Jeder Dartspieler entwickelt im Laufe der Jahre seinen eigenen Wurfstil. Der eine steht kerzengerade am Oche, während der andere sich schräg zum Board dreht. Auch
Joe Cullen hat eine feste Routine und eine auffällige Körperhaltung. Der Engländer erklärt, dass seine Position an der Oche vielleicht ungewohnt wirkt, für ihn aber die natürlichste Art zu werfen ist.
„Ich stehe links am Oche“,
beginnt Cullen seine Erklärung. Diese Entscheidung hängt direkt mit der Position seines Arms zusammen. „Mein Arm zeigt im Grunde auf die Mitte des Dartboards. Es fühlt sich an, als würde ich von woanders werfen, aber das ist überhaupt nicht so.“
Natürliche Bewegung
Laut Cullen sorgt diese Position dafür, dass sein Wurf perfekt zu seiner natürlichen Bewegung passt. Auch wenn es für Zuschauer manchmal so aussieht, als stünde er schräg vor dem Board, nimmt er das selbst völlig anders wahr. „Für mein Gefühl stehe ich exakt in einer Linie mit der Mitte des Boards.“
Auch seine Füße spielen dabei eine wichtige Rolle. Cullen steht nahezu frontal zum Board und fühlt sich so am wohlsten. „Ich stehe eigentlich einfach gerade. Das ist für mich die bequemste Haltung.“
Nicht jeder Dartspieler teilt diese Vorliebe. So nennt
Cullen mehrere Kollegen, die sich bewusst für eine andere Körperhaltung entscheiden. „Chris Dobey steht viel schräger. Für mich fühlt sich das an, als würde ich mir den Knöchel brechen“, sagt er lachend. „Aber Spieler wie Phil Taylor haben das auch so gemacht. Es gibt genug Dartspieler, die so werfen.“
Ein anderes Beispiel ist Weltmeister Luke Humphries. „Luke Humphries ist wiederum jemand, der sehr gerade zum Board steht“, merkt Cullen an. Das belegt seiner Meinung nach, dass es keine perfekte Technik gibt. Jeder Spieler muss eine Haltung finden, die zu seinem Körper und seinem Wurf passt.
Joe Cullen ist die aktuelle Nummer 31 der Welt
Keine Markierung oder spezieller Referenzpunkt
Trotz seiner festen Position nutzt Cullen keine Markierung oder einen speziellen Referenzpunkt am Oche. Viele Dartspieler setzen ihren Fuß jedes Mal exakt an dieselbe Stelle, doch darüber denkt er kaum nach. „Nein, ich habe keinen Referenzpunkt. Ich weiß einfach, dass ich links am Oche stehen muss. Das ist es, was für mich funktioniert.“
Selbst die Linien im Boden dienen ihm höchstens als optische Orientierung. „Wenn man sich die Maserungen im Boden anschaut, stehe ich wahrscheinlich ungefähr auf Höhe von Doppelt 11. Aber sobald mein Arm hochgeht, fühlt es sich für mich an, als wäre ich genau auf die Mitte des Boards ausgerichtet.“
Mit dieser Erklärung gewährt Cullen einen interessanten Einblick in die Technik hinter seinem erfolgreichen Wurf. Seine Ausführungen unterstreichen, dass es im Darts keine einzige ideale Wurfform gibt. Am Ende zählen Vertrauen, Wiederholung und eine Haltung, die sich vollständig natürlich anfühlt. Für Cullen ist das simpel: ein fester Platz links am Oche, ohne Markierungen oder Hilfsmittel, aber mit einer Technik, die er komplett aus dem Gefühl heraus entwickelt hat.