Dragutin Horvat hat bei seinem ersten European-Tour-Auftritt der Saison eine Niederlage hinnehmen müssen. Der Routinier unterlag in Runde 1 der European Darts Open 2025 in Leverkusen dem Engländer Luke Woodhouse mit 2-6. Trotz einer ordentlichen Leistung im Scoring kostete ihn eine schwache Doppelquote die Chance auf mehr – das analysierte Horvat direkt nach dem Spiel in einem Exklusiv-Interview mit Dartsnews.de offen und selbstkritisch.
„Im Scoring war ich mehr oder weniger zufrieden, aber meine Doppel...“, begann der 48-Jährige. „Ich habe die Chancen, ein Break zu landen zum 3-2 nach 0-2-Rückstand, und ich mache es nicht, ich nutze es nicht. Ganz einfache Zahlen wie Doppel-16, Doppel-8, Doppel-4 – kriege es nicht hin. Dann brauch ich mich nicht beschweren.“
Große Bühne, große Kulisse – aber noch Luft nach oben
Die Rückkehr auf die Bühne der European Tour war für Horvat dennoch ein besonderer Moment. „Natürlich ist es immer ein Highlight, vor so einer Halle zu spielen, vor 3.000 Zuschauern. Die Stimmung ist klasse, die Bühne ist da, alles ist perfekt – nur ich muss ein bisschen besser performen, das ist alles.“
Endlich zurück auf der European Tour: Dragutin Horvat feierte am Freitagabend sein Bühnen-Comeback
Dabei verfolgt Horvat seine Karriere mit einem gesunden Maß an Realismus. Zwar konnte er auf der Challenge Tour bereits einen Titel einfahren und auch bei NEXT GEN glänzen – der Anspruch bleibt aber bewusst niedrig: „Ich bin immer zufrieden, es ist im Prinzip egal, wie es läuft. Ich muss immer damit zufrieden sein, da ich ein Hobby-Dartspieler bin. Ich hab keinen Druck, ich mal mir nix aus. Bei so einem Event wie heute gehe ich hin, ich will mein Bestes geben. Wenn was geht, dann geht was – wenn nicht, dann ist es eben so.“
Zukunftsperspektive: „Ich mache weiter, solange es Spaß macht“
Ob es noch einmal zu einem Angriff auf die große Tour reicht, lässt Horvat offen – und bleibt dabei ehrlich mit sich selbst: „Da ich stark auf die 50 zugehe – ich weiß, man sieht es mir nicht an (lacht) – aber es ist so, wird das von Jahr zu Jahr weniger statt mehr. Ich rechne mir nix Großes aus, ich mache weiter, solange es mir Spaß macht. Und solange die Motivation da ist und ich die Unterstützung kriege, werde ich weitermachen. Die Zukunft wird zeigen, was es bringt.“
Lob für Schindler und Springer: „Hut ab!“
Mit Blick auf die Entwicklung des deutschen Dartsports zeigte sich Horvat beeindruckt von den Leistungen seiner Landsleute – insbesondere Martin Schindler und Niko Springer. „Niko Springer traue ich jede Menge zu. Er hat die Tour Card erst ein paar Monate in der Tasche und spielt, als hätte er sie schon seit zehn Jahren. Über Martin Schindler muss man nicht viel sagen – er geht seit zwei Jahren steil und noch ist kein Ende in Sicht. Bei beiden – bei Springer und bei Schindler: Hut ab!“
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.