Luke Littler hat sich zur Kaderpolitik von Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel bei der Fußball-Weltmeisterschaft geäußert. Der amtierende Darts-Weltmeister kann nicht nachvollziehen, weshalb Manchester-United-Mittelfeldspieler Kobbie Mainoo bislang noch keine Einsatzminuten erhalten hat. Aus Sicht des 19-Jährigen hätte sich der Youngster eine Chance auf der größten Fußballbühne der Welt längst verdient.
England qualifizierte sich mit einem Sieg gegen Kroatien, einem torlosen Remis gegen Ghana und einem Erfolg über Panama souverän für die K.-o.-Phase des Turniers. Dennoch wartet Mainoo weiterhin auf seinen ersten Einsatz bei der Weltmeisterschaft.
Littler spricht sich für Mainoo und Maguire aus
Für Littler ist diese Entscheidung nur schwer nachvollziehbar. Als bekennender Fan von Manchester United erinnert er daran, wie wichtig Mainoo bereits bei der Europameisterschaft 2024 für die englische Nationalmannschaft war. Damals stand der Mittelfeldspieler in den letzten drei Begegnungen in der Startelf, ehe England das Finale mit 1:2 gegen Spanien verlor.
Im
Podcast The Rest Is Football machte Littler deshalb deutlich, dass er sich mehr Vertrauen für den 20-Jährigen wünscht. „Ich finde, dass er sich bei der EM bereits bewiesen hat. Ich verstehe nicht, warum er sich bei der WM noch nicht beweisen durfte, aber hoffentlich bekommt er diese Chance noch.“
Auch bei einer weiteren Personalie hatte der Darts-Weltmeister eine klare Meinung. Auf die Frage, welcher Spieler seiner Ansicht nach im englischen WM-Aufgebot fehle, musste Littler nicht lange überlegen. „Ich finde, dass Harry Maguire dabei hätte sein müssen.“
Vom Finale im Madison Square Garden direkt zur Fußball-WM
Am vergangenen Wochenende verfolgte Littler die englische Nationalmannschaft vor Ort in den Vereinigten Staaten. Nur einen Tag zuvor hatte er selbst noch auf der Bühne des Madison Square Garden gestanden, wo er im Finale des
US Darts Masters Luke Humphries nach einem dramatischen Decider mit 7:8 unterlag.
Luke Humphries (l.) setzte sich im Finale des US Darts Masters knapp gegen Luke Littler durch.
Trotz des regnerischen Wetters ließ sich Littler den Stadionbesuch nicht verderben. Einen Poncho wollte der Darts-Star während der Partie nicht anziehen und kommentierte seinen Zustand anschließend mit einem Augenzwinkern als „prima“.
„Es war großartig. Es war mein drittes Mal im Madison Square Garden. Ich habe dort noch nicht gewonnen, aber es war erneut ein fantastisches Finale gegen Luke.“
Auch von der Atmosphäre in New York zeigte sich Littler begeistert. „Beide Tage waren ausverkauft und ich denke, neunzig Prozent des Publikums kamen aus England, also kann ich mich wirklich nicht beschweren.“
World-Cup-Titel mit Humphries als besonderes Erlebnis
Wie es sich anfühlt, für England einen Weltmeistertitel zu gewinnen, weiß Littler inzwischen selbst. Anfang des Monats triumphierte er gemeinsam mit Luke Humphries beim
World Cup of Darts. Im Finale setzte sich das englische Duo gegen die Niederlande durch und sicherte sich den Titel.
Für Littler unterscheidet sich der Teamwettbewerb allerdings deutlich von den gewohnten Einzelturnieren der PDC. „Letztes Jahr war schwierig. Luke und ich hatten uns natürlich vorgenommen, das Turnier zu gewinnen, aber in Deutschland haben wir gegen die Deutschen verloren. Das war alles andere als ideal.“
In diesem Jahr sei der gemeinsame Titelgewinn die passende Antwort gewesen. „Wir haben den Spieß umgedreht und die Trophäe geholt. Es ist schwierig, in deinen Rhythmus zu kommen, weil du immer drei Aufnahmen warten musst, bevor du wieder werfen darfst.“
Gerade deshalb sei eine gute Abstimmung zwischen den Teamkollegen entscheidend. „Hinter den Kulissen besprechen wir immer, welche Doppel wir am liebsten spielen. Wenn wir auf ein Finish kommen, legen wir fest, auf welchen Doppel wir einander hinstellen wollen. So einfach ist das eigentlich.“
Auf der Bühne sehe die Realität dann allerdings etwas anders aus. „Natürlich ist es auf der Bühne viel schwieriger, aber am Ende haben wir es doch hinbekommen.“