„Ich vermisse meinen besten Freund noch jeden Tag“ – Sechs Monate nach dem Tod seines Großvaters spricht Callan Rydz offen über seinen Trauerprozess

PDC
Samstag, 27 Juni 2026 um 17:30
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Callan Rydz hat sich in einer emotionalen Botschaft in den sozialen Medien offen über die schwere Zeit geäußert, die er derzeit durchlebt. Der 27 Jahre alte Engländer kämpft sechs Monate nach dem Tod seines geliebten Großvaters noch immer täglich mit seiner Trauer und gibt zu, dass er den Verlust trotz aller Bemühungen bislang nicht verarbeiten konnte.
Die aktuelle Nummer 41 der Weltrangliste verlor seinen Opa im Dezember, ausgerechnet während er bei der PDC Weltmeisterschaft im Alexandra Palace antrat. Rydz nannte ihn damals „die wichtigste Person in seinem Leben". Trotz dieses persönlichen Schicksalsschlags erreichte er bei dem Major-Turnier noch die dritte Runde, bevor er gegen Josh Rock mit 1:4 Sätzen ausschied.

Die Form fehlt seit dem Verlust

Seit diesem Einschnitt läuft die Saison für „The Riot" alles andere als rund. Der Engländer erreichte in diesem Jahr lediglich ein Halbfinale auf der ProTour und fand seine frühere Konstanz nicht zurück, die ihn einst zu einem gefürchteten Außenseiter im Feld machte.
In seiner Nachricht erklärt Rydz, wie schwer ihm der Verlust noch immer zusetzt: „Normalerweise poste ich hier nicht viel und suche auch keine Aufmerksamkeit, aber gestern waren es genau sechs Monate, seit ich die wichtigste Person in meinem Leben verloren habe."
Er beschreibt seinen Großvater als jemanden, der ihm durch alles geholfen habe und den jeder geliebt habe, der ihn kannte. Seit dessen Tod fühle er sich nicht bereit, Abschied zu nehmen.

Einsame Abende im Hotelzimmer

Rydz schildert, wie er während seiner Reisen für die PDC oft allein im Hotelzimmer sitzt und an gemeinsame Erinnerungen denkt. Er habe dort schon häufig geweint, wenn er an die Momente zurückdachte, in denen beide gemeinsam gelacht hätten. Manchmal brauche man einfach seinen besten Freund – und genau diesen vermisse er im Moment am meisten. Sein Opa sei ihm Vorbild gewesen, der Mann, zu dem er selbst immer werden wollte.
Ungewohnt offen spricht der Profi auch über seinen Umgang mit der Trauer. Er gibt zu, manchmal Zuflucht im Alkohol zu suchen, obwohl er wisse, dass dies keine Lösung sei: „Trinken ist nicht die Antwort, aber manchmal hilft es. Allein sein und trinken hilft in dem Moment. Danach fühlst du dich am nächsten Tag wieder mies, und alles beginnt von vorn, nur um kurz alles zu vergessen." Am schwersten falle ihm dabei, das Bild seines Opas im Krankenhausbett aus dem Kopf zu bekommen.

Schmerz hinter der Fassade

Auf der Tour versucht Rydz, sich gegenüber seinen Kollegen zusammenzureißen, trotz seines inneren Kampfes. Er gebe sein Bestes, um den Schmerz kurz zu vergessen und mit den anderen Spielern auf der ProTour Spaß zu haben. Tief im Inneren spüre er jedoch jeden Tag enormen Schmerz. An manchen Tagen wolle er gar nicht zu den Turnieren, sondern lieber allein sein, irgendwo, wo ihn niemand sehen könne.
Der Engländer räumt zudem ein, dass es ihm schwerfalle, über seine Gefühle zu sprechen. Er sei schüchtern und finde es schwierig, sich anderen Menschen gegenüber zu öffnen, was die Situation zusätzlich erschwere. Trotz allem beendet Rydz seine Botschaft mit einem Funken Hoffnung: Am Ende werde er durch diese schwere Zeit hindurchkommen.
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