Diskussion | US Darts Masters – Littlers Frustration, Price ohne Glanz und die Frage nach einem US-/Kanada-Doubleheader

PDC
Samstag, 27 Juni 2026 um 15:30
Gerwyn Price
Die US Darts Masters gingen am Wochenende über die Bühne, und Luke Humphries sicherte sich den Titel. „Cool Hand Luke“ setzte sich im Finale gegen Luke Littler mit 8:7 durch und verteidigte damit seine Krone in Madison Square Garden.
Doch während die World Series nun Richtung Australien und Neuseeland blickt, werfen sich einige Fragen auf. Reisen Littler und Gerwyn Price mit mehr offenen Fragen als Antworten aus New York ab? Und lohnt es sich für die PDC vielleicht, künftig länger in den USA zu bleiben, statt nur für ein Wochenende anzureisen?
Unsere Autoren ordnen diese Themen ein, bevor der Big Apple für ein weiteres Jahr aus dem Darts-Kalender verschwindet.

US Darts Masters – Ergebnisse auf einen Blick

Viertelfinale

Spieler 1 v Spieler 2
Luke Littler 6–1 Jim Long
James Wade 6–3 Gerwyn Price
Luke Humphries 6–3 Stephen Bunting
Gian van Veen 6–3 Jonny Clayton

Halbfinale

Spieler 1 v Spieler 2
Luke Littler 7–4 James Wade
Luke Humphries 7–6 Gian van Veen

Finale

Spieler 1 v Spieler 2
Luke Humphries 8–7 Luke Littler

Erschöpfter Price und ein möglicher US/Kanada-Doppel-Header?

Lucas Michael, Editor bei DartsNews.com, beschrieb Gerwyn Price' Auftritt in New York als auffallend kraftlos und sprach sich gleichzeitig dafür aus, angesichts des Erfolgs der Events einen Doppel-Header in den USA und Kanada einzuführen.
Erneut lieferten sich Luke Littler und Luke Humphries einen echten Krimi. Das Pendel schwingt seit einigen Wochen und Monaten etwas stärker in Richtung „Cool Hand Luke" – eine willkommene Wende nach einer Serie bitterer Finalniederlagen. Vier der letzten fünf direkten Duelle gewann Humphries, lediglich das Finale der Premier League Darts sicherte sich Littler.
Humphries darf enorm viel Selbstvertrauen aus diesem Sieg ziehen. Littler im Decider zu bezwingen, gelingt nur selten, und er bewies sein Können, als er nach neun Darts bereits bei 86 Punkten stand. Bei eigenem Anwurf zeigte Humphries dann mit einem mühelosen 11-Darter, warum er zu den besten Spielern der Welt zählt. Für mich bleibt Littler die Nummer eins, Humphries folgt knapp dahinter, doch der Abstand schrumpft. Gerwyn Price, Jonny Clayton, Gian van Veen und Michael van Gerwen reihen sich mit deutlichem Abstand ein.
Bei den übrigen Teilnehmern fällt vor allem van Veens Rückkehr in die späten Turnierphasen positiv auf. Zwar reist er nach einer verschenkten 6:3-Führung im Halbfinale mit gesenktem Kopf ab, befindet sich aber weiterhin auf dem Weg zurück zu seiner Bestform. Ein Erfolg beim World Matchplay kommt vielleicht noch zu früh, doch sollte er seine Form rechtzeitig zu den großen Major-Turnieren später im Jahr finden, gehört er klar zu den Spielern, die man im Blick haben muss.
Wie ich Price aktuell einschätzen soll, weiß ich ehrlich gesagt nicht genau. Er zählt nach wie vor zu den besten Spielern der Welt und kann jeden Gegner schlagen – die Zahlen erzählen jedoch eine andere Geschichte. Zwei Titel gewann er in diesem Jahr zwar, doch fehlende Major-Erfolge seit 2022 (den World Cup of Darts ausgenommen) wirken bedenklich und überraschend. Zum wiederholten Mal scheidet er im Viertelfinale der World Series aus und scheint gedanklich mit anderen Dingen beschäftigt zu sein. Im Interesse des Sports sollte Price seine Angelegenheiten neben der Oche klären und mit klarem Kopf sowie neuem Hunger zurückkehren. Wie bei van Veen dürfte auch hier das richtige Timing entscheidend sein, zumal nach dem World Matchplay eine ruhigere Phase im Kalender folgt.
Gerwyn Price bei den US Darts Masters 2026
Was ist von Price in New York zu halten?
Kürzlich stellte ich mir die Frage, warum die USA – oder Nordamerika insgesamt – nur ein einziges World Series of Darts-Event erhalten. Im Nahen Osten und in Ozeanien existiert bereits jeweils ein Doppel-Header, was nahelegt, dass ein weiteres Event in den USA oder sogar in Kanada durchaus sinnvoll wäre. Da Darts dort zunehmend an Popularität gewinnt, könnte dieses Szenario eines Tages Realität werden. Angesichts des bereits vollen Kalenders dürfte diese Entscheidung nicht jedem gefallen, doch ein Doppel-Header in Nordamerika erscheint mir durchaus vorstellbar.

Für einige mehr Fragen als Antworten

Samuel Gill, Chefredakteur von DartsNews.com, stimmt zu: Unterm Strich bleiben mehr Fragen als Antworten zurück.
Luke Littler steuert nun auf eine Art Wartephase zu, da er bis zum World Matchplay keine weiteren Turniere bestreitet. Realistisch betrachtet schärft das seinen Rhythmus kaum, und sein Wunsch, Events auszulassen, wirkt dadurch zunehmend fragwürdig.
Im Finale unterlag er Luke Humphries, wobei beide über das gesamte Turnier hinweg überragend spielten. Beide planten ihren Kalender selektiv – Humphries jedoch geschickter, da er weiterhin regelmäßig antritt. Genau das dürfte ihm für Blackpool einen echten Vorteil verschaffen.
Auf der anderen Seite scheint Gerwyn Price allmählich in Schwung zu kommen, auch wenn manche mit Blick auf das World Matchplay eher von Sorge sprechen würden. Seine Bestform liegt schon länger zurück, und gesundheitliche Probleme bereiten zusätzlich Kopfzerbrechen.

Littlers World Matchplay-Vorbereitung wird „größtenteils aus Trainingseinheiten bestehen“

Pieter Verbeek, Redakteur bei DartsNieuws.com, betonte, dass „The Nuke“ in den kommenden Monaten überwiegend trainieren statt sich gezielt auf das World Matchplay vorbereiten werde – ein Grund, weshalb die verlorene Finalteilnahme besonders schmerzt.
Zum dritten Mal in diesem Jahr standen sich Luke Littler und Luke Humphries in einem TV-Finale gegenüber, und erneut musste das entscheidende Leg über den Sieger entscheiden. Bei den World Masters und in der Premier League Darts behielt noch Littler die Oberhand, diesmal setzte sich jedoch Humphries durch. Der Erfolg verschafft der Nummer 2 der Welt wichtigen Rückenwind für die zweite Saisonhälfte, in der die größten Titel des Sports vergeben werden.
Humphries präsentiert sich derzeit in absoluter Bestform. Bei seinen letzten acht Turnierstarts erreichte er jedes Mal das Finale. Nach einem enttäuschenden Frühling scheint der Weltmeister von 2024 diese schwierige Phase nun endgültig hinter sich gelassen zu haben.
Für Littler bedeutet New York dagegen erneut ein frustrierendes Ergebnis: drei Auftritte, drei gescheiterte Titelversuche. Immerhin stand „The Nuke“ erstmals im Finale im Madison Square Garden. Möglicherweise war es zugleich sein letzter Wettkampfeinsatz vor dem prestigeträchtigen World Matchplay (18.07.–26.07.). Der englische Teenager verzichtet 2026 weiterhin auf Players-Championship-Floor-Turniere und lässt auch die European Darts Open (10.07.–12.07.) aus. Seine Vorbereitung auf die traditionelle „Sommer-WM“ des Sports wird folglich größtenteils im Training stattfinden.
Erfreulich entwickelte sich auch Gian van Veen, der sich Schritt für Schritt seiner Bestform annähert. Die Nummer 3 der Welt kämpfte nach einer erzwungenen Pause wegen Nierensteinen im März mit fehlender Konstanz, zeigte in New York jedoch starke Leistungen. Mit einem Average von 106 setzte er sich im Viertelfinale 6:3 gegen Jonny Clayton durch und erreichte das Halbfinale. Zwar fehlt noch die nötige Beständigkeit, doch bleiben „GVV The Giant“ genügend Turniere, um sein Spiel zu schärfen, bevor die wichtigsten Events der Saison beginnen.

Allmähliche Rückkehr zur Form bei Van Veen

Mats Leering, Redakteur bei DartsNieuws.com, lobte ebenfalls Van Veens Rückkehr zur Form nach seinen jüngsten gesundheitlichen Problemen.
Luke Littler und Luke Humphries bewiesen beim US Darts Masters erneut, warum sie aktuell die beiden besten Dartsspieler der Welt sind. Zum dritten Mal in diesem Jahr standen sich beide im Finale gegenüber, und nachdem Littler die beiden vorherigen Duelle für sich entschieden hatte, triumphierte diesmal Humphries und verteidigte damit erfolgreich seinen Titel.
Und was für ein Finale es war. Erst das entscheidende letzte Leg brachte die Entscheidung, und nach neun Darts lagen beide unter 100: Humphries bei 41, Littler bei 86. Am Ende sicherte sich „Cool Hand Luke“ den Sieg mit einem 11-Darter und einem Average von knapp über 104.
Gian van Veen bläst die Backen auf.
Eine willkommene Rückkehr zur Form bei Gian van Veen.
Dabei hätte das Finale durchaus anders ausgehen können, denn im Halbfinale lag der Engländer gegen Gian van Veen mit 3:6 zurück. Vier Legs in Folge brachten ihn jedoch zurück ins Spiel, und auf Kosten des Niederländers zog er ins Finale ein. Besonders erfreulich war dabei, wie stark Van Veen auftrat. Nach einer schwierigen Phase während der Premier League, bedingt auch durch Nierensteine, scheint der Niederländer Schritt für Schritt zu seiner gewohnten Form zurückzufinden.
Klatscht 1Besucher 1
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Aktuelle Kommentare

Loading