In der neuesten Folge des
Double Top-Podcasts von Damian Vlottes und Matthias de Vlieger sind zwei bekannte Namen zu Wort gekommen:
Mike De Decker und
Gian van Veen. Das Gespräch bot einen Einblick in den aktuellen Stand des belgischen und niederländischen Dartsports. Mehrere heikle Themen wurden angesprochen: vom Druck, dem die belgischen Darter ausgesetzt sind, bis hin zu scharfer Kritik an bestimmten Dartmedien.
De Decker wurde von den Gastgebern sofort als der Belgier benannt, der in diesem Jahr die nationale Ehre hochhält. Während andere belgische Spieler, darunter Dimitri Van den Bergh und Kim Huybrechts, schwache Leistungen zeigen, hält De Decker die Fahne hoch. Doch von zusätzlichem Druck will er nichts wissen.
„Nein, nichts. Weil es mich überhaupt nicht interessiert", antwortete The Real Deal nüchtern. „Wie ich gerade sagte, versuche ich nur, mein eigenes Niveau wieder zu erreichen. Es war ein schwieriges halbes Jahr, aber ich schaue nur auf mich. Ich hoffe, dass es den anderen Belgiern auch gut geht, aber es geht mir nicht darum, die Fahne zu tragen."
Gian van Veen: „In Belgien ist der Druck viel größer"
Während De Decker mit den Schultern zuckt, sieht Gian van Veen durchaus einen Unterschied zwischen den Niederlanden und Belgien. Seiner Meinung nach ist der belgische Dartsport in kurzer Zeit so populär geworden, dass die Spieler dort schneller dem Druck erliegen.
„Es könnte mit dem Privatleben zu tun haben, aber auch einfach mit Druck", sagte van Veen. „In Belgien boomt der Dartsport. Das wiegt schwer. Schauen Sie, wir haben van Gerwen, der den Druck eines ganzen Dartlandes trägt. Wenn er in der ersten Runde verliert, ist das sofort überall bekannt. Wenn ich verliere, ist das keine Neuigkeit. In Belgien geht das viel schneller mit einem Dimitri, einem Kim oder einem Mike. Vielleicht spüren die anderen Spieler diesen Druck ein bisschen mehr."
Ein fairer Vergleich, denn in den Niederlanden ist Michael van Gerwen seit Jahren das Aushängeschild nach Raymond van Barneveld, so dass andere Spieler etwas aus dem Rampenlicht geraten sind. In Belgien ist das anders: Fast jeder Fehltritt der etablierten Namen schafft es in die Medien.
Kritik an den Darts-Medien
Damit wandte sich das Gespräch natürlich einem pikanten Thema zu: der Rolle des Dart-Journalismus. Sowohl Kim Huybrechts zu Beginn der Sendung, als auch Mike De Decker später, nahmen kein Blatt vor den Mund.
'„Ich gebe keine Interviews'', sagte De Decker. „Einfach weil sie alles aus dem Zusammenhang reißen. Jemand, mit dem ich wirklich überhaupt keine Interviews gebe, ist Pieter Verbeek (Herausgeber von Dartsnieuws.com, Anm. d. Red.), der gerne Leute gegeneinander aufhetzt. Er hat einmal einen Screenshot von einem meiner Tweets an einen Turnierdirektor weitergeleitet. Und warum? Ich habe keine Ahnung. Aber dann denke ich, was zur Hölle machen wir hier eigentlich?"
Laut De Decker geht es nicht nur um sportliche Leistungen, sondern auch um private Angelegenheiten, die oft in der Öffentlichkeit stehen, was ihm sichtlich zu schaffen macht.
Natürlich kam auch die Situation von Dimitri Van den Bergh zur Sprache. Der ehemalige Top 16-Spieler musste sich dieses Mal über die Qualifikation qualifizieren, strandete aber früh.
„Ich habe nur kurz mit ihm gesprochen", sagte De Decker. „Ich habe ihn zuerst machen lassen, weil es ziemlich tief war. Es ist bedauerlich, dass er vom gesetzten Spieler zum Qualifikanten wurde. Das allein ist schon schmerzhaft. Wenn er dann auch noch verliert und alle um ihn herumhängen, ist das nicht gerade hilfreich. Gebt dem Kerl 10 Minuten oder 15 Minuten. Er hat eine wirklich harte Zeit. Was genau los ist, das sollte er für sich behalten. Das liegt nicht an mir."