Niko Springer hat bei den Austrian Darts Open ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. Der Deutsche besiegte den aktuell wohl formstärksten Pro-Tour-Spieler Wessel Nijman in der zweiten Runde mit 6:0 und spielte sich dabei phasenweise in einen absoluten Rausch. Vor allem in den ersten fünf Legs agierte Springer auf Weltklasse-Niveau und ließ seinem Gegner kaum Luft zum Atmen.
Dabei wusste Springer genau, welche Aufgabe ihn erwartete. Der Deutsche kennt Nijman bereits seit Jahren von der Development Tour und hatte großen Respekt vor dessen Formkurve in dieser Saison.
„Ich kenne Wessel ja schon ein bisschen länger, gerade von der Development Tour. Es waren immer hochklassige Spiele. Wenn man sich das Jahr anschaut, ist er immer noch der Spieler des Jahres. Deswegen wusste ich, was auf mich zukommt und was ich spielen muss“, erklärte Springer nach der Partie bei Dartsnews.de.
Der 25-Jährige erwischte einen perfekten Start und nutzte direkt seine Chancen. Gleichzeitig fand Nijman zunächst überhaupt nicht in die Partie. Genau daraus zog Springer zusätzliches Selbstvertrauen.
„Ich würde schon sagen, dass ich richtig gut reingekommen bin. Ich habe meine Chancen am Anfang genutzt und er ist vielleicht nicht so reingekommen, wie er es sich gewünscht hätte. Davon habe ich ein bisschen profitiert und das hat mir mitten im Spiel Selbstvertrauen gegeben. Glücklicherweise habe ich es dann zu Ende gebracht.“
Besonders beeindruckend war Springers Niveau in der Anfangsphase. Nach fünf Legs stand der Deutsche bei einem Average von rund 110 Punkten. Dennoch sieht Springer in seinem Spiel weiterhin Luft nach oben.
Auf die Frage, wie nah diese Partie an der Perfektion gewesen sei, blieb der Deutsche überraschend kritisch mit sich selbst.
„Ich würde schon sagen, dass von meinem Spiel deutlich nach oben gehen kann. Ich habe die Statistiken jetzt noch nicht gesehen, aber ich traue mir da schon mehr zu. Ich bin aber natürlich erstmal sehr glücklich.“
Dass Springer dieses Niveau auch gegen absolute Topspieler zeigen kann, wollte er mit diesem Auftritt eindrucksvoll beweisen. Nach dem Match wurde er darauf angesprochen, wie es sich anfühlt, eine solche Leistung endlich auf der großen Bühne zu zeigen.
„Also es hat sich gar nicht so angefühlt, muss ich sagen“, erklärte Springer mit einem Grinsen als er den Average der ersten fünf Legs hörte. „Wenn du im Fokus bist, versuchst du alles andere auszuschalten. Das jetzt zu hören fühlt sich natürlich gut an, gerade im Vergleich zu gestern. Da würde ich sagen, war es deutlich schlechter.“
Trotz der klaren Führung blieb der Deutsche bis zum Schluss konzentriert. Er wusste genau, wie gefährlich Nijman werden kann, sobald der Niederländer einmal ins Match findet.
„Klar, wenn du 5:0 führst und das Ziel vor Augen hast, weißt du trotzdem, was er spielen kann. Wenn er am Ende noch richtig ins Spiel reinkommt, kann sich das schon nochmal wenden.“
Auch beim Stand von 5:0 dachte Springer nach eigener Aussage nicht an den möglichen Whitewash. Vielmehr ärgerten ihn verpasste Matchdarts, obwohl der Sieg nie ernsthaft in Gefahr geriet.
Erneut im Achtelfinale eines European Tour Turniers: Niko Springer
„Nicht mal Whitewash. Ich weiß, ich habe meine Darts zum Sieg. Die habe ich jetzt nicht nur gestern mit mindestens drei Darts verfehlt. Klar ärgert es einen, weil es das Gefühl vom Spiel ein bisschen widerlegt. Aber am Ende zählt der Sieg.“
Im Achtelfinale wartet nun die nächste Mammutaufgabe. Dort trifft Springer auf Josh Rock, der inzwischen zu den besten Spielern der Welt gehört und sogar in der Premier League Darts auf der Bühne steht. Springer weiß genau, dass dafür erneut eine Top-Leistung nötig sein wird.
„Wenn es so leicht werden würde“, sagte Springer lachend auf die Aussage, dass seine Leistung von Tag zu Tag immer besser werde. „Ich glaube, gegen Josh Rock wird das nochmal ein komplett anderes Spiel. Er spielt in der Premier League und ist schon einer der besten Spieler der Welt. Ich weiß, dass ich ein ähnliches Niveau spielen muss – wenn nicht sogar noch einen obendrauf packen muss. Ich bin sehr selbstbewusst.“