock.
Laut dem Nordiren hat Littler einen unvergleichlichen Einfluss auf die Popularität des Sports gehabt. „Alles, was jetzt passiert, hat mit
Luke Littler zu tun“, stellt Rock ohne Zögern fest. „Wenn er nicht mit 16 das getan hätte, was er tat – als kompletter Außenseiter das WM-Finale zu erreichen – und wenn er danach nicht zweimal Weltmeister geworden wäre, stünde Darts heute nicht da, wo es steht. Jeder in diesem Sport muss ihm dankbar sein.“
Explosives Wachstum der Sportart
Rock betont, wie stark sich Darts seit seinen Jugendjahren verändert hat. „Es ist regelrecht explodiert. Darts ist jetzt an einem völlig anderen Punkt als vor zehn Jahren, als ich noch Jugendspieler war“, sagt er. „Es gibt jetzt so viel mehr Möglichkeiten: größere Turniere, mehr Fernsehen, mehr Sponsoren. Für junge Spieler ist der Weg nach oben deutlich klarer geworden.“
Diese Entwicklung ist nach Ansicht von Rock auch Littler zu verdanken, der eine völlig neue Fangeneration für den Sport gewonnen hat.
Durchbruch dank Materialwechsel
Die vergangenen zwölf Monate waren für Rocks Karriere entscheidend. Er kletterte deutlich in der Weltrangliste und krönte das mit der Nominierung für die
Premier League Darts. Seiner Ansicht nach war ein Wechsel des Darts-Herstellers ein wichtiger Faktor. „Ich habe enorm viel Zeit und Energie investiert“, erzählt Rock. „Ich bin den Hersteller gewechselt, und das hat wirklich den Unterschied gemacht. Seitdem fühle ich mich an der Oche wohler, und das sieht man in meinen Ergebnissen.“
Die Nominierung für die
Premier League Darts war ein wichtiges Ziel für Rock, doch die Erlösung kam erst im letzten Moment. „In der Nacht davor habe ich kein Auge zugemacht“, bekennt er. „Ich hatte noch nichts gehört und fing wirklich an zu zweifeln. Zwanzig Minuten bevor die Nominierung bekannt gegeben wurde, bekam ich Bescheid, dass ich dabei bin. Das war eine enorme Erleichterung.“
Obwohl Rock inzwischen weiß, dass er zur Elite gehört, ist das noch nicht ganz eingesickert. „Ich glaube nicht, dass es wirklich angekommen ist“, sagt er. „Aber sobald ich dort auf der Bühne in Belfast stehe, wird es mich treffen. Dann werde ich erst begreifen, was das bedeutet.“
Rock rechnet mit Nervosität, sieht das aber nicht negativ. „Ich werde sicher etwas nervös sein, aber vor allem werde ich es genießen. Das sind die Momente, von denen man als Kind träumt.“
Laut Rock ist die Teilnahme an der
Premier League Darts die endgültige Bestätigung seines Status. „Man sagt immer: Du gehörst erst wirklich zur Elite, wenn du in der Premier League Darts spielst“, so Rock. „Jetzt kann ich sagen, dass ich zur Elite gehöre. Siebzehn Wochen lang im Fernsehen, gegen die besten Spieler der Welt. Das fühlt sich großartig an.“
Weltmeistertitel bleibt das ultimative Ziel
Trotz seiner Premier-League-Nominierung bleibt Rocks größte Traum unverändert: Weltmeister werden. Dieser Traum muss vorerst warten, nachdem er vergangenen Monat bei der WM im Alexandra Palace in der vierten Runde ausschied. „Ich hatte wirklich das Gefühl, dass ich dieses Jahr sehr weit kommen kann“, blickt Rock zurück. „Aber dann traf ich auf Justin Hood, und der traf hundert Prozent auf die Doppel. Da kannst du manchmal einfach nichts machen.“
Trotzdem bleibt der Glaube ungebrochen. „Ich bin überzeugt, dass ich eines Tages Weltmeister werde“, sagt Rock entschlossen. „Ich wäre zufrieden, wenn ich meine Karriere mit einem Weltmeistertitel abschließe.“
Für das kommende Jahr hat Rock klare Ziele formuliert. „Ich will die Play-offs der
Premier League Darts in der O2 Arena erreichen“, sagt er. „Und außerdem ist mein Ziel, in diesem Jahr die Top Vier der Weltrangliste zu knacken.“