KOLUMNE: „Mike De Decker vergisst, dass er ein Profi ist – er sollte andere nicht für seine eigenen Worte verantwortlich machen“

PDC
Freitag, 29 August 2025 um 14:00
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Bemerkenswerte Aussagen von Mike De Decker waren am Donnerstag im Podcast Double Top zu hören, der eigentlich als Vorschau auf die Flanders Darts Trophy gedacht war.
„Ich mache mit Dartsnieuws keine Interviews, gar nichts“, sagte De Decker. „Einfach weil sie alles aus dem Kontext reißen. Einer, mit dem ich wirklich überhaupt kein Interview führe, ist Pieter Verbeek (Chefredakteur bei unseren Niederländischen Seite Dartsnieuws.com). Der findet es lustig, Leute gegeneinander auszuspielen. Er hat einmal einen Screenshot von einem meiner Tweets an einen Turnierdirektor geschickt. Warum? Keine Ahnung. Aber dann denke ich, wo sind wir denn hier gelandet?“
Natürlich steht es De Decker frei zu entscheiden, mit wem er spricht und mit wem nicht. Das ist allein seine Sache. Aber wenn er die Fakten verdreht und dabei seine Rolle als Profi-Darts-Spieler kurzerhand vergisst, dann müssen die Dinge richtiggestellt werden – und auch die Aufgabe der Medien erklärt werden.
In diesem Interview hat De Decker den Eindruck erweckt, ich hätte persönlich „einen Screenshot an einen Turnierdirektor weitergeleitet“. Das ist nicht nur völlig falsch, sondern auch absurd. Warum sollten wir uns damit überhaupt beschäftigen? Die Realität ist ganz einfach: Wenn etwas Nachrichtenwert hat, erscheint es auf Dartsnieuws. Punkt. Wer es lesen will, kann es dort tun – nicht mehr und nicht weniger.

Die Rolle der Medien

Vielleicht sollte man De Decker noch einmal ins Gedächtnis rufen, wie Journalismus funktioniert. Wer als Profi im öffentlichen Raum auftritt, muss wissen, dass seine Aussagen dort auch von der Presse aufgegriffen werden. Das ist kein „Spielchen“ und keine „Falle“, sondern das Wesen des Journalismus – in jeder Sportart.
Ein Vergleich: Wenn Thibaut Courtois öffentlich eine Spitze gegen Kevin De Bruyne setzen würde, stünde das am nächsten Tag in allen Zeitungen. Nicht, weil Journalisten auf Sensation aus sind, sondern weil ein bekanntes Gesicht der Belgischen Fussball-Nationalmannschaft nun einmal Schlagzeilen macht. Darts unterscheidet sich da nicht von Fußball, Radsport oder Tennis. Wenn ein PDC-Spieler eine klare Aussage trifft, hat das Nachrichtenwert. Unsere Aufgabe ist es, das korrekt zu berichten, einzuordnen und in den richtigen Kontext zu stellen.
Daher ist es schlicht zu einfach, zu behaupten, wir würden „Spieler gegeneinander aufhetzen“. Nicht der Journalist stellt Spieler gegeneinander, sondern der Spieler selbst mit seinen eigenen Worten. Die Medien für Äußerungen verantwortlich zu machen, die man selbst öffentlich getätigt hat, ist falsch. Oder, wie man in England sagt: Don’t shoot the messenger.

Zum Thema „Clickbait“

In dem Interview fiel zudem das Wort „Clickbait“. Starke Schlagzeilen sind kein Verbrechen – solange sie den Inhalt korrekt wiedergeben. Genau das tun wir.
Wer der Meinung ist, eine Überschrift decke die Geschichte nicht ab, darf uns jederzeit kontaktieren. Dann erklären wir unsere Wahl und prüfen gegebenenfalls eine Korrektur. Aber „Clickbait“ als Totschlagargument zu benutzen, um valide Berichterstattung abzuwerten, ist bequem – und nicht ernst zu nehmen.

Fazit

Mike De Decker hat sportlich in den vergangenen zwölf Monaten große Fortschritte gemacht. Dafür gebührt ihm Anerkennung.
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