Gian van Veen steht vor einem Wettlauf gegen die Zeit mit Blick auf den nächsten Spielabend der
Premier League Darts in Berlin. Der niederländische Topspieler fehlte vergangene Woche sowohl beim
Premier-League-Abend in Dublin als auch bei der Euro Tour in Belgien wegen Nierensteinen, wegen derer er sogar im Krankenhaus landete. Inzwischen geht es vorsichtig besser, doch von einer vollständigen Genesung kann noch keine Rede sein.
„Ich bin immer noch sehr schnell müde“
In der neuesten Folge des Podcasts Darts Draait Door gibt Van Veen selbst einen offenen Einblick in seinen aktuellen körperlichen Zustand. Daraus wird deutlich, dass er noch deutlich Kraft tanken muss, um überhaupt antreten zu können. „Ich merke, dass ich in der vergangenen Woche sehr viel Kraft und Energie verloren habe, bin sehr schnell müde“, sagt er ehrlich.
Der Dartprofi versuchte es am vergangenen Wochenende ruhig angehen zu lassen und Zeit mit der Familie zu verbringen, doch selbst das erwies sich als ziemlich fordernd. „Ich war am vergangenen Wochenende bei der Familie und ich merkte, dass all diese Reize auch noch sehr ermüdend sind“, so Van Veen. Die Auswirkungen seines Krankenhausaufenthalts und der Nierensteine sind demnach nicht zu unterschätzen. Während Spitzensportler normalerweise an Trubel und Spannung gewöhnt sind, scheint er nun sogar mit relativ alltäglichen Situationen zu kämpfen.
Gian van Veen gibt in diesem Jahr sein Debüt in der Premier League Darts
Auch ein erster Versuch, wieder zu trainieren, zeigte, dass er noch weit von seinem Normalniveau entfernt ist. „Ich habe am Sonntag auch noch ein Viertelstündchen geworfen, aber danach war ich völlig platt und fix und fertig. Das muss in den kommenden Tagen wirklich besser werden, sonst wird es schwierig.“
Logische Zweifel
Diese Zweifel sind nur folgerichtig. Die Premier League Darts gilt als eines der intensivsten Turniere im Kalender. Spieler müssen nicht nur körperlich topfit sein, sondern auch mental scharf bleiben in einer Umgebung voller Lärm, Licht und tausender leidenschaftlicher Fans. Für jemanden, der angibt, bereits bei einem Familienbesuch überreizt zu sein, wirkt der Schritt in eine brodelnde Darts-Arena besonders groß.
Van Veen bleibt trotz seines Ehrgeizes, so schnell wie möglich wieder dabei zu sein, realistisch. „Ich werde alles dafür tun, aber die Premier League Darts ist am Ende nicht das, worum es geht, so schön es auch ist“, sagt er. Damit zeigt er, dass er das große Ganze nicht aus den Augen verliert. Eine überstürzte Rückkehr kann nämlich nach hinten losgehen und sogar zu einer längeren Auszeit führen.
Bedeutung von Geduld und Vorsicht
Auch im Podcast bekommt er diesen Rat von Ex-Profi
Vincent van der Voort mit auf den Weg. Der betont die Bedeutung von Geduld und Vorsicht. „Nicht zu schnell anfangen, ich würde an seiner Stelle gut aufpassen. Wenn du nach einem Viertelstündchen Werfen schon so müde bist...“ Es ist eine klare Warnung, gestützt auf Erfahrung im Spitzensport.
Van Veen kann sich dem gut anschließen, schaut zugleich aber vor allem nach vorn. Er ist erleichtert, dass es inzwischen besser geht, denn wenige Tage zuvor war die Lage noch deutlich besorgniserregender. „Ich habe zwei Tage versucht, die Nierensteine herauszupinkeln, damit ich nicht operiert werden musste, aber das ging wegen einer Entzündung nicht.“ Diese Zeit hat ihn stark mitgenommen und erklärt auch, warum seine Genesung Zeit braucht.
Die kommenden Tage werden entscheidend für seine Teilnahme am Premier-League-Abend in Berlin sein. Sollte seine Erholung schnell genug voranschreiten, ist ein Auftritt noch möglich. Bleibt die Müdigkeit jedoch bestehen, scheint es klüger, kein Risiko einzugehen. Für einen Spieler mit langfristigen Zielen ist die Gesundheit am Ende wichtiger als ein einzelner Abend auf der Bühne.