„Ich will nächstes Jahr bei der Q-School antreten“ – Benito van de Pas scheint sich ernsthaft auf eine Rückkehr im Darts vorzubereiten

PDC
Freitag, 20 Februar 2026 um 16:30
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Vier Tage pro Woche arbeitet er inzwischen im Krankenhaus, in der Apotheke. Ein anderer Rhythmus, ein anderes Leben. Doch seit dem 01.01. hängt bei Benito van de Pas zu Hause wieder ein Dartboard. Und das hat etwas in Gang gesetzt.
„Ich bin jetzt im Krankenhaus in der Apotheke, vier Tage die Woche, und das gefällt mir alles sehr gut“, erzählt Van de Pas im Gespräch mit Viaplay. „Aber ich habe jetzt auch wieder ein bisschen mit Darts angefangen. Inzwischen seit etwa sechs Wochen. Seit dem 01.01. nehme ich es wieder ernst.“ Das Lächeln ist hörbar, sobald es um Darts geht. Der Spaß ist zurück. „Ich habe wieder richtig Freude daran. Und es sind auch hohe Spitzen in meinem Spiel. Also darf ich mich nicht beklagen.“
Wer die Ergebnisse auf DartConnect verfolgt, sah den Namen Van de Pas in den vergangenen Wochen regelmäßig oben auftauchen. Averages in den 90ern, Ausreißer Richtung 100 – das sorgt bei Beobachtern für Stirnrunzeln. Was hat er vor?
„Wie gesagt: Ich bin erst seit rund sechs Wochen dabei. Davor hatte ich zu Hause nicht einmal mehr ein Dartboard“, lacht er. „Ich war zwar noch in der ersten Division gemeldet und habe vielleicht drei- oder viermal im Jahr ein Match gespielt. Aber zu Weihnachten habe ich von meiner Freundin ein Dartboard bekommen. Seit dem 01.01. bin ich wieder eingestiegen.“
Seine Freundin schenkte ihm nicht nur etwas, sondern gab auch den entscheidenden Schubs. „Sie sagte: Such dir mal ein Hobby. Da dachte ich: Ich nehme das Darten wieder auf.“
Seitdem ist er wöchentlich in der Oranjebar zu finden, einem Begriff in der niederländischen Dartswelt. „Ich gehe jeden Dienstag in die Oranjebar, spiele wieder Super League und versuche am Wochenende auch ein Turnier mitzunehmen.“
Und mit Erfolg: Kürzlich gewann er direkt ein Turnier in Mariahout. „Da waren ein paar gute Averages dabei“, sagt er nüchtern. „Aber es ist auch noch spannend. Es ist lange her. Einmal wirfst du 105 im Schnitt und den Rest des Abends 85. Das ist jetzt noch ein bisschen Suchen.“

Q-School lockt

Dennoch spürt man, dass da auch Ambitionen sind. Am Jahresende will Van de Pas in Form sein. Wofür genau? „Ich weiß es selbst noch nicht ganz“, gibt er ehrlich zu. „Aber ich will schon Q-School spielen. Dann sehen wir, wo das Schiff strandet. Erst mal versuchen, die Finalphase zu erreichen.“
Es ist ein vorsichtig formuliertes Ziel, passend zu seiner aktuellen Phase. Keine großen Ankündigungen, keine große Klappe. „Lasst mich einfach ein paar Monate ordentlich darten und den Spaß wiederfinden“, sagt er. „All die Reaktionen sind schön, aber ich mag das nicht so. Für euch mache ich mal eine Ausnahme.“
Van de Pas ist mehr als nur ein Spieler, der „mal eben zurückkehren“ will. 2015 erreichte er sein erstes European Tour-Finale in Riesa, wo er gegen Michael Smith verlor. „Das war ein wichtiger Moment“, blickt er zurück. „Auf dem Floor begann ich damals schon gut zu spielen. Auch dank dieses Finales stand ich so da, dass ich alle Euro Tours spielen durfte.“
Ein Jahr später folgte sein absolutes Topjahr. 2016 gewann er drei Pro Tour-Turniere und erreichte insgesamt sieben Finals. „Das war wirklich ein schönes Jahr“, sagt er. „Meines Wissens spielte ich in der Saison sieben Finals.“
Auffälliges Detail: In seinen ersten beiden Pro Tour-Finals traf er auf Michael van Gerwen. „Am ersten Tag verlor ich gegen ihn und durfte im Taxi mit zurückfahren“, lacht Van de Pas. „Am zweiten Tag gewann ich … und dann durfte ich nicht mehr mit.“
Benito van de Pas winkt dem Publikum auf der Bühne zu.
Van de Pas wurde einst als das nächste große niederländische Talent nach Michael van Gerwen gehandelt.
Auch bei der Darts WM machte er auf sich aufmerksam. Viermal erreichte er das Achtelfinale. Weiter kam er nicht, doch es unterstrich seine konstante Präsenz auf der größten Bühne. „Weiter als die letzten 16 bin ich nie gekommen, aber viermal unter den letzten 16 ist auch nicht schlecht.“
Außerdem pflegt er warme Erinnerungen an den World Grand Prix, das einzigartige Double-in, Double-out-Turnier. „Das fand ich immer ein schönes Turnier. Meines Wissens habe ich dort auch zwei- oder dreimal das Viertelfinale erreicht.“

Der Dämpfer nach Corona

Sein Rückfall hatte mehrere Ursachen. Ein entscheidender Moment war das Verpassen der WM um nur 500 Pfund, woraufhin er auch seine Tour Card verlor. „Das war ein Schlag“, räumt er ein. „Und dann kam die Corona-Zeit.“
Das veränderte Format mit mehreren Turnieren in kurzer Zeit lag ihm weniger. „Ich war immer ein Spieler, der nach einem schlechten Wochenende die ganze Woche trainierte, um am nächsten Wochenende besser zu sein. Aber mit Corona hattest du manchmal fünf Turniere in einer Woche. Wenn du dann vier davon schlecht spielst, geht es schnell.“
2023 tauchte sein Name noch einmal bei MODUS auf. Er hatte Q-School und Challenge Tour gespielt und wieder intensiver trainiert. Bis sein Körper protestierte. „Ich bekam Probleme mit dem Ellbogen, nach etwa acht Wochen. Ich weiß noch, wie ich bei MODUS spielte und zu Hause meine Kinder nicht einmal mehr hochheben konnte. Das war der Moment, in dem ich dachte: Das geht nicht.“
Es folgte eine Phase von drei Jahren ohne ernsthaftes Darten. Jetzt, Anfang 2026, klingt Van de Pas entspannt. Er trainiert wieder zwei bis drei Stunden pro Tag. „Und ich habe nirgends Beschwerden. Das ist das Wichtigste.“
Keine große Ansage über ein endgültiges Comeback. Keine Aussagen über Ranglisten oder TV-Turniere. Nur die Liebe zum Spiel wiederfinden. „Ich habe noch rund zehn Monate“, sagt er mit Blick auf die Q-School. „Wir sehen schon, wo das Schiff strandet.“
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