„Im Vergleich zur Premier League ist das hier der Kinderspielplatz“ – James Wade holt den Sieg bei Players Championship 1 und teilt erneut gegen die PDC aus
PDC
James Wade hat zum Auftakt der neuen Players Championship-Saison ein starkes Statement gesetzt. Der 42-jährige Engländer sicherte sich am Montag in Hildesheim den ersten Titel des Jahres 2026, nachdem er im Finale Nathan Aspinall mit 8:6 bezwang. Damit feierte „The Machine“ seinen zwölften Triumph bei einem Players-Championship-Event – ein Sieg, der sportlich und emotional viel bedeutete.
Im Vorjahr gewann Wade das 19. Event der Tour, diesmal schlug er gleich beim ersten Turnier zu. Nach einem intensiven Finaltag stand der Altmeister wieder ganz oben – und sprach anschließend offen über seine Enttäuschung, bei der Premier League Darts 2026 erneut ausgeschlossen worden zu sein.
Ein langer Tag mit starken Nerven
Der Weg zum Titel war für Wade kein Spaziergang. Schon früh musste er tief in die mentale Trickkiste greifen. Vier seiner ersten Partien entschied er jeweils erst im finalen Leg, darunter enge Duelle gegen Karel Sedlacek und Alexander Merkx. Erst im fünften Match fand der Linkshänder seinen Rhythmus und besiegte Jeffrey De Graaf klar mit 6:1.

James Wade startet mit dem Sieg beim ersten Players Championship Turnier perfekt in die neue Pro Tour Saison
Im Achtelfinale wartete mit Mensur Suljovic die Nummer eins aus Österreich. Wade spielte konzentriert, nutzte seine Chancen und gewann 6:3. Danach folgte der vielleicht packendste Moment seines Turniers: das Viertelfinal-Drama gegen Joe Cullen. Wieder ging es über die volle Distanz – und wieder behielt „The Machine“ kühlen Kopf, als es wichtig wurde.
Weiterlesen
Im Halbfinale stand er schließlich Michael van Gerwen gegenüber, einem alten Rivalen. Wade lag 5:6 zurück, doch drehte das Match mit einer Serie herausragender Finishes. Mit Checks von 127 und 104 Punkten gewann er die letzten beiden Legs und sicherte sich sein erstes Pro-Tour-Finale seit Juni 2025. „Ich hätte das Duell eigentlich früher entscheiden müssen“, sagte Wade später. „Gegen Michael darf man keine Pausen machen, aber am Ende habe ich das Wichtigste richtig gemacht: gewinnen.“
Finale mit Charakter und Präzision
Im Endspiel gegen Nathan Aspinall erwischte Wade einen holprigen Start. Aspinall, offensiv und treffsicher, spielte sich schnell in Front und führte 5:3. Doch Wade blieb ruhig, obwohl sein Average leicht unter dem seines Gegners lag. Doch dann startete er seine Aufholjagd.
Er gewann vier Legs in Folge in nur 41 Darts und beendete das Match mit einem souveränen 16-Darter zum 8:6-Sieg. „Es wäre schade gewesen, die Krönung im Finale zu verpassen“, sagte Wade kurz nach dem Triumph. „Nathan legte los wie eine Rakete, ich musste wirklich leiden und dranbleiben. Aber jetzt bin ich einfach glücklich – das tut gut.“
Wade gab offen zu, dass die Belastung enorm war. „Dieses Finale hätte nicht viel länger gehen dürfen. Ich war komplett ausgelaugt. Zum Glück ist es nicht ins Entscheidungsleg gegangen – auch wenn ich es wahrscheinlich gewonnen hätte“, sagte er mit einem Schmunzeln.
Der Erfolg bedeutete für Wade bereits den zwölften Titel bei den Players Championships. Seit über zwei Jahrzehnten mischt der Brite an der Weltspitze mit. „Das Niveau ist heute unfassbar hoch“, erklärte er. „Man kann kaum glauben, wie stark die Jungs spielen. Wenn du dir einen einzigen schwachen Moment erlaubst, bist du raus – es gibt keine Geschenke mehr.“
Enttäuschung über Premier-League-Aus
So groß die Freude über den Turniersieg war, so deutlich klang bei Wade auch Frust an. Denn trotz zweier Major-Finals 2025 wurde er nicht für die Premier League Darts 2026 nominiert. „Ich hätte einfach dabei sein müssen – das sagen auch viele andere“, betonte er.
„Aber die PDC und Sky Sports entscheiden, wer ihrer Meinung nach den Sport am besten repräsentiert. Offenbar gehöre ich nicht dazu. Das tut weh und hat mich auch nicht unbedingt motivierter gemacht, irgendjemandem etwas zu beweisen.“ Der Ton war ruhig, aber die Enttäuschung spürbar.
Wade sieht sich als Opfer einer fragwürdigen Auswahlpolitik: „Ich finde nicht, dass die Premier League 2026 die besten Spieler des vergangenen Jahres widerspiegelt. Einige Namen fehlen, die es verdient gehabt hätten.“
Ob der Triumph in Hildesheim wenigstens ein kleiner Trost ist? Wades Antwort fiel knapp, aber ehrlich aus. „Natürlich ist ein Titel schön, aber im Vergleich zur Premier League ist das hier der Kinderspielplatz. Ich gehöre auf die größte Bühne – aber die PDC sieht das offenbar anders.“
Seinen Sieg kann ihm dennoch niemand nehmen. In der Weltrangliste überholte Wade unter anderem Josh Rock und Danny Noppert und schob sich bis auf Platz acht vor – dicht hinter Stephen Bunting, der aktuell Rang sieben hält. Und Ruhen ist keine Option: Schon heute Nachmittag steht in Hildesheim Players Championship 2 auf dem Programm. James Wade will dort zeigen, dass sein Comeback keine Eintagsfliege war.
Weiterlesen

Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Dartsnews.de und berichtet dort über den professionellen Dartsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Erstellung von Liveblogs zu großen Turnieren und wichtigen Ereignissen, darunter die European Tour und die PDC World Darts Championship (WM). Dabei begleitet er das Geschehen in Echtzeit und ordnet Ergebnisse, Spielverläufe und Entwicklungen fortlaufend ein. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um die internationale Darts-Szene.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit Nicolas Gayer und Oliver Ried vernetzt. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
Klatscht 1Besucher 1
Gerade In
Beliebte Nachrichten
Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










