Nach dem Erfolg der ANZ Premier League 2025 nehmen erneut acht Spieler aus Australien und Neuseeland an der Liga teil. Über sechs Spielabende, vom 26.09. bis 31.10., wird ermittelt, wer sich zum Champion krönt. Die Partien werden in Australien live auf Kayo Sports, in Neuseeland auf Sky und weltweit auf PDCTV übertragen.
Der Auftakt steigt in der AIS Arena in Canberra. Für Whitlock ist das vertrautes Terrain. Der inzwischen 57-jährige Australier begann dort auch im Vorjahr seine Kampagne, sportlich lief es an diesem Abend jedoch nicht wie erhofft. „Es war letztes Jahr großartig in Canberra“, blickt Whitlock voraus
im Gespräch mit pdc.tv. „Die Fans waren fantastisch. Ich glaube, ich habe selbst nicht so gut gespielt, aber hoffentlich gelingt mir diesmal ein deutlich besserer Start.“
Whitlock, der auch bei den kommenden World Series of Darts Finals in Amsterdam antritt, investiert vor dem Start der ANZ Premier League viele Stunden in die Vorbereitung. „Ich experimentiere wieder etwas mit meinen Darts, habe aber auch unzählige Stunden am Trainingsboard verbracht. Hoffentlich bin ich bald bereit.“
An Motivation mangelt es dem früheren WM-Finalisten jedenfalls nicht. „Ich liebe das Matchplay noch immer genauso wie früher. Ich kann es kaum erwarten, alles erneut zu erleben.“
Besonderer Titel für Whitlock
An den ersten fünf Abenden der ANZ Premier League wird jeweils ein K.-o.-Turnier gespielt. Auf Basis der Ergebnisse sammeln die acht Teilnehmer Ranglistenpunkte. Nach fünf Abenden ziehen die besten vier Spieler in die Finals Night ein.
Whitlock startete im Vorjahr holprig. Am Eröffnungsabend in Canberra verlor er im Viertelfinale gegen Raymond Smith. In den folgenden Wochen fing sich der Australier jedoch und erkämpfte sich dennoch ein Ticket für den Finalabend.
Dort setzte sich Whitlock zunächst gegen Jonny Tata durch, ehe er Smith besiegte und sich zum ersten Champion der ANZ Premier League krönte. Trotz seines eindrucksvollen Palmarès zählt er diesen Triumph zu den schönsten Momenten seiner langen Karriere.
„Das bedeutete mir unglaublich viel“, sagt Whitlock. „Für mich fühlte es sich an wie ein Major-Titel. Als erster Sieger der ANZ Premier League dazustehen, war eines der besten Gefühle, die ich im Darts je hatte.“
Whitlock war über Jahre eine der prägenden Figuren des Darts in Ozeanien. Der in Hornsby geborene Spieler gewann achtzehn PDC-Titel und gehörte über ein Jahrzehnt zur Spitze der Sportart. Zudem triumphierte er unter anderem bei der European Championship und im World Cup of Darts.
Simon Whitlock gewann 2025 die erste Ausgabe der ANZ Premier League
„Ich habe ein Ziel auf dem Rücken“
Nach Ansicht Whitlocks kann die ANZ Premier League eine wichtige Rolle in der Weiterentwicklung neuer Spieler aus Australien und Neuseeland spielen. Er verweist dabei unter anderem auf Brody Klinge und Raymond Smith, die 2026 bei den World Series-Turnieren beeindruckten.
„Ich denke, der Einfluss wird enorm sein“, sagt Whitlock. „Wenn man sieht, wie Spieler wie Brody und Raymond durchbrechen und bei den World Series-Turnieren so stark auftreten, erkennt man ihre Entwicklung wirklich.“
„Die Erfahrung, die sie auf den großen Bühnen sammeln, beginnt sich auszuzahlen. Sie zeigen jetzt, wie gut sie tatsächlich sind.“
Das bedeutet zugleich, dass Whitlock sich auf eine harte Titelverteidigung einstellen muss. Als amtierender Champion weiß er, dass seine Konkurrenten nur zu gern gegen ihn abrechnen wollen.
„Ich habe ein Ziel auf dem Rücken. Ich bin sicher, dass Raymond Revanche will, denn er war letztes Jahr wahrscheinlich der beste Spieler, zumindest bis zur Finals Night.“
„Brody wird ebenfalls hinter mir her sein, ebenso wie Ben Robb und Jonny Tata. Jedes Match wird also knifflig.“
WM-Ticket als große Belohnung
Auch in diesem Jahr steht viel auf dem Spiel. Whitlocks Triumph brachte ihm in der vergangenen Saison die Qualifikation für die
Darts WM. Auch der Champion von 2026 sichert sich einen Platz im Alexandra Palace. Zudem erhält der Sieger ein Ticket für den Grand Slam of Darts im November.
„Das ist für alle eine enorme Motivation“, bestätigt Whitlock. „Für manche Jungs ist das eine wichtige Sprungbrett-Chance. Ich selbst würde sehr gern wieder bei beiden Turnieren antreten und weiter um meinen Platz kämpfen.“
Whitlock erwartet daher, dass der Kampf um den Titel noch härter wird als bei der ersten Auflage. „Ich freue mich riesig darauf. Eines weiß ich sicher: Es wird dieses Jahr definitiv schwieriger.“