Die deutschen Spieler haben am Samstagabend bei den
Austrian Darts Open in Graz ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. Vor allem
Niko Springer sorgte mit einem beeindruckenden 6-0-Whitewash gegen Wessel Nijman für die Leistung des Abends. Auch Titelverteidiger
Martin Schindler überzeugte und zog mit einem Sieg gegen Peter Wright ins Achtelfinale ein. Michael van Gerwen gehörte zwar ebenfalls zu den Gewinnern des Abends.
Niko Springer überrollt Nijman mit einer Machtdemonstration
Im letzten Match des Abends traf der formstarke Wessel Nijman auf Niko Springer. Viele hatten den Niederländer vorne gesehen, doch Springer spielte sich in einen regelrechten Rausch und fegte Nijman mit 6-0 von der Bühne.
Bereits das erste Leg zeigte die Richtung der Partie. Springer startete mit einem 130er-Finish zum 12-Darter und Break. Danach ließ der Deutsche ein 13-Dart-Leg sowie ein weiteres Break in 14 Darts folgen. Nijman fand überhaupt keinen Zugriff auf die Partie.
Springer spielte phasenweise einen Average von fast 113 Punkten. Besonders beeindruckend war seine Kaltschnäuzigkeit auf die Doppel. Beim Stand von 68 Restpunkten checkte er mühelos über das Bullseye. Nijman bekam seine erste Chance auf ein Doppel erst bei einem möglichen 107er-Finish, vergab jedoch. Springer nutzte das sofort und stellte mit einem 102er-Checkout auf 5-0.
Das letzte Leg wurde zwar etwas hektischer, weil beide Spieler mehrere Darts auf Doppel vergaben, doch Springer machte schließlich auf Doppel 4 alles klar. Mit einem Average von 100,2 Punkten lieferte der Deutsche eine absolute Gala-Vorstellung ab.
Martin Schindler startet erfolgreich in die Titelverteidigung
Auch Martin Schindler darf weiter vom nächsten Titel in Graz träumen. Der deutsche Nummer eins gewann sein Auftaktmatch gegen Peter Wright mit 6-2 und erreichte damit das Achtelfinale. Dort kommt es nun zur Neuauflage des Endspiels aus dem Vorjahr gegen Ross Smith.
Die Partie begann zunächst ausgeglichen. Schindler verpasste es, ein frühes Break zu bestätigen, was Wright direkt bestrafte. Der Schotte checkte 107 Punkte und ging nach einem weiteren starken Finish sogar in Führung.
Danach kontrollierte allerdings nur noch Schindler das Match. Obwohl der Deutsche einige Darts auf Doppel liegen ließ, war Wright im Scoring deutlich zu schwach. Schindler spielte im Schnitt rund zehn Punkte besser als der zweimalige Weltmeister und zog schnell auf 4-2 davon.
Auch im siebten Leg ließ Schindler mehrere Doppelchancen liegen, traf am Ende aber doch die Doppel 5. Kurz darauf machte er den Sieg auf der Doppel 3 perfekt. Wright zeigte erneut eine enttäuschende Leistung, während Schindler seine Titelverteidigung erfolgreich fortsetzt.
Van Gerwen überzeugt nach Niederlage gegen Ratajski
Michael van Gerwen gewann sein Zweitrundenmatch gegen Krzysztof Ratajski mit 6-3 und spielte dabei einen Average von über 103 Punkten. Für den Niederländer war es eine gelungene Revanche, nachdem er wenige Tage zuvor in Hildesheim erstmals gegen den Polen verloren hatte.
Der Start verlief allerdings alles andere als ideal. Ratajski holte sich direkt das Break und zog anschließend mit einem 13-Darter auf 2-0 davon. Danach drehte van Gerwen jedoch auf. Mit einem 137er-Checkout kämpfte er sich zurück und übernahm wenig später erstmals die Führung.
Anschließend spielte „Mighty Mike“ seine Klasse aus. Ein 128er-Finish und mehrere starke Legs sorgten dafür, dass van Gerwen fünf Legs in Folge gewann. Zwar vergab er zunächst einen Matchdart, machte den Sieg kurz darauf aber mit einem starken 121er-Checkout perfekt.
Gian van Veen weiter außer Form
Weniger erfolgreich verlief der Abend für Gian van Veen. Der Niederländer schied bereits zum dritten European-Tour-Turnier in Folge in Runde zwei aus. Gegen Madars Razma setzte es eine knappe 5-6-Niederlage.
Van Veen spielte zwar solide auf die Doppel, doch im Scoring fehlte die Konstanz. Razma nutzte das konsequent aus und erzwang ein Entscheidungsleg. Dort vergab der Lette zunächst drei Matchdarts, doch van Veen konnte seine Chance auf 112 Restpunkten ebenfalls nicht nutzen. Schließlich traf Razma mit seinem fünften Matchdart zum Sieg.
Wade beendet Suljovic-Hoffnungen in Graz
Für das österreichische Publikum endete der Abend ebenfalls enttäuschend. Mensur Suljovic unterlag James Wade deutlich mit 2-6. Wade spielte dabei einen Average von über 103 Punkten und ließ sich auch von den lautstarken Fans in Graz nicht aus der Ruhe bringen.
Der Engländer startete furios und führte schnell mit 4-0. Suljovic kämpfte sich zwar kurz zurück und checkte unter anderem ein starkes 111er-Finish, doch Wade blieb eiskalt. Mit einem weiteren 11-Darter machte „The Machine“ schließlich alles klar.
Josh Rock und Daryl Gurney ebenfalls weiter
Josh Rock setzte sich mit 6-3 gegen Patrick Kovacs durch. Der Nordire zeigte sich vor allem auf die Doppel stark und überzeugte mit wichtigen Highfinishes. Kovacs hielt die Partie zwar lange offen, vergab jedoch mehrere Chancen auf große Checkouts.
Auch Daryl Gurney feierte einen wichtigen Erfolg. Der Nordire besiegte Ian White mit 6-3 und setzte dabei mit einem 157er-Finish den Schlusspunkt. Für Gurney war es nach schwierigen Monaten ein wichtiger Sieg auf der European Tour.