In Dublin wurde gestern der siebte Spieltag der
Premier League Darts ausgetragen. Das Publikum bekam bei einem spektakulären Darts-Abend einiges geboten, an dem
Luke Littler erneut unterstrich, warum er derzeit die unangefochtene Nummer eins der Welt ist. In einem Match, das in alle Richtungen kippte, kämpfte sich der junge Engländer von einem scheinbar aussichtslosen 0:5 zurück und feierte am Ende einen denkwürdigen Sieg.
Littler besiegte im Finale des siebten Spieltags der
Premier League Darts Gerwyn Price mit 6:5, nachdem er zuvor einen 0:5-Rückstand aufgeholt hatte. Nach dem Match stand Littler noch sichtlich unter dem Eindruck dessen, was er soeben geleistet hatte. „Ehrlich gesagt weiß ich nicht genau, wie ich mich fühle“, gab er zu. „Aber ich habe meine Chancen genutzt, und das ist am Ende entscheidend.“
Effizienz macht den Unterschied
Obwohl die Partie lange Zeit von seinem Gegner Gerwyn Price bestimmt wurde, schlug Littler in den entscheidenden Momenten zu. Die Statistiken sprachen dabei Bände. Während Price bei einer Doppelquote von rund 26 Prozent hängen blieb, notierte Littler beeindruckende 50 Prozent auf die Doppelfelder. „Das ist unterm Strich einfach solide“, analysierte Littler nüchtern. „Gerade wenn du so weit hinten liegst, musst du jede Chance ergreifen.“
Beim Stand von 0:5 schien für Price nichts mehr anbrennen zu können. Littler selbst räumte sogar ein, das Duell mental bereits abgehakt zu haben. „Wenn du 0:5 hinten liegst, vergisst du eigentlich alles“, erklärte er. „Ich habe es auch Wayne Mardle gesagt: Ich habe mein erstes Leg geholt, eine 180 geworfen und dann noch mal ein bisschen draufgedrückt.“
Seine Einstellung war zu diesem Zeitpunkt jedoch alles andere als kampfeslustig. „Gez – wie wir ihn nennen – hatte das Geschehen komplett im Griff. Ich habe ihm sogar ein wenig zugewinkt, denn in meinem Kopf hatte ich schon verloren.“
Befreit aufspielen als Schlüssel
Bemerkenswerterweise war es genau diese aussichtslose Lage, die Littler half, in die Partie zurückzufinden. Ohne Druck begann er befreiter zu werfen, was sich sofort auszahlte. „Wenn du 0:5 zurückliegst, spielst du im Grunde ohne Sorgen“, sagte er. „Du wirfst frei heraus, ohne dich großartig mit etwas zu beschäftigen. Das hilft enorm.“
Der Wendepunkt kam beim Zwischenstand von 3:5. Price zeigte erste kleine Risse in seinem Spiel und verzeichnete einige schwache Eröffnungswürfe. „Er hat, glaube ich, so etwas wie 42 oder 59 geworfen, um ein Leg zu beginnen“, erinnerte sich Littler. „Das sind die Momente, in denen du zuschlagen musst, und das habe ich getan.“
Luke Littler gewann den siebten Spieltag der Premier League Darts
Clayton bis auf drei Punkte herangerückt
Der Sieg bedeutete zudem seinen zweiten Wochentitel in der Liga, mit dem er im Rennen um die Spitzenplätze wichtige Zähler einsammelte. In der Tabelle rückte er damit auch Spitzenreiter Jonny Clayton bis auf drei Punkte auf die Pelle.
Mit Blick auf den weiteren Saisonverlauf könnte dieser Abend sich als Wendepunkt erweisen. Littler selbst bleibt jedoch gelassen angesichts seines Erfolgs. „Ich sage mir immer: Gewinne das erste Match und hol dir diese zwei Punkte. Alles, was danach kommt, ist ein Bonus“, so der Teenager. „Aber natürlich jage ich diese Wochentitel. Und jetzt habe ich den Rückstand auf Clayton wieder etwas verkleinert.“