„Ihr solltet froh sein, dass er hier ist“ – Vincent van der Voort kritisiert das Verhalten des niederländischen Publikums gegenüber Luke Littler

PDC
Samstag, 19 September 2026 um 13:44
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Danny Noppert erhielt am Freitagabend eine hervorragende Chance, Luke Littler aus den World Series of Darts Finals zu werfen, nutzte jedoch die Verletzlichkeit des Weltmeisters nicht. In der Podcast-Sendung Darts Draait Door sahen Damian Vlottes und Vincent van der Voort vor allem eine verpasste Gelegenheit für den Niederländer. Auch das Verhalten des Amsterdamer Publikums gegenüber Littler wurde ausführlich diskutiert.
Am Ende setzte sich Littler mit 6-4 durch, allerdings alles andere als souverän. Noppert führte 3-1 und hatte Chancen, den Vorsprung auszubauen. Nach Ansicht von Van der Voort war Littler in dieser Phase zu knacken.
„Ich denke, Noppert hat eine glänzende Chance verpasst, ihn rauszunehmen“, meint der ehemalige Profi. „Es war ein verwundbarer Littler, und er verpasste für seine Verhältnisse viele Doppel. Er war an allen Ecken zu packen. Aber dann musst du auch die Tagesform ein Stück weit auf deiner Seite haben. Und Noppert spielte ebenfalls unter seinem normalen Niveau.“
Gerade weil Littler nicht sein übliches Level erreichte, wird die Niederlage Noppert laut Van der Voort besonders wehtun. „Er ist nicht untergegangen, aber ich glaube, die Enttäuschung ist bei Noppert vielleicht sogar noch größer.“

Van der Voort kritisiert Auspfeifen von Littler

Nicht nur das Geschehen auf der Bühne sorgte für Gesprächsstoff. Littler geriet während der Partie wiederholt mit dem Amsterdamer Publikum aneinander. Als er ein 1-3 in ein 3-3 drehte, reagierte der Engländer auf die Pfiffe von den Rängen, indem er die Hände hinter die Ohren legte.
Van der Voort konnte diese Reaktion nachvollziehen. Seiner Meinung nach ging ein Teil des niederländischen Publikums in der Unterstützung für Noppert zu weit. „Warum müsst ihr ihn als Publikum so auspfeifen?“, fragt sich Van der Voort. „Damit erweist ihr ihm nicht den Respekt, den dieser Junge verdient. Seid froh, dass er hier ist. Das ist schlicht ein einzigartiger Spieler. So etwas haben wir noch nie gesehen.“
Luke Littler schreit nach einem Finish in Richtung Publikum.
Littler wurde nahezu die gesamte Partie über vom Publikum in Amsterdam ausgepfiffen.
Dass das Publikum geschlossen hinter Noppert stand, fand Van der Voort selbstverständlich. Doch für ihn gibt es einen Unterschied zwischen die eigene Nummer anfeuern und den Gegner aus dem Rhythmus bringen. „Ihr seid für Noppert, klar. Aber deswegen müsst ihr ihn nicht so ausbuhen. Einfach Noppert lautstark anfeuern.“
Van der Voort hatte sogar das Gefühl, dass die Aufmerksamkeit zunehmend auf Littler statt auf Noppert lag. „Sie waren mehr damit beschäftigt, ihn rauszubringen, als Noppert anzufeuern.“
Kurz schien dieser Ansatz Wirkung zu zeigen. Littler wirkte genervt und war längst nicht so fehlerfrei, wie es Dartsfans von ihm gewohnt sind. Nur profitierte Noppert zu wenig. „Noppert spielte einfach nicht gut. Und dann musst du eben gut bleiben“, resümiert Van der Voort.

„Noppert hätte ein bisschen mehr ein Typ sein müssen“

Ein auffälliger Moment folgte, nachdem Noppert eine 180 warf. Der Friese feierte sein Maximum direkt neben Littler, der daraufhin einen Schritt zurücktrat. Laut Van der Voort lag keine böse Absicht von Noppert vor.
„Ich weiß, dass Noppert das nicht bewusst macht, um ihn rauszubringen, sondern er wollte etwas Interaktion mit dem Publikum. Littler trat zurück. Aber in dem Moment geriet Noppert eigentlich eher von der Spur.“
Noppert entschuldigte sich anschließend, doch Littler reagierte darauf laut dem Duo kaum. Vlottes fragte sich deshalb, ob Noppert in so einer Situation nicht härter hätte auftreten sollen. „Eigentlich hätte Noppert da vielleicht ein bisschen mehr ein Typ sein müssen.“ Van der Voort konnte dem zustimmen. „Ja, und dann nach dem Match einfach sagen: sorry. So ist es nun mal ab und zu.“
Gleichzeitig passt das seiner Meinung nach schlicht nicht zu Nopperts Charakter. „Er ist nicht derjenige, der Spielchen mit dem Gegner treibt oder jemanden aus dem Spiel holen will. Das ehrt ihn einerseits, und dennoch hättest du dir gewünscht, er wäre ein bisschen mehr ein Typ.“
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