„Es wirkt wie Wohltätigkeit“ – Verwunderung über auffälligen neuen Schritt von Jelle Klaasen

PDC
Freitag, 11 September 2026 um 14:00
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Jelle Klaasen hat zuletzt einen auffälligen Schritt gemacht und sich einem neuen Management angeschlossen. Der frühere Lakeside-Weltmeister wechselt zu MAG Darts, obwohl er zuvor offen über seine Zukunft als Spieler gegrübelt hatte. In dem Podcast Darts Draait Door diskutieren Damian Vlottes und Vincent van der Voort die bemerkenswerte Entscheidung.
Die Verwunderung hängt vor allem mit den anhaltenden körperlichen Problemen zusammen, mit denen Klaasen seit Längerem kämpft. Der Niederländer leidet unter Dystonie und hatte zuvor erklärt, deshalb sogar über ein Karriereende nachgedacht zu haben. Zudem scheint eine Rückkehr auf die vollständige PDC-Tour derzeit nicht sein Hauptziel zu sein.
„Er hat Dystonie und leidet stark darunter, sodass es körperlich einfach nicht mehr geht“, sagt Van der Voort. „Und er sagt in dem Interview auch, dass das noch nicht gelöst ist.“
Gerade deshalb wirft der Wechsel zu einem neuen Management Fragen auf. Klaasen will sich vorerst vor allem auf Circuits wie die MODUS Super Series, WDF und Challenge Tour konzentrieren. Dort ist jedoch deutlich weniger Geld zu verdienen als auf der PDC ProTour, während die Teilnahme an Turnieren gleichzeitig beträchtliche Kosten verursacht.
„Schau dir bei der Challenge Tour an, was die Leute verdienen und was es gekostet hat“, so Van der Voort. „Das kostet einfach Geld. Du bist ein ganzes Wochenende weg, musst frei nehmen, Hotelkosten; rechne das alles mal durch.“

„Das wahnsinnige Talent, das in ihm steckt“

Van der Voort würde die Entscheidung eher verstehen, wenn Klaasen vollständig genesen wäre und erneut voll auf eine Tour Card ginge. An den Qualitäten des inzwischen erfahrenen Niederländers hegt er nämlich keinerlei Zweifel. „Dass Jelle ein großartiger Darter ist, steht fest. Nur ist ein verletzter Spieler natürlich etwas ganz anderes.“
Klaasen gehörte jahrelang zur internationalen Dartsspitze. Er wurde Weltmeister bei der BDO und erreichte später unter anderem das Halbfinale der PDC-WM. Zudem trat er zweimal in der Premier League an. Für Van der Voort ist es daher besonders schmerzhaft zu sehen, wie sein Landsmann nun kämpfen muss, überhaupt noch auf anständigem Niveau spielen zu können.
„Der Junge war wirklich richtig gut“, betont er. „Er sagt auch, dass seine körperliche Unzulänglichkeit zu akzeptieren das Schwierigste überhaupt ist. Das glaube ich sofort. Es muss furchtbar sein, wenn das, was du am liebsten tust und womit du gut Geld verdienen kannst, nicht mehr geht.“
Nach Ansicht von Van der Voort hätte ein fitter Klaasen weiterhin seinen Platz unter den besseren Spielern der Welt. „Er ist natürlich viel besser als viele Spieler, die jetzt eine Zukunft haben. Der gehört einfach in die Top 32 der Welt. Nur ob das jemals wieder passiert, das glaubst du nicht.“
Jelle Klaasen ballt die Faust.
Klaasen erreichte 2016 noch das Halbfinale bei der PDC-WM Darts.

„Vielleicht gibt es etwas, das wir nicht wissen“

Damit kehrt Van der Voort zur Frage zurück, warum sich ein Management gerade jetzt entscheidet, mit Klaasen zusammenzuarbeiten. Zumal der Ex-Weltmeister selbst erklärt hat, dass ihn eine komplette Saison auf der PDC-Tour derzeit wenig reizt und er sogar zweifelt, ob er eine mögliche Tour Card annehmen würde.
„Solange die Verletzung da ist und er nicht so werfen kann, wie er will, wird es einfach richtig schwierig“, sagt Van der Voort. „Du hast gesehen, wie viele Wochen du im Jahr weg bist und wie viele Turniere es bei der PDC gibt. Und auf der zweiten Ebene ist schlicht kein Geld zu verdienen.“
Eine Ausnahme bildet seiner Meinung nach die MODUS Super Series, bei der sich mit guten Leistungen noch ordentliche Summen verdienen lassen. Aber auch dort gilt: Ein Spieler muss wirklich weit kommen, um finanziell einen großen Unterschied zu machen.
„Wenn er jetzt schon sagt: Ein ganzes Jahr auf der Tour sehe ich nicht sitzen... Er sagt selbst, dass er sie wahrscheinlich nicht einmal annehmen würde. Was willst du dann als Management daraus machen? Gute Frage.“
Van der Voort schließt nicht aus, dass Name und Reputation von Klaasen eine Rolle spielen. Als ehemaliger Weltmeister und Ex-Premier-League-Spieler genießt er in der Dartswelt selbstverständlich weiterhin Ansehen. Dennoch bleibt die genaue Idee hinter der Zusammenarbeit für den Ex-Profi unklar.
„Es wirkt wie Wohltätigkeit. Dann ist es einfach sehr nett“, sagt er mit einem Lächeln. Um dann doch eine Hintertür offenzulassen: „Da muss schon etwas Zusätzliches dabei sein. Vielleicht gibt es etwas, das wir nicht wissen.“
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