„Mensur war nicht das Problem, es war das Publikum“ – James Wade teilt nach Sieg über Mensur Suljovic gegen Zuschauer in Graz aus

PDC
Samstag, 09 Mai 2026 um 23:27
James Wade (3)
James Wade hat sich überzeugend für den Finaltag der Austrian Darts Open qualifiziert, doch anschließend drehte sich das Gespräch vor allem um die Stimmung in der Halle in Graz. Der Engländer besiegte Lokalmatador Mensur Suljovic deutlich mit 6:2 und spielte dabei einen starken Average von 103,20. Dennoch zeigte sich Wade nach dem Match vor allem kritisch gegenüber dem Verhalten des österreichischen Publikums.
Suljovic hatte am Vortag noch für einen der emotionalsten Momente des Turniers gesorgt, als er vor heimischem Publikum Cameron Menzies ausschaltete. In der zweiten Runde erhielt der Österreicher erneut massive Unterstützung von den Rängen, doch Wade ließ sich davon kaum beeindrucken und lieferte vielmehr einen seiner besten Auftritte der vergangenen Monate ab.
Nach dem Match machte „The Machine“ deutlich, dass er insbesondere mit der Art und Weise haderte, wie sich das Publikum während der Partie verhalten hatte.
„Oh, Mensur war doch nicht das Problem, oder? Es war das Publikum“, sagte Wade gegenüber Dartsnews.de. „Aber gut, Mensur ist leicht zu beeinflussen, und dasselbe gilt für das Publikum.“

Wade ärgert sich über mangelnden Respekt

Der frühere Premier-League-Champion ging anschließend noch einen Schritt weiter in seiner Kritik. Laut Wade kippte die Atmosphäre während des Spiels in bestimmten Momenten von leidenschaftlich zu respektlos.
„Ehrlich gesagt fand ich es ziemlich miserabel“, stellte er klar. „Das Publikum war nicht respektvoll. Mensur hat nicht großartig gespielt, aber der bessere von uns beiden hat gewonnen, also ist am Ende alles in Ordnung.“
Wade schien sich vielmehr an der feindseligen Atmosphäre in der Halle zu entzünden. Der Engländer blieb auf die Doppelfelder cool und bestrafte nahezu jeden Fehler von Suljovic gnadenlos. Während das österreichische Publikum auf einen neuen Coup seines Publikumslieblings hoffte, übernahm Wade früh die Kontrolle über die Partie und gab diesen Vorsprung nicht mehr aus der Hand.
Seine Reaktion danach machte deutlich, dass sich der Engländer der feindseligen Stimmung bewusst war, gleichzeitig aber auch genoss, dass er diese mit seinem Spiel zu seinen Gunsten drehen konnte.
Als man ihn fragte, wie beliebt er sich derzeit in der Dartswelt einschätze, antwortete Wade mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus.
„Beliebter als manche andere“, grinste er. „Wahrscheinlich im Moment sogar etwas beliebter als Mensur, denn ich habe ihn gerade geschlagen. Also müssten sie jetzt eigentlich für mich jubeln, oder?“

Mehr Spaß und weniger ernst

Neben seinen Leistungen auf der Bühne kam im Interview auch seine auffälligere Präsenz in den sozialen Medien zur Sprache. Wade teilt in den vergangenen Wochen häufiger Fotos und Videos aus seinem Privatleben und rund um Turniere. Einige Fans vermuten, er wolle sich damit erneut für einen Platz in der Premier League ins Gespräch bringen, doch laut Wade ist das ganz anders.
„Ich mache das eigentlich vor allem für meine Kinder, für die Erinnerungen“, erklärte er. „Außerdem haben wir etwas, das Bullsite heißt, und das werden wir neu starten. Ich will einfach mehr Spaß haben und nicht immer so ernst sein.“
Dabei erhält er Unterstützung von seinem guten Freund Lee Spooner. „Wir machen gemeinsam etwas Schönes daraus und dann sehen wir, wo es endet.“

Familie und mentale Gesundheit im Fokus

Im Gespräch wurde auch deutlich, wo Wade inzwischen seine Prioritäten setzt. Der Engländer sprach offen über die Bedeutung von Familie und mentaler Gesundheit, Themen, für die er sich schon länger starkmacht.
„Ich bin einfach, wer ich bin“, sagte Wade. „Das Wichtigste in meinem Leben ist Familie. Das Zweitwichtigste ist auch Familie. Und danach wahrscheinlich Wohltätigkeit und Aufmerksamkeit für mentale Gesundheit.“
Laut Wade wird das Thema sowohl im Sport als auch darüber hinaus noch immer unterschätzt.
„Leider verstehen noch immer zu wenige Menschen, wie wichtig mentale Gesundheit ist. Viele erkennen es nicht oder nehmen es nicht ernst. Das ist etwas, wofür ich weiterhin Aufmerksamkeit schaffen möchte. Dafür bin ich hier.“

Günstiger Spielplan winkt für Wade

Wade griff das Thema Publikum schließlich noch einmal auf, als er auf den Finaltag in Graz vorausblickte.
„Jeder, der am Sonntag noch im Turnier ist, hat es sich verdient“, sagte er. „Diese Spieler stehen dort wegen ihrer Qualitäten als Dartspieler, nicht weil das Publikum ihnen geholfen hat, ein Match zu gewinnen.“
Auf Wade wartet nun ein Duell mit Luke Woodhouse, während möglicherweise Kevin Doets oder Ryan Joyce später im Tableau lauern. Auf dem Papier scheint es ein Weg mit Chancen für den erfahrenen Engländer zu sein, zumal angesichts der Form, die er gegen Suljovic zeigte.
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